{"id":892,"date":"2021-08-28T09:53:37","date_gmt":"2021-08-28T07:53:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=892"},"modified":"2021-08-28T10:01:46","modified_gmt":"2021-08-28T08:01:46","slug":"newsletter-vom-29-8-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=892","title":{"rendered":"Newsletter vom 29. 8. 2021"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Newsletter-210829.pdf\">Newsletter vom 29.8.2021<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Newsletter-210829.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2>Interviews zur Schulentwicklung lassen aufhorchen<\/h2>\n<p>Zum Schulstart sind die Zeitungen wieder voll mit Beitr\u00e4gen rund ums Schulgeschehen.\u00a0 Auffallend ist die beachtliche Zahl an Interviews mit bekannten Pers\u00f6nlichkeiten in den grossen Printmedien. Wir haben drei der Interviews f\u00fcr Sie ausgew\u00e4hlt und mit zwei pointierten Kommentaren erg\u00e4nzt. Direkte Befragungen von Personen, die an den Hebeln der bildungspolitischen Entscheidungen sitzen, decken oft \u00dcberraschendes auf, sofern man bereit ist, auch ab und zu zwischen den Zeilen zu lesen.<!--more--><\/p>\n<h4>Was guten Unterricht ausmacht, ist bekannt<\/h4>\n<p>Ganz bewusst haben wir den Interviews ein brillantes Essay von Carl Bossard vorangestellt. Der Autor erinnert darin auf pr\u00e4gnante Weise, worauf erfolgreicher Unterricht beruht. Er nimmt Bezug zu den aufschlussreichen Untersuchungen von John Hattie, die den Wirkungsgrad von digitalen und analogen Lehrmethoden beurteilen. So bringt digitales Lernen auf dem eigenen Laptop bei Anwesenheit einer begleitenden Lehrperson im Raum wenig, wenn es um den Erwerb neuer Kompetenzen geht. Interessant ist hingegen, dass in den elektronischen Medien die direkte Instruktion durch einen Lehrer in interaktiven Videos ein breites Publikum anspricht. Diese in analoger Form meist gedankenlos als Frontalunterricht bezeichnete Methode erweist sich bei der Einf\u00fchrung neuer Sachverhalte als sehr wirksam. Offensichtlich erkennen immer mehr Lernende, dass man mit einer klaren F\u00fchrung durch kompetente Lehrerinnen und Lehrer mehr Chancen hat, grosse Lernfortschritte zu machen. F\u00fcr alle Lehrpersonen mit p\u00e4dagogischem Feuer ist das sicher eine ermutigende Best\u00e4tigung.<\/p>\n<h4>Eine Forscherin und ein Politfuchs \u00e4ussern sich zu Schulalltag und Schulpolitik<\/h4>\n<p>In unserem ersten Interview legt die ETH-Bildungsforscherin Elisabeth Stern den Finger auf die Bedeutung des lebendigen Unterrichts auf allen Schulstufen. Anregendes \u00dcben im Klassenverband und die wichtigen sozialen Kontakte mit den Mitsch\u00fclern k\u00f6nnten durch nichts Gleichwertiges ersetzt werden. Die Forscherin sieht in den durch Fernunterricht entstandenen Defiziten der Corona-Zeit ein ernstes Problem f\u00fcr einen grossen Teil der Kinder und Jugendlichen. Ihre Forderung, man m\u00fcsse sich in den kommenden Jahren wieder st\u00e4rker auf die wesentlichen Bildungsziele in Deutsch und Mathematik konzentrieren, stehen dabei in einem gewissen Widerspruch zur \u00dcberf\u00fclle im neuen Lehrplan.<\/p>\n<p>Mit Stadtrat Filippo Leutenegger kommt im zweiten Interview ein bildungspolitisch gewiefter Fuchs zu Wort. Bei seinen Antworten merkt man, dass er mit einigen politischen Entscheidungen in der linksdominierten Stadt Z\u00fcrich seine liebe M\u00fche hat. Beim Abzockerfall Rodriguez distanziert er sich von dem unversch\u00e4mten Vorgehen des Schulkreispr\u00e4sidenten, lehnt aber eine Verantwortung der Exekutive ab. Er deutet an, dass eine \u2013 wohl umstrittene - Neuorganisation der st\u00e4dtischen Schulen n\u00f6tig sei. Der anschliessende Kommentar von Daniel Schneebeli zeigt, was sich da im Stadtz\u00fcrcher Bildungswesen noch alles zusammenbrauen k\u00f6nnte. Um einiges konkreter \u00e4ussert sich Leutenegger zu Themen des Schulalltags wie Mobbing in den Klassen, zur Mitsprache der Eltern oder \u00fcber den Schulweg der Kinder. Da sind seine Antworten wirklich praxisnah.<\/p>\n<h4>Beim Lehrermangel gibt es einen blinden Fleck<\/h4>\n<p>In unserem dritten Interview nimmt PHZH-Rektor Heinz Rhyn zu den aktuellen Herausforderungen im Lehrerberuf Stellung. Der grosse Zulauf junger Studierender zur Lehrerbildung sei hoch erfreulich und zeige, dass seit der Coronakrise die differenzierten Anforderungen an den Lehrerberuf viel besser in der \u00d6ffentlichkeit wahrgenommen w\u00fcrden. Corona habe den Lehrerberuf wieder aufgewertet.<\/p>\n<p>Keine Entwarnung konnte Rhyn jedoch bez\u00fcglich des andauernden Lehrermangels geben. Trotz steigender Eintrittszahlen in die P\u00e4dagogischen Hochschulen werde es nicht gelingen, die Zunahme der Sch\u00fclerzahlen in der Volksschule durch mehr Lehrpersonen ausreichend abzudecken.<\/p>\n<p>Leider weist Rhyn mit keinem Wort darauf hin, dass die Absenz der M\u00e4nner in der Primarschule sehr viel zum allm\u00e4hlich chronisch werdenden Lehrermangel beitr\u00e4gt. Wenn heute deutlich weniger als zwanzig Prozent der Lehrpersonen auf der Mittelstufe M\u00e4nner sind, kann man davon ausgehen, dass das p\u00e4dagogische Potenzial der M\u00e4nner bei weitem nicht ausgesch\u00f6pft wird. Die Bildungspolitik macht wie oft in heiklen F\u00e4llen einen Bogen um dieses Thema. Kaum jemand will sich die Finger bei einer Frage verbrennen, die ziemlich quer zum Zeitgeist steht. Wir wagen es trotzdem und versuchen im anschliessenden Kommentar die Gr\u00fcnde f\u00fcr das Fernbleiben der M\u00e4nner in der Primarschule aufzudecken.<\/p>\n<h4>Zu grosser Einfluss der Bildungsverwaltungen auf das Schulgeschehen<\/h4>\n<p>Ganz sch\u00f6n mutig zeigt sich die Stadtz\u00fcrcher Schulleiterin und FDP-Gemeinder\u00e4tin Yasmine Bourgeois. Sie stellt die These auf, dass in der Volksschule das Volk immer weniger zu sagen hat und die Verwaltungen einen zu grossen Einfluss auf das Schulgeschehen nehmen. Sie zeigt an konkreten Beispielen auf, wie gross der Druck f\u00fcr Lehrerinnen und Lehrer geworden ist, auch p\u00e4dagogisch h\u00f6chst fragw\u00fcrdigen Empfehlungen zu folgen. Wer Weisungen wie das konsequente Verwenden von Gendersternchen im Schulbereich missachtet, riskiert zurechtgewiesen oder gar ausgegrenzt zu werden.<\/p>\n<p>Die Autorin kritisiert die Absicht des Stadtrats, die Stundenpl\u00e4ne des Tagesschulmodells so festzulegen, dass das alternative Mittagessen im Familienkreis zur Ausnahme wird. Die politische Situation in der Stadt erlaubt es den Bildungsverantwortlichen, eine ganze Reihe umstrittener Schulreformen voranzutreiben, ohne sich gross Rechenschaft \u00fcber den l\u00e4ngerfristigen Erfolg der kostspieligen Massnahmen geben zu m\u00fcssen. Zu Recht wehrt sich die Gemeinder\u00e4tin gegen das \u00dcberhandnehmen von ideologischen Konzepten in der Volksschule und den Mangel an gesunder p\u00e4dagogischer Vernunft.<\/p>\n<h4>Erhellende Einblicke in die Heilp\u00e4dagogik und in didaktische Grundfragen<\/h4>\n<p>Den Abschluss unseres Newsletters bilden eine Buchempfehlung und zwei herausfordernde Beitr\u00e4ge \u00fcber didaktische Konzepte. Urs Kalberer ist begeistert vom spannenden Buch mit dem Titel \u201eHeilp\u00e4dagogik im Dialog\u201c von Eliane Perret und Riccardo Bonffranchi. Die beiden erfahrenen Lehrerpers\u00f6nlichkeiten haben es auf erfrischende Art verstanden, die Menschlichkeit ins Zentrum der Sonderp\u00e4dagogik zu stellen und \u00fcberzeugende L\u00f6sungen zu entwickeln.<\/p>\n<p>Wer sich gern in schwierige didaktische Themen vertiefen m\u00f6chte, wird bei den beiden letzten Beitr\u00e4gen voll auf die Rechnung kommen. Peter Aebersold setzt sich mit dem kindlichen Spracherwerb und dem Prozess des Lesenlernens intensiv auseinander, w\u00e4hrend bei Christine St\u00e4helins Text kritische Gedanken zum unausgegorenen Kompetenzenmodell des neuen Lehrplans f\u00fcr die Gymnasien zu finden sind.<\/p>\n<p>Wir w\u00fcnschen Ihnen beim Lesen der spannenden Lekt\u00fcre viel Vergn\u00fcgen.<\/p>\n<p>Redaktion Starke Volksschule Z\u00fcrich<\/p>\n<p><em>Hanspeter Amstutz<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Inhalt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Inhalt-1024x989.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-894\" width=\"620\" height=\"599\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Inhalt-1024x989.png 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Inhalt-300x290.png 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Inhalt-768x742.png 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Inhalt-1536x1484.png 1536w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Inhalt-960x927.png 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Inhalt.png 2023w\" sizes=\"auto, (max-width: 620px) 100vw, 620px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Newsletter-210829.pdf\">Newsletter vom 29.8.2021<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/Newsletter-210829.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interviews zur Schulentwicklung lassen aufhorchen Zum Schulstart sind die Zeitungen wieder voll mit Beitr\u00e4gen rund ums Schulgeschehen.\u00a0 Auffallend ist die beachtliche Zahl an Interviews mit bekannten Pers\u00f6nlichkeiten in den grossen Printmedien. 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