{"id":852,"date":"2021-05-22T17:14:15","date_gmt":"2021-05-22T15:14:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=852"},"modified":"2021-05-23T17:26:35","modified_gmt":"2021-05-23T15:26:35","slug":"newsletter-vom-23-5-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=852","title":{"rendered":"Newsletter vom 23. 5. 2021"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Newsletter-210523.pdf\">Newsletter vom 23.5.2021<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Newsletter-210523.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2>Textverst\u00e4ndnis als zentraler Zugang zum Leben<\/h2>\n<p>Bei der Lesekompetenz unserer Schulabg\u00e4nger sieht es nicht rosig aus. Ein Viertel von ihnen ist offensichtlich nicht imstande, den Inhalt einfacher Texte zu verstehen. Die verbreitete Leseschw\u00e4che hat dazu gef\u00fchrt, dass Journalisten sich bem\u00fchen, mit Vereinfachungen und kurzen S\u00e4tzen komplexe Sachverhalte darzustellen. Das ist durchaus ein guter Ansatz, der aber nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen kann, dass etwas grunds\u00e4tzlich nicht stimmt.<!--more--><\/p>\n<p>In ihrem aufschlussreichen Beitrag in der NZZ weist Birgit Schmid darauf hin, dass mit der Vereinfachung der Sprache die Ausdrucksm\u00f6glichkeiten stark eingeschr\u00e4nkt werden. Das l\u00f6bliche Ziel, Texte verst\u00e4ndlich zu schreiben, bedeute nicht, dass man die Sprache banalisiere und auf einen pr\u00e4zisen Wortschatz verzichte.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Die Ursachen f\u00fcr das schwache Leseverst\u00e4ndnis vieler Jugendlicher sind zweifellos vielf\u00e4ltig und liegen teils auch ausserhalb des Einflussbereichs der Schule. Doch es ist nicht zu \u00fcbersehen, dass trendige didaktische Konzepte wie selbstorganisiertes Lernen oder der Verzicht auf systematisches Sprachtraining vor allem schw\u00e4chere Sch\u00fcler erheblich verunsichern. Dazu f\u00fchrt die massive Ausweitung der Kompetenzziele zu mehr Oberfl\u00e4chlichkeit bei den Lernprozessen.<\/p>\n<p>Wie Carl Bossard in seinem feinsinnigen Beitrag \u00fcber verstehendes Lernen schreibt, muss im Unterricht mehr Zeit f\u00fcr das Erkennen wesentlicher Zusammenh\u00e4nge einger\u00e4umt werden. Dabei spielt es im Rahmen des verbindlichen Lehrplanauftrags keine Rolle, wo ein Lehrer besondere Akzente setzen m\u00f6chte, um mit seiner Klasse auf schulische Entdeckungsreisen zu gehen. Da hat auch das r\u00f6mische Zahlensystem durchaus Platz, wenn es in den Kontext einer Kulturvermittlung passt.<\/p>\n<h4>T\u00e4gliches \u00dcben und das Kl\u00e4ren von Sachverhalten sind unerl\u00e4sslich<\/h4>\n<p>Carl Bossard erinnert daran, dass beharrliches \u00dcben und Festigen Teil eines erfolgreichen Lernprozesses sind.\u00a0 Anstrengendes Trainieren kann mit einer Tour auf einen Berggipfel verglichen werden. Das Grundgef\u00fchl auf dem Berggipfel beim Blick in die Weite und hinab auf den Wanderweg ist ein ganz anderes als nach einer bequemen Fahrt mit der Seilbahn.<\/p>\n<p>Die Lehrplangestalter wissen durchaus um die positive Bedeutung des Leistungsgedankens. Doch sie versuchen diesen in erster Linie \u00fcber ein Steuerungssystem mit Standards und Tests und weniger \u00fcber die freie Gestaltungskraft der Lehrerinnen und Lehrer zu f\u00f6rdern. Doch genau dieses Vertrauen ist n\u00f6tig, damit Lehrpersonen t\u00e4glich in ausgew\u00e4hlten Themenbereichen gr\u00fcndlich das Feld beackern und die Saat des Nachdenkens ausstreuen.<\/p>\n<p>Vertieftes Lernen ist Voraussetzung f\u00fcr die Ausweitung des Grundwortschatzes zur Verbesserung des Leseverst\u00e4ndnisses. Lehrpersonen, die bei einem Realienthema Begeisterung wecken, Emotionales mit einbeziehen und Dinge kl\u00e4ren, k\u00f6nnen aus Worten anschauliche Begriffe formen. Diese Schl\u00fcsselw\u00f6rter sind es, welche weit mehr Wirkung f\u00fcr das Verstehen eines Textes erzielen als die viel gepriesenen Lesestrategien. Mit jedem Thema, das in einer spannenden Lektion die Herzen und K\u00f6pfe der Jugendlichen erreicht, wird Interesse f\u00fcr ein St\u00fcck Welt und dessen sprachliche Gestalt geweckt.<\/p>\n<h4>Die falsch aufgegleiste KV-Reform l\u00f6st heftige Reaktionen aus<\/h4>\n<p>Erfreulich ist, dass der Wert des vertieften Lernens wieder vermehrt erkannt wird.<\/p>\n<p>So protestiert der Schweizerische Bankierverband energisch gegen die auch von uns im letzten Newsletter angeprangerte Reform der KV-Ausbildung. Ganz schlecht goutiert wird der Abbau an Grundlagenwissen im Deutsch und im Bereich von Wirtschaft und Recht. Offensichtlich haben die Banken erkannt, dass das oberfl\u00e4chliche Ein\u00fcben von sprachlichen Rollen einen systematischen Sprachaufbau noch lange nicht ersetzen kann.<\/p>\n<p>Schade ist nur, dass von der Bankenseite nur die KV-Reform kritisiert wird und parallele Fehlentwicklungen in der Volksschule offenbar kaum beunruhigen. Der heftige Protest der Banken k\u00f6nnte aber durchaus ein Signal f\u00fcr eine kritischere Haltung gegen\u00fcber unausgegorenen Schulreformen sein. In unserem Newsletter finden Sie mehrere Beitr\u00e4ge, welche sich sehr kritisch mit der geplanten Reform auseinandersetzen.<\/p>\n<h4>Widerstand gegen Salamitaktik bei den Stadtz\u00fcrcher Tagesschulen<\/h4>\n<p>Vor einem Monat haben wir \u00fcber das geplante fl\u00e4chendeckende Z\u00fcrcher Tagesschulmodell berichtet und einen Aufruf zugunsten einer l\u00e4ngeren Mittagspause f\u00fcr die Kinder unterst\u00fctzt. Wie die neuste Entwicklung zeigt, werden Abmeldungen f\u00fcr Kinder, die \u00fcber Mittag im Kreis der Familie essen m\u00f6chten, immer komplizierter. Gezielt wird ein sanfter Druck aufgebaut, um m\u00f6glichst alle Kinder an die schulinternen Mittagstische holen zu k\u00f6nnen. Zudem sollen die Tagesschulen mit zus\u00e4tzlichen Betreuungsangeboten so weit ausgebaut werden, dass alle Kinder den ganzen Tag in der Obhut der Schule bleiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Leider verfolgen gewisse Kreise mit dem erweiterten Tagesschulmodell offenbar extreme gesellschaftspolitische Ziele. Wer als Politiker sich absch\u00e4tzig \u00fcber das gemeinsame Essen im Kreis der Familie \u00e4ussert und die Anliegen einer Minderheit arrogant \u00fcbergeht, muss sich \u00fcber einen starken Widerstand nicht wundern. Diese Salamitaktik der fortschreitenden Ausweitung der Betreuung weit \u00fcber den Schulbetrieb hinaus kommt im Beitrag von Lena Schenkel nicht gut weg.<\/p>\n<h4>Fundierte Beitr\u00e4ge zur Bedeutung der Rolle der Erzieherinnen und Erzieher<\/h4>\n<p>Wenn Sie gerne Erziehungsfragen mit philosophischen Gedanken verbinden, kommen Sie im Beitrag von Peter Aebersold \u00fcber eine Streitschrift der Genfer Philosphin Jeanne Hersch \u00fcber die antiautorit\u00e4re Erziehung aus dem Jahr 1982 voll auf Ihre Rechnung. Die mutige Philosophin nimmt darin Stellung gegen die p\u00e4dagogisch nicht haltbare Vorstellung einer Gleichheit zwischen Lehrpersonen und Sch\u00fclern. Weniger k\u00e4mpferisch, aber durchaus passend zu dieser Streitschrift ist Margrit Stamms Analyse \u00fcber die Bedeutung alter Tugenden f\u00fcr den Schulerfolg. Die Autorin hebt den positiven erzieherischen Einfluss der Eltern f\u00fcr eine gesunde Entwicklung der Kinder hervor. Das ist zwar nicht neu, aber es tut gut, dieses Bekenntnis einer anerkannten Wissenschafterin so deutlich zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>G\u00f6nnen Sie sich Zeit f\u00fcr die spannende Lekt\u00fcre und bilden Sie sich ihr Urteil.<\/p>\n<p>Redaktion Starke Volksschule Z\u00fcrich<\/p>\n<p><em>Hanspeter Amstutz<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Inhalt-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"794\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Inhalt-1-1024x794.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-854\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Inhalt-1-1024x794.png 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Inhalt-1-300x233.png 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Inhalt-1-768x596.png 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Inhalt-1-1536x1191.png 1536w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Inhalt-1-960x744.png 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Inhalt-1.png 1728w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Newsletter-210523.pdf\">Newsletter vom 23.5.2021<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Newsletter-210523.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Textverst\u00e4ndnis als zentraler Zugang zum Leben Bei der Lesekompetenz unserer Schulabg\u00e4nger sieht es nicht rosig aus. 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