{"id":860,"date":"2021-06-05T08:29:30","date_gmt":"2021-06-05T06:29:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=860"},"modified":"2021-06-05T08:29:32","modified_gmt":"2021-06-05T06:29:32","slug":"newsletter-vom-6-6-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=860","title":{"rendered":"Newsletter vom 6. 6. 2021"},"content":{"rendered":"\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Newsletter-210606.pdf\">Newsletter vom 6.6.2021<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Newsletter-210606.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2>Eine Schule f\u00fcr die Sch\u00fcler, nicht f\u00fcr Bildungsunternehmen wie Ectaveo!<\/h2>\n<p>Dass die geplante KV-Reform den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, aber auch der Schweizer Wirtschaft grosse Nachteile br\u00e4chte, dar\u00fcber sind sich immer mehr P\u00e4dagogen sowie Unternehmer- und Lehrerverb\u00e4nde einig. Kein vern\u00fcnftiger Mensch, kein Kenner der Berufsbildung kann wollen, dass die gute und bew\u00e4hrte KV-Lehre abgewirtschaftet wird. Kernf\u00e4cher wie Deutsch oder \u00abWirtschaft und Gesellschaft\u00bb (Finanz- und Rechnungswesen, Rechts- und Volkswirtschaftslehre) in einzelne H\u00e4ppchen aufzul\u00f6sen und die Landessprache Franz\u00f6sisch abzuschaffen, zudem die Lerninhalte durch sogenannte Handlungskompetenzen zu ersetzen, die sich die Jugendlichen selbst beibringen sollen \u2013 wer kann denn unserer Jugend so etwas zumuten?<!--more--><\/p>\n<p>Zur Einordnung der missratenen Reform aus p\u00e4dagogischer und menschlicher Sicht \u00fcberlassen wir zuerst Carl Bossard das Wort. Aus der Bildung der Person solle das \u00abunternehmerische Selbst\u00bb werden, so beschreibt der erfahrene P\u00e4dagoge das absurde Konstrukt. Was die jungen Leute von uns Erwachsenen in Wirklichkeit brauchen, sei unser Lehren und eine konsequente p\u00e4dagogische F\u00fchrung: \u00abWirkung gehe eben nie allein von Strukturen, sondern im Wesentlichen von Menschen aus.\u00bb<\/p>\n<h4>Wachsender Widerstand<\/h4>\n<p>\u00abHandlungskompetenzen zu unterrichten, ohne vorg\u00e4ngig Grundlagen zu vermitteln, ist wie ein Dach zu bauen, ohne Mauern zu erstellen\u00bb. Mit dieser Formulierung erfasst der \u00abZ\u00fcrcher Verband der Lehrkr\u00e4fte in der Berufsbildung\u00bb den Kern der grunds\u00e4tzlichen Kritik am p\u00e4dagogisch nicht vertretbaren Umbau des KV (\u00abStreit um die KV-Reform spitzt sich zu\u00bb). Auch wird immer energischer dagegen protestiert, dass ausgerechnet bei der beliebtesten Schweizer Berufslehre das Prinzip der dualen Berufsbildung als K\u00f6nigsweg einer durchl\u00e4ssigen Bildung verlassen werden soll. Denn mit der Ausd\u00fcnnung der obligatorischen Lerninhalte in der Grundbildung w\u00e4re der heute h\u00e4ufig genutzte Anschluss an die lernintensive KV-Lehre mit Berufsmaturit\u00e4t gef\u00e4hrdet (\u00abKV darf nicht zur Sackgasse werden\u00bb).<\/p>\n<p>Eigentlich wissen wir um die Untauglichkeit des sogenannt kompetenzorientierten \u00abselbstorganisierten Lernens\u00bb (SOL) schon seit unserem jahrelangen Kampf gegen den Lehrplan 21, dessen sch\u00e4dliche Folgen immer mehr Kinder zu sp\u00fcren bekommen. Und diesen Irrweg soll nun auch die KV-Lehre beschreiten? \u00c4hnlich wie beim Lehrplan 21 stellen auch hier die Verantwortlichen auf stur: Ein Neustart der Reform stehe nicht zur Diskussion, so die v\u00f6llig inad\u00e4quate Antwort des \u00abStaatssekretariat f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation (SBFI)\u00bb an die vielen besorgten Kritiker.<\/p>\n<h4>Cui bono? Wem bringt die KV-Reform etwas?<\/h4>\n<p>Diese Frage wird in einem Kommentar von Andreas Venakis zu Carl Bossards Artikel beantwortet. Der Bund hat n\u00e4mlich statt eines zwingend notwendigen p\u00e4dagogischen Gremiums das Bildungsberatungs-Unternehmen <em>Ectaveo,<\/em> \u00abdas Lehrmittel, Weiterbildungs-Kurse f\u00fcr Lehrerinnen und Lehrer sowie eine webbasierte Lernplattform anbietet\u00bb, mit der Reform beauftragt. Die \u00c4hnlichkeiten des Vokabulars der Ectaveo-Webseite mit dem Entwurf des KV-Lehrplans seien be\u00e4ngstigend, so Venakis. Zudem stellt der Z\u00fcrcher Berufsschullehrerverband fest, dass bekannt gewordene personelle Verkn\u00fcpfungen zwischen der Auftraggeberin und der beauftragten Firma die Reform \u00abin Schieflage\u00bb bringen.<\/p>\n<p>Nur damit es nicht vergessen geht: Ectaveo und andere Bildungs-Unternehmen sind \u2013 neben den Verwaltungsblasen in den Bildungsabteilungen des Bundes und der Kantone \u2013 die eigentlichen Nutzniesser der KV-Reform ebenso wie des Umpfl\u00fcgens der Volksschule.<\/p>\n<p>Jetzt ist Gelegenheit, diesem Skandal wenigstens in Bezug auf das KV ein Ende zu setzen: Lassen wir nicht zu, dass die gut aufgestellte KV-Lehre kaputtgemacht wird!<\/p>\n<h4>Dauer-Baustellen auch in der Schweizer Volksschule \u2013 alle mit derselben Wurzel<\/h4>\n<p>Kurze Zusammenfassung der Misere: Den Z\u00fcrcher Lehrerinnen und Lehrern sollen laut der Bildungsdirektion h\u00f6here Pensen aufgebrummt werden \u2013 warum? Weil immer mehr Lehrkr\u00e4fte aussteigen oder auf kleinere Pensen umsteigen \u2013 warum? Weil die Aufgaben der Klassenlehrerinnen in der Volksschule kaum mehr zu bew\u00e4ltigen sind: \u00abDie administrativen Umtriebe werden immer gr\u00f6sser, die Klassen durch die \u00fcbertriebene Integration von F\u00f6rdersch\u00fclern immer heterogener und die Absprachen zwischen den beteiligten Lehrkr\u00e4ften immer zeitaufwendiger\u00bb, erkl\u00e4rt Hans-Peter K\u00f6hli in seinem Leserbrief. Deshalb, so der Z\u00fcrcher Lehrerverbandspr\u00e4sident Christian Hugi, reduzieren viele Lehrer ihr Pensum, \u00abum sich vor \u00dcberlastung zu sch\u00fctzen\u00bb. Und deshalb sollen die verbleibenden Lehrerinnen noch mehr arbeiten, so dass in der Folge noch mehr von ihnen aussteigen? Da beisst sich die Katze in den Schwanz\u2026 Dann doch lieber wieder Kleinklassen einf\u00fchren \u2013 danke f\u00fcr deine Hartn\u00e4ckigkeit, Hans-Peter!<\/p>\n<p>Und weil die Lehrkr\u00e4fte ihre Herkules-Aufgabe kaum mehr bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen, m\u00fcssen die Eltern in den Ring steigen: Sie sollen das Lernen ihrer Kinder begleiten, deren Hausaufgaben kontrollieren, ihnen bei der Erstellung von Referaten und Power-Point-Pr\u00e4sentationen oder bei der Vorbereitung auf Pr\u00fcfungen helfen. So beschreibt Margrit Stamm die unbefriedigende Situation in ihrem Kommentar \u00ab\u00dcberleister und Langsamlerner\u00bb. Sie ortet das Problem in der \u00abauf Erfolg getrimmten Konkurrenzgesellschaft\u00bb.<\/p>\n<p>Sicher stimmt das in manchen F\u00e4llen. Aber ehrlich gesagt: Wenn ich heutzutage Kinder h\u00e4tte, die in Inklusionsklassen selbstorganisiert ihr Lernen auf die Reihe kriegen sollen, weil die Lehrerin nur noch coachen statt unterrichten darf und weil sie tats\u00e4chlich auch zu viel um die Ohren hat, um jedem Kind gerecht zu werden \u2013 dann w\u00fcrde ich meinen Kindern auch beispringen wollen. Und weil ich gl\u00fccklicherweise nicht fremdsprachig oder \u00abbildungsfern\u00bb bin, w\u00e4re ich dazu auch imstande. Ungerecht, aber real. Wenn ich dies nicht t\u00e4te, k\u00f6nnte es so enden, wie Rainer Werner aus deutschen \u00abPreistr\u00e4ger\u00bb-Schulen berichtet: Da wird viel \u00abKreativit\u00e4t\u00bb verspr\u00fcht, aber nicht \u00fcberpr\u00fcft, ob die Schulabg\u00e4nger einiges von dem gelernt haben, was sie brauchen, um ihre Zukunft zu bew\u00e4ltigen.<\/p>\n<p>Eine verr\u00fcckte Welt \u2013 wo es doch gar nicht so schwierig w\u00e4re, den Kindern etwas Sinnvolles beizubringen. Die Leute in den Bildungsverwaltungen und Lehrerausbildungsst\u00e4tten m\u00fcssten nur kapieren, was es braucht, damit die Kinder in der Schule etwas lernen. Damit zur\u00fcck zum Anfang: zu Carl Bossards Aufruf, die \u00abp\u00e4dagogische Substanz der Probleme zu erfassen\u00bb.<\/p>\n<p>Die Redaktion w\u00fcnscht viel Anregung bei der Lekt\u00fcre.<\/p>\n<p><em>Marianne W\u00fcthrich<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Inhalt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Inhalt-1024x716.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-862\" width=\"637\" height=\"445\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Inhalt-1024x716.png 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Inhalt-300x210.png 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Inhalt-768x537.png 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Inhalt-1536x1074.png 1536w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Inhalt-960x671.png 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Inhalt.png 1860w\" sizes=\"auto, (max-width: 637px) 100vw, 637px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Newsletter-210606.pdf\">Newsletter vom 6.6.2021<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/Newsletter-210606.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Schule f\u00fcr die Sch\u00fcler, nicht f\u00fcr Bildungsunternehmen wie Ectaveo! 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