{"id":686,"date":"2020-07-04T17:08:17","date_gmt":"2020-07-04T15:08:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=686"},"modified":"2020-07-04T17:09:33","modified_gmt":"2020-07-04T15:09:33","slug":"newsletter-vom-5-7-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=686","title":{"rendered":"Newsletter vom 5.7.2020"},"content":{"rendered":"\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Newsletter-200705.pdf\">Newsletter vom 5.7.2020<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Newsletter-200705.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2>Lebendiger Klassenunterricht als Ansporn zum motivierten Lernen<\/h2>\n<p>Wenn eine Sch\u00fclerin nach einer eher verkorksten Primarschulzeit in der Oberstufe aufbl\u00fcht und einen erfolgreichen schulischen Weg einschl\u00e4gt, ist das wirklich Grund zur Freude. Die Sonntagszeitung hat die ungew\u00f6hnliche Schullaufbahn einer Sch\u00fclerin von der Sek B bis ins Gymnasium festgehalten. <!--more-->Dabei zeigte sich, dass die Sekundarlehrerin eine entscheidende Rolle f\u00fcr die Entfaltung des Potenzials der Sch\u00fclerin spielte. Die Lehrerin f\u00f6rderte das aufgeweckte M\u00e4dchen optimal und verstand es, offenbar in der ganzen Klasse eine Aufbruchsstimmung zu schaffen. Zwar sind \u00dcbertritte von der Sek B ins Gymnasium \u00e4usserst selten, da bei \u201eSp\u00e4tz\u00fcndern\u201c mit hohem Lernpotenzial bereits w\u00e4hrend der Sekundarschulzeit eine Aufstufung in die Sek A erfolgt. Es bleibt aber die erfreuliche Tatsache, dass Jugendliche aus gut gef\u00fchrten Sek B-Klassen oft bemerkenswerte schulische und berufliche Laufbahnen einschlagen.<\/p>\n<p>Im gegenw\u00e4rtigen Hype der schulischen Digitalisierung scheint in vielen Kreisen die Rolle der Lehrpersonen zu verblassen. Nicht die Kunst des motivierenden und kompetenten Unterrichtens steht im Vordergrund, sondern die neuen M\u00f6glichkeiten digitaler Lernprogramme. Wer jedoch das oft labile Lernverhalten j\u00fcngerer Teenager kennt, weiss wie zentral ein starkes Beziehungsband zwischen Lehrerin und Sch\u00fclerin ist. Dieses schliesst digitale Techniken sicher nicht aus, pr\u00e4gend jedoch bleibt die motivierende Ausstrahlung einer Lehrerpers\u00f6nlichkeit im lebendigen Klassenunterricht und im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<h4>Trendige Didaktik futiert sich um Erkenntnisse der Hirnforschung<\/h4>\n<p>Gleich in vier unserer Beitr\u00e4ge wird mit den teils falschen Annahmen der radikalen Digitalisierungsbef\u00fcrworter aufger\u00e4umt. Carl Bossard greift in seinen erhellenden Kommentaren Forschungsergebnisse des renommierten Neurologen Lutz J\u00e4ncke auf. Dieser \u00fcbt scharfe Kritik an der von neuen p\u00e4dagogischen Str\u00f6mungen propagierten Methode des selbst\u00e4ndigen Lernens bei Pubertierenden. Carl Bossard erinnert daran, dass Lernautonomie schrittweise aufgebaut werden muss und der Gehirnentwicklung nicht vorauseilend verlangt werden kann. Kinder und Jugendliche brauchen f\u00fcr eine gesunde schulische Entwicklung gezielte Anregungen und freundliche F\u00fchrung von einem lebendigen Gegen\u00fcber. Moderne Lernprogramme k\u00f6nnen zwar den Wissensstand eines Sch\u00fclers nach einiger Zeit erfassen und individualisierte Aufgabenstellungen schaffen. Doch Computer verf\u00fcgen \u00fcber keine empathischen F\u00e4higkeiten und sehen das p\u00e4dagogische Ganze \u00fcberhaupt nicht.<\/p>\n<p>Eigentlich sind die genannten Forschungsergebnisse und Erfahrungstatsachen schon l\u00e4nger bekannt. Doch viele digitale Reformer scheinen davon wenig beeindruckt zu sein. Sie gehen weit \u00fcber die Forderung nach einer guten digitalen Ausr\u00fcstung aller Schulen hinaus und sprechen von der Notwendigkeit, die Lernprozesse umfassend auf digitale Programme auszurichten. Dieser nebulose Fortschrittsglaube wird in einem klug analysierenden Beitrag einer Primarlehrerin und in einem mutigen NZZ-Gastbeitrag eines Autorenteams ziemlich zerzaust.<\/p>\n<h4>Besserer Pr\u00e4senzunterricht ist die passende Antwort<\/h4>\n<p>Dass wir Fragen der Digitalisierung nicht nur theoretisch abhandeln, sehen Sie im Bericht des Condorcet-Autors Philipp Loretz \u00fcber die Zeit des Corona-Fernunterrichts mit seiner Schulklasse. Der digital versierte Schulpionier zieht eine lesenswerte Bilanz \u00fcber das vergangene aussergew\u00f6hnliche Schulquartal. Auch wer kritisch einer weitgehenden Digitalisierung des Unterrichts gegen\u00fcbersteht, wird dem engagierten Fernunterricht unseres Lehrerkollegen einiges abgewinnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Letztlich aber dreht sich alles um die Frage, welcher p\u00e4dagogische Mehrwert mit einer schulischen Digitalisierung erreicht wird. Vergleicht man moderne Lernprogramme und interaktive Lernmedien mit einem schwachen Pr\u00e4senzunterricht, dann wird beim digitalen Lernen mehr herausschauen. Unterrichtet jedoch eine in jeder Hinsicht kompetente Lehrerpers\u00f6nlichkeit eine lebendige Klassengemeinschaft, dann zeigen sich die Vorz\u00fcge einer unmittelbaren Didaktik in aller Deutlichkeit. Deshalb spielt es eine zentrale Rolle, dass Lehrerinnen und Lehrer prim\u00e4r f\u00fcr einen qualitativ hochstehenden Pr\u00e4senzunterricht ausgebildet werden. Da besteht durchaus Verbesserungspotenzial. Die digitalen Neuerungen k\u00f6nnen unter diesem Aspekt als anspornende Herausforderung gesehen werden. In den beiden Leserbriefen am Schluss unserer Ausgabe sind diese Gedanken ausf\u00fchrlicher formuliert.<\/p>\n<h4>Willkommene Sommerpause<\/h4>\n<p>Zum Schluss noch etwas in eigener Sache. Wir sind froh, dass Ruedi Richner, unser stiller Schaffer im Redaktionskollegium, nach einem Herzinfarkt seine Arbeit wieder aufnehmen konnte. Ohne sein grossartiges Engagement h\u00e4tte dieser Newsletter nicht erscheinen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nach dieser Ausgabe zum Ende eines turbulenten Schuljahrs legen wir eine Pause bis nach den Sommerferien ein. Das Redaktionsteam w\u00fcnscht Ihnen eine erholsame Zeit und Musse bei der Lekt\u00fcre der spannenden Beitr\u00e4ge.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Redaktion von \u00abStarke Volksschule Z\u00fcrich\u00bb<\/p>\n<p><em>Hanspeter Amstutz<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Inhalt-1024x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-688\" width=\"716\" height=\"418\"\/><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Newsletter-200705.pdf\">Newsletter vom 5.7.2020<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/Newsletter-200705.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lebendiger Klassenunterricht als Ansporn zum motivierten Lernen Wenn eine Sch\u00fclerin nach einer eher verkorksten Primarschulzeit in der Oberstufe aufbl\u00fcht und einen erfolgreichen schulischen Weg einschl\u00e4gt, ist das wirklich Grund zur Freude. 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