{"id":962,"date":"2022-01-15T17:37:57","date_gmt":"2022-01-15T16:37:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=962"},"modified":"2022-01-15T17:37:59","modified_gmt":"2022-01-15T16:37:59","slug":"newsletter-vom-16-1-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=962","title":{"rendered":"Newsletter vom 16. 1. 2022"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Newsletter-220116.pdf\">Newsletter vom 16.1.2022<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Newsletter-220116.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n<h2>Schulen stehen st\u00e4rker im gesellschaftlichen Brennpunkt<\/h2>\n<p>In unseren Schulen wird die Aufrechterhaltung des regul\u00e4ren Schulbetriebs immer schwieriger. Da bei der ohnehin schon knappen Personaldecke viele Lehrpersonen durch Corona-Ansteckungen in Quarant\u00e4ne sind, werden im Kanton Z\u00fcrich die letzten Personalreserven mobilisiert. Mancherorts m\u00fcssen sogar unausgebildete Hilfskr\u00e4fte eingesetzt werden. Schulleitungen wissen kaum noch, wie sie erkrankte Lehrpersonen ersetzen k\u00f6nnen. Trotz widrigster Umst\u00e4nde unternehmen die allermeisten Lehrerinnen und Lehrer jedoch alles, den Kindern einen guten Unterricht zu bieten.<!--more--><\/p>\n<p>Umso unverst\u00e4ndlicher ist es, dass es eine kleine Minderheit von Eltern gibt, welche der Lehrerschaft mit heftiger Kritik an den Corona-Massnahmen in den R\u00fccken f\u00e4llt. Die einen finden den Spucktest eine Zumutung, andere k\u00f6nnen sich nicht vorstellen, dass ihr Kind eine Maske tragen soll. Sie richten ihre Vorw\u00fcrfe ganz direkt an die Klassenlehrer und drohen mit Sanktionen aller Art.<\/p>\n<p>In einem eindr\u00fccklichen Interview nimmt die Pr\u00e4sidentin der gr\u00f6ssten Z\u00fcrcher Elternvereinigung in unserem ersten Beitrag Stellung zur aktuellen Situation in der Volksschule. Pr\u00e4sidentin Gabriela Kohler kritisiert das Vorgehen militanter Eltern scharf. Sie bef\u00fcrchtet zu Recht, dass die an die falsche Adresse gerichtete Kritik zu einer Abwehrhaltung in der Lehrerschaft f\u00fchrt und k\u00fcnftig eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus erschwert. Ihr Aufruf, in der Krise zusammenzustehen und die Arbeit der Lehrerschaft durch das Mittragen von zweckm\u00e4ssigen Massnahmen zu unterst\u00fctzen, ist ein starkes Zeichen von gesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein.<\/p>\n<h4>Schulen als stabiler Hort in der Coronakrise<\/h4>\n<p>Auch der Beitrag von David Briner zur Coronakrise erinnert daran, dass gelebte Solidarit\u00e4t jetzt wichtiger ist als kaum erf\u00fcllbare Forderungen an die Schule zu stellen. Die Schule ist f\u00fcr viele Kinder ein Hort der Stabilit\u00e4t im Sturm der Krise. Sie bietet auch unter erschwerten Bedingungen noch immer bessere Bedingungen zum Lernen als ein wenig ergiebiger Fernunterricht und ihre Integrationskraft ist un\u00fcbertroffen. Mit ihrem mutigen Aufruf zu mehr Gelassenheit in der Krise und mehr Respekt f\u00fcr die Arbeit der Lehrkr\u00e4fte hat Gabriela Kohler eine beispielhaft klare Haltung eingenommen.<\/p>\n<p>Vielleicht hilft einigen ein Blick in die Geschichte, um unsere Jugend etwas weniger als Opfer restriktiver Massnahmen zu sehen. Carl Bossard, profunder Kenner unseres Schulwesens, erinnert an die furchtbaren Monate des Franzoseneinfalls in Nidwalden im Jahr 1798. Der gescheiterte heldenhafte Aufstand der Zentralschweizer gegen die Besatzungsmacht brachte unermessliches Leid in die Gegend um Stans. In dieser Not wurde Johann Heinrich Pestalozzi nach Stans berufen, um unz\u00e4hlige Waisenkinder zu betreuen. Pestalozzi gelang es, den bis auf die Knochen abgemagerten Kindern zu helfen und ihnen Mut zu machen, Lesen und Schreiben zu lernen. Wer das Elend der damaligen Zeit und die primitiven Mittel f\u00fcr die Gestaltung des Unterrichts vor Augen hat, wird die Not unserer Tage zweifellos etwas relativieren.<\/p>\n<h4>Die Frage der Wirksamkeit von Reformen r\u00fcckt wieder in den Vordergrund<\/h4>\n<p>Im Mittelteil unseres Newletters finden Sie einen bemerkenswerten Leserbrief von Armin Tschenett. Der Berufsschullehrer unterstreicht die Bedeutung der Lehrkraft im Unterricht und fordert mehr Investitionen in eine praxisnahe Lehrerbildung. Seine kritische Einstellung gegen\u00fcber dem selbstorganisierten Lernen begr\u00fcndet er mit der fehlenden Reife vieler Sch\u00fcler f\u00fcr diese anspruchsvolle Unterrichtsform.<\/p>\n<p>Wie zentral die direkte Zuwendung von Betreuenden zu den Kindern ist, zeigt ein Bericht \u00fcber erfolgreiche sprachliche F\u00f6rderung in den Kitas der Stadt Z\u00fcrich. Kinder mit rudiment\u00e4rem Grundwortschatz sollen durch ausgebildete Betreuerinnen m\u00f6glichst in Gespr\u00e4che verwickelt werden und in einem lebendigen Dialog Deutsch lernen.<\/p>\n<p>Manchmal hilft auch ein Blick \u00fcber unsere Grenzen hinaus, um sich ein Bild \u00fcber fragw\u00fcrdige Schulreformen machen zu k\u00f6nnen. Lange Zeit galt Schwedens Bildungspolitik als vorbildlich in Europa. Doch die Ergebnisse der PISA-Tests stellten den staatlichen Reformschulen in Schweden kein sehr gutes Zeugnis aus. Besser schnitten die durch Bildungsgutscheine unterst\u00fctzten leistungsorientierten Privatschulen ab. Dies hat zur Folge, dass viele Privatschulen nun von Anmeldungen \u00fcberh\u00e4uft werden und ihre Aufnahmekriterien versch\u00e4rft haben. Dadurch funktioniert der erhoffte offene Wettbewerb zwischen den Schulen nicht mehr. Wie der spannende Bericht zeigt, ist zurzeit eine heftige Diskussion \u00fcber Schwedens Schulen im Gang.<\/p>\n<p>Einen treffenden Kommentar zur Entwicklung in Schweden hat Bildungsfachmann Hans-Peter K\u00f6hli verfasst. In seinem Leserbrief zieht er Vergleiche zum Lehrplan 21 und hofft, dass der Bericht aus Schweden auch unseren Politikern die Augen \u00f6ffnet.<\/p>\n<h4>Sonderp\u00e4dagogische Konzepte auf dem Pr\u00fcfstand<\/h4>\n<p>Im dritten Themenblock geht es um den chronischen Mangel an therapeutischen Fachleuten und die Frage, ob die Integration an unserer Volksschule gescheitert sei. Tatsache ist, dass der Bedarf an Logop\u00e4dinnen und Heilp\u00e4dagogen st\u00e4ndig steigt und nicht mehr abgedeckt werden kann. Die Forderung nach personeller Aufstockung liegt auf der Hand. Doch die starke Zunahme der Therapief\u00e4lle w\u00e4re eigentlich Grund genug, den Ursachen dieser Entwicklung endlich nachzugehen.<\/p>\n<p>In seinem Buch \u00fcber die schulische Integration setzt sich Beat Kissling kritisch mit den aktuellen F\u00f6rderkonzepten auseinander. Der praxiserprobte Autor schafft es, die heilp\u00e4dagogische Arbeit weiter zu fassen und grunds\u00e4tzliche Fragen zum Lernen aufzugreifen. Wesentliche Erkenntnisse aus der Heilp\u00e4dagogik sollen ins \u201enormale\u201c schulische Lernen einfliessen. Eliane Perret empfiehlt uns das Buch w\u00e4rmstens, da der Autor frei von ideologischen Fixierungen in der Sonderp\u00e4dagogik ist und das Einf\u00fchlen, Verstehen und Motivieren als zentrale Aufgabe der Lehrpersonen sieht.<\/p>\n<p>Die Texte haben es in sich. Das f\u00fchrt ein wenig zur Qual der Wahl. Aber Sie werden auf jeden Fall in wichtigen bildungspolitischen Fragen auf Ihre Rechnung kommen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Redaktion Starke Volksschule Z\u00fcrich<\/p>\n<p><em>Hanspeter Amstutz<\/em><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Inhalt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Inhalt-1024x787.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-964\" width=\"636\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Inhalt-1024x787.png 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Inhalt-300x231.png 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Inhalt-768x590.png 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Inhalt-1536x1180.png 1536w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Inhalt-960x738.png 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Inhalt.png 1827w\" sizes=\"auto, (max-width: 636px) 100vw, 636px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Newsletter-220116.pdf\">Newsletter vom 16.1.2022<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Newsletter-220116.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schulen stehen st\u00e4rker im gesellschaftlichen Brennpunkt In unseren Schulen wird die Aufrechterhaltung des regul\u00e4ren Schulbetriebs immer schwieriger. 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