{"id":827,"date":"2021-03-27T16:50:26","date_gmt":"2021-03-27T15:50:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=827"},"modified":"2021-03-27T16:50:57","modified_gmt":"2021-03-27T15:50:57","slug":"newsletter-vom-28-3-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=827","title":{"rendered":"Newsletter vom 28. 3. 2021"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Newsletter-210328.pdf\">Newsletter vom 28.3.2021<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Newsletter-210328.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2>Die Kunst des F\u00f6rderns ist mehr als nur p\u00e4dagogisches Begleiten<\/h2>\n<p>Was zeichnet Lehrerinnen und Lehrer aus, die eine nachhaltige p\u00e4dagogische Wirkung erzielen? Darauf gibt es sicher unterschiedliche Antworten. Unbestritten jedoch ist, dass P\u00e4dagogen mit Tiefenwirkung in der Kunst des F\u00f6rderns ihrer Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auf der H\u00f6he ihrer Aufgabe sind. Wir alle kennen Lehrerinnen und Lehrer, die in einer positiven Erwartungshaltung vor ihrer Klasse stehen und mit Begeisterung ein Thema vermitteln. Sie strahlen Freude aus und vermitteln mit ihren klaren inhaltlichen Vorstellungen ein Bild p\u00e4dagogischer Festigkeit, das Vertrauen schafft. Ihre Grundhaltung regt die Sch\u00fcler zum Miterleben und Mitdenken an.<!--more--><\/p>\n<p>Diese p\u00e4dagogische Ausstrahlung ist der wichtige Auftakt f\u00fcr einen erfolgreichen Lernprozess. Die p\u00e4dagogische Kunst des F\u00f6rderns setzt dann ein, wenn die Phase des dialogischen Lernens beginnt. Im Klassenunterricht spielt dabei das intuitive Beobachten der Sch\u00fcler, das richtige Aufnehmen und Weiterentwickeln von Sch\u00fclerantworten und eine gezielte Ermutigung durch ein berechtigtes Vertrauen ins Leistungsverm\u00f6gen der Lernenden eine zentrale Rolle. Wo dieser Lernprozess gelingt, findet sich auch das richtige Mass an aufbauendem Lob und befl\u00fcgelndem Optimismus.<\/p>\n<h4>Korrigierte und kommentierte Aufs\u00e4tze zur Deutschf\u00f6rderung<\/h4>\n<p>Besonders ausgepr\u00e4gt ist dieser f\u00f6rdernde Dialog in Bereichen, wo prim\u00e4r ein dualer Prozess zwischen Lehrperson und Lernendem stattfindet. In unserem spannenden Schwerpunktbeitrag untersucht Carl Bossard in einer differenzierten Analyse die Bedeutung der R\u00fcckkoppelungen in dualen Lernbeziehungen. Der Autor geht vom Beispiel des Aufsatzunterrichts aus und zeigt, wie Jugendliche durch sorgf\u00e4ltig korrigierte und aufbauend kommentierte Sch\u00fclertexte den Weg zu einer pr\u00e4zisen Sprache finden k\u00f6nnen. Nicht billiges Lob, sondern Aufforderungen zum Neuformulieren unklarer Stellen und zur \u00dcberarbeitung stilistischer Holprigkeiten zeichnen diese direkte Art der Deutschf\u00f6rderung aus.<\/p>\n<p>Von der Lehrperson verlangt dieser Dialog neben dem zeitlichen Aufwand einiges an Empathie, denn es braucht eine gewisse Vertrautheit mit der Gedankenwelt von Jugendlichen. Immer wieder sind dabei auch Gespr\u00e4che n\u00f6tig, um eine Kontinuit\u00e4t in den Lernbeziehungen zu erreichen.<\/p>\n<h4>Die Quantit\u00e4t der Arbeiten ist kein Gradmesser f\u00fcr seri\u00f6se Lehrerbildung<\/h4>\n<p>Unweigerlich stellt sich bei diesen \u00dcberlegungen die Frage nach dem Lehrerbild. Sind wir wirklich auf dem richtigen Weg, wenn grundlegendes Lernen durch digitale Programme und engagierte Vollblut-Lehrerinnen durch p\u00e4dagogische Begleiterinnen ersetzt werden sollen? Diese Frage richtet sich in erster Linie an die P\u00e4dagogischen Hochschulen, wo die Weichen f\u00fcr die k\u00fcnftige Schulentwicklung gestellt werden. Leider bestehen erhebliche Zweifel, ob die Zeit in der Ausbildung f\u00fcr eine solide Fachdidaktik mit dem n\u00f6tigen Training in der Schulpraxis richtig gen\u00fctzt wird. Allzu oft kommt es vor, dass Studierende ihre wissenschaftlichen Abhandlungen ohne ausf\u00fchrlichen Kommentar oder abschliessendes Gespr\u00e4ch mit ihrem Dozenten zur\u00fcckerhalten. Diese sind gehalten, m\u00f6glichst viele Arbeiten schreiben zu lassen und haben kaum noch Zeit, sich ausf\u00fchrlich den eingereichten Texten zu widmen. Das zentrale Element der dialogischen F\u00f6rderung kommt so str\u00e4flich unter die R\u00e4der.<\/p>\n<h4>Die Bubenf\u00f6rderung bleibt eine offene Frage<\/h4>\n<p>Einen etwas anderen Akzent betreffend F\u00f6rdern setzen wir mit dem zweiten Beitrag von Christof Gertsch \u00fcber die oft diskutierte Benachteiligung der Buben in unseren Schulen. Der Autor sieht die Lage nicht allzu dramatisch, vielmehr glaubt er, dass die soziale Herkunft f\u00fcr den Schulerfolg weit wichtiger ist als das Geschlecht. Dies trifft sicher zu, doch damit ist die Frage, warum sich denn so viele Buben in der Primarschule weit auff\u00e4lliger verhalten als die meist disziplinierteren M\u00e4dchen noch nicht gekl\u00e4rt. Im interessanten Beitrag vermisse ich leider den Hinweis, dass Bubenf\u00f6rderung viel mit direkter F\u00fchrung und herausfordernden Bildungsinhalten zu tun hat. Wer m\u00e4ssig schulinteressierte Buben in digitalen Wochenprogrammen besch\u00e4ftigt, muss sich nicht wundern, wenn sie ihr Wochenziel nicht erreichen. Buben packt man auch nicht, indem man den Bau des Eiffelturms auf Franz\u00f6sisch erkl\u00e4rt. Das sind weltfremde didaktische Vorstellungen, die jede Empathie f\u00fcr die Welt der Buben vermissen lassen.<\/p>\n<h4>Vermittlung von grundlegendem Wissen ist F\u00f6rderung der Lebenst\u00fcchtigkeit<\/h4>\n<p>Um das F\u00f6rdern auf einer andern Stufe geht es im Beitrag von Beat Gr\u00e4ub \u00fcber die Revision des neuen Lehrplans f\u00fcr die KV-Berufslehre. Da wehrt sich der Autor zu Recht gegen den vorgesehenen inhaltlichen Abbau in F\u00e4chern wie Deutsch und Volkswirtschaftslehre. Jugendlichen soll weiterhin ein breites kaufm\u00e4nnisches Fundament mit einem nutzbringenden Orientierungswissen vermittelt werden. Wenn schwammige Vorstellungen von universell anwendbaren Handlungskompetenzen klare inhaltliche Bildungsziele verdr\u00e4ngen, f\u00f6rdert man die Lebenst\u00fcchtigkeit junger Menschen \u00fcberhaupt nicht. Auch da ist der Vorwurf am Platz, dass wertvolle Ausbildungszeit f\u00fcr fragw\u00fcrdige Bildungsvorstellungen verloren geht. Es ist h\u00f6chste Zeit, dass die begr\u00fcndete Kritik engagierter KV-Lehrpersonen gegen\u00fcber praxisfernen Entwicklungen ernst genommen wird.<\/p>\n<h4>Informatives und Herausforderndes zum Abschluss<\/h4>\n<p>Zwischen den herausfordernden Texten haben wir einige informative Beitr\u00e4ge \u00fcber Aktuelles und Vergangenes aus der Bildungspolitik sowie zum Geschehen rund um die Coronakrise aufgenommen. Dazu geh\u00f6ren unter anderem \u00dcberlegungen zur Verbesserung des Fernunterrichts und der Dauerbrenner einer gerechteren Notengebung.<\/p>\n<p>Das Schlussbouquet wiederum hat es in sich. Peter Aebersold w\u00fcrdigt das Lebenswerk des Ehepaars Grossmann, welches die Bedeutung fr\u00fchkindlicher Bindungen an die Eltern und an andere wichtige Bezugspersonen f\u00fcr die erfolgreiche Bew\u00e4ltigung sp\u00e4terer Aufgaben unterstreicht. Im dreiteiligen letzten Beitrag von Volker Ladenthin geht es um unerf\u00fcllbare Erwartungen an die hochgelobte Kompetenzenlehre des neuen Lehrplans. Viele von Ihnen werden sich nach der Lekt\u00fcre der differenzierten Kritik best\u00e4rkt f\u00fchlen, dass ein in Teilkompetenzen aufgesplittertes Kompetenzenmodell kaum als praktische Orientierungshilfe taugt.<\/p>\n<p>Literarischer Glanzpunkt des Bouquets ist sicher der geschichtliche R\u00fcckblick von Carl Bossard \u00fcber die Bedeutung grossz\u00fcgiger Schulhausbauten gegen Ende des 19. Jahrhunderts f\u00fcr die Kultur ganzer Regionen.<\/p>\n<p>W\u00e4hlen Sie aus dem reichhaltigen Menu aus und geniessen Sie die Lekt\u00fcre!<\/p>\n<p><em>Redaktion Starke Volksschule Z\u00fcrich<\/em><\/p>\n<p><em>Hanspeter Amstutz<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Inhalt-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Inhalt-1-1024x878.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-829\" width=\"758\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Inhalt-1-1024x878.png 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Inhalt-1-300x257.png 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Inhalt-1-768x659.png 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Inhalt-1-1536x1317.png 1536w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Inhalt-1-960x823.png 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Inhalt-1.png 1832w\" sizes=\"auto, (max-width: 758px) 100vw, 758px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Newsletter-210328.pdf\">Newsletter vom 28.3.2021<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/03\/Newsletter-210328.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Kunst des F\u00f6rderns ist mehr als nur p\u00e4dagogisches Begleiten<\/p>\n<p>Was zeichnet Lehrerinnen und Lehrer aus, die eine nachhaltige p\u00e4dagogische Wirkung erzielen? 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