{"id":665,"date":"2020-05-09T15:22:22","date_gmt":"2020-05-09T13:22:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=665"},"modified":"2020-05-09T15:24:09","modified_gmt":"2020-05-09T13:24:09","slug":"newsletter-vom-10-5-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=665","title":{"rendered":"Newsletter vom 10.5.2020"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Newsletter-200510.pdf\">Newsletter vom 10.5.2020<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Newsletter-200510.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2>Vor der \u00d6ffnung der Schulen<\/h2>\n<p>Nach mehreren Wochen Fernunterricht und einem grossen Einsatz der Lehrerschaft sollen die Schulen nun wieder vorsichtig ge\u00f6ffnet werden. Das ist f\u00fcr alle Beteiligten nicht einfach: f\u00fcr die kantonalen und kommunalen Bildungsbeh\u00f6rden, f\u00fcr die Schulleitungen, die Lehrer, die Kinder und nicht zuletzt f\u00fcr die Eltern. Alle w\u00fcnschen sich, dass es in Wirtschaft und Gesellschaft, und eben auch in der Schule, endlich wieder \u00abnormal\u00bb weitergehen soll. Aber die Gefahr der Pandemie ist noch nicht gebannt, da braucht es weiterhin die Kr\u00e4fte und die Geduld aller, um mit Besonnenheit und auch einer Portion Kreativit\u00e4t den t\u00e4glichen Unterricht mit den Kindern und Jugendlichen neu einzurichten und zum Laufen zu bringen.<!--more--><\/p>\n<h4>Digitalisierte Schule und SOL erweisen sich einmal mehr als untauglich<\/h4>\n<p>Zwei Dinge liegen nach der Zeit des Fernunterrichts sonnenklar auf dem Tisch: Die digitalisierte Schule vermag die Grundlagen einer menschenw\u00fcrdigen Bildung nicht zu legen, und das selbstorganisierte Lernen SOL bringt nur einen Bruchteil des Lernerfolgs, auf den unsere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler einen Rechtsanspruch haben. Zur Erinnerung: Das Grundrecht auf Bildung ist zwingendes V\u00f6lkerrecht.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich sind digitale Hilfsmittel auch f\u00fcr den Fernunterricht sehr willkommen und sinnvoll, wir sind ja keine Radikal-Ablehner der modernen Technik. Aber f\u00fcr uns Mitstreiter der \u00abStarken Volksschule Z\u00fcrich\u00bb und die vielen anderen eigenst\u00e4ndigen Denker im Land und weit dar\u00fcber hinaus sind die genannten Erkenntnisse wahrhaftig nichts Neues, wie Carl Bossard, Mathias Burchardt, Hanspeter Amstutz und weitere Autoren in diesem Newsletter festhalten. \u00abDie Entzauberung eines Mythos\u00bb, n\u00e4mlich die Digitalisierung werde die allseits bekannte Mangelhaftigkeit der heutigen Schulbildung schon richten, formuliert Christian Bauer von der deutschen \u00abGesellschaft f\u00fcr Bildung und Wissen\u00bb (GBW) so: \u00abDem Digitalnarrativ zu Grunde liegt ein fundamentales Unverst\u00e4ndnis des Lehr-Lern-Prozesses und der Lehrer-Sch\u00fcler-Beziehung. Dieses Unverst\u00e4ndnis wiederum geht einher mit der der Digitalisierung inh\u00e4renten Reduktion eines \u00e4u\u00dferst komplexen Gef\u00fcges auf bin\u00e4re Bausteinchen.\u00bb Oder in zusammenfassender Kurzform: \u00abDialogisches vor Digitalem!\u00bb (Carl Bossard).<\/p>\n<p>Es ist eine erfreuliche Nebenwirkung der unerfreulichen Pandemie, dass durch den Fernunterricht auch andere Bildungsexponenten zu dieser Erkenntnis gelangt sind. Sogar die \u00abUniversit\u00e4t braucht Pr\u00e4senz\u00bb, stellt HSG-Rektor Bernhard Ehrenzeller fest. Zwar k\u00f6nnen gute Lerner einen grossen Teil des Uni-Studiums ohne weiteres im Home-Office bew\u00e4ltigen, aber der direkte Wissenserwerb und das W\u00e4lzen von Fragen und Meinungen in der Beziehung zu den Dozenten sowie der pers\u00f6nliche Kontakt und Austausch mit den Mitstudenten sind \u00abentscheidend f\u00fcr den Lernerfolg\u00bb, so der HSG-Rektor, was die Autorin dieses Vorworts aus eigener Erfahrung best\u00e4tigen kann.<\/p>\n<h4>Ein grosses Danke an unsere Lehrerinnen und Lehrer!<\/h4>\n<p>Denn sie haben in der h\u00f6chst anspruchsvollen Phase des Fernunterrichts enormen Einsatz geleistet. Das tun sie auch in normalen Zeiten, aber f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung der vielen v\u00f6llig neuartigen Zusatzprobleme geb\u00fchrt ihnen der besondere Dank von uns allen. Was an Lernfortschritten im Fernunterricht erreicht werden konnte, ist \u2013 neben der Mithilfe vieler Eltern \u2013 vor allem dem Engagement und der Kreativit\u00e4t der Lehrer zu verdanken, womit sie den Beziehungsfaden zu jedem einzelnen Sch\u00fcler aufrechterhalten haben, mit Video-Lektionen, pers\u00f6nlichem Feed-back per E-Mail und am Telefon, mit Briefchen oder sogar mit einer Velo-Runde zu den Wohnungst\u00fcren der Kinder und ihrer Familien vor den Fr\u00fchlingsferien.<\/p>\n<p>Leider wird nun die R\u00fcckkehr der Kinder und Jugendlichen in die Schule nicht die Wiederaufnahme des gewohnten Unterrichts bedeuten. Die Pandemie-bedingte vorsichtige \u00d6ffnung der Schule wird der Lehrerschaft \u2013 und den Eltern \u2013 weiterhin viele Steine in den Weg legen.<\/p>\n<h4>Nach vorne schauen und das Wesentliche ins Zentrum stellen<\/h4>\n<p>Es ist sehr verst\u00e4ndlich, dass sich die Lehrer in den einen Kantonen dar\u00fcber \u00e4rgern, dass sie nun mit Halbklassen kutschieren sollen, und in den anderen, dass sie mit Ganzklassen und den entsprechend strengeren Abstands- und Hygienemassnahmen zurechtkommen m\u00fcssen. Aber, und das ist meine pers\u00f6nliche Meinung, der Ruf nach einheitlichen Vorschriften ist nicht zielf\u00fchrend. Soll denn das BAG oder gar die EDK \u2013 gegen deren autokratisches Hinweggehen \u00fcber die Bildungshoheit der Kantone wir uns jahrelang zur Wehr gesetzt haben \u2013 bestimmen, wie die Schulen unter den erschwerten Bedingungen zu f\u00fchren sind?<\/p>\n<p>W\u00e4re es jetzt nicht sinnvoller, nach vorne zu schauen und unsere Anstrengungen, soweit es eben geht, auf das Wesentliche auszurichten? Wie kann die Lehrerin die pers\u00f6nliche Beziehung zu ihren Sch\u00fclern \u2013 in den zwei halben oder in der ganzen Klasse \u2013 wieder so festigen, dass in sieben oder acht Wochen bis zu den Sommerferien eine ganze Menge gelernt werden kann?<\/p>\n<h4>Wie wird man hochschulreif?<\/h4>\n<p>Ein letztes Wort zur merkw\u00fcrdigen Idee einiger kantonaler Beh\u00f6rden, die Maturapr\u00fcfungen zu streichen, mit dem Argument, es h\u00e4tten nicht alle Sch\u00fcler zu Hause gleich gute Lernbedingungen gehabt. Wenn jemand f\u00e4hig sein muss, sich einige Wochen lang selbst\u00e4ndig auf Pr\u00fcfungen vorzubereiten, sind das Maturanden. Dazu geh\u00f6rt auch, dass sie sich eigenst\u00e4ndig Hilfe holen k\u00f6nnen, bei Lehrern, Mitsch\u00fclern, bei wem auch immer. Denn das Maturazeugnis best\u00e4tigt die Hochschulreife der k\u00fcnftigen Studenten (maturus = reif), also die F\u00e4higkeit, die Verantwortung f\u00fcr das eigene Lernen zu \u00fcbernehmen. Von Primarsch\u00fclern darf man kein SOL einfordern, von Uni-Studenten aber sehr wohl. Dass nun einige Maturanden in anderen Kantonen auch keine Pr\u00fcfungen wollen, ja sogar verlangen, dass sie selbst bestimmen d\u00fcrfen, ob sie Pr\u00fcfungen wollen oder nicht, zeigt, was f\u00fcr einen B\u00e4rendienst die zust\u00e4ndigen Berner und Z\u00fcrcher Beh\u00f6rden unserer Gymi-Jugend erwiesen haben. Zum Gl\u00fcck gibt's den Bildungs-F\u00f6deralismus!<\/p>\n<p>Wir w\u00fcnschen Ihnen eine spannende Lekt\u00fcre.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Redaktion Starke Volksschule Z\u00fcrich<\/p>\n<p><em>Marianne W\u00fcthrich<\/em><\/p>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<ul>\n<li>Vor der \u00d6ffnung der Schulen <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">8.5.2020, Marianne W\u00fcthrich<\/span><\/li>\n<li>Dialogisches vor Digitalem! <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Journal21 4.5.2020, Carl Bossard<\/span><\/li>\n<li>Im Pr\u00e4senzunterricht zeigt sich die Schulqualit\u00e4t <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">4.5.2020, Hanspeter Amstutz<\/span><\/li>\n<li>Die Universit\u00e4t braucht Pr\u00e4senz\u00a0<br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Galler Tagblatt 5.5.2020<\/span><\/li>\n<li>Hurra, es ist wieder Schule! So war der Fernunterricht - und das sagen Sch\u00fcler <br \/><span style=\"font-size: 10pt; color: #808080;\">Schweiz am Wochenende, 9.5.2020, von Kari K\u00e4lin - CH Media<\/span><\/li>\n<li>Jede Klasse hat eine eigene Toilette <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">NZZ am Sonntag, 26.4.2020, Niels Anner, Kopenhagen<\/span><\/li>\n<li>\u00abOberste Priorit\u00e4t hat f\u00fcr uns, dass alle Kinder sicher sind\u00bb <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">NZZ 6.5.2020, Front, Nils Pf\u00e4ndler, Erich Aschwanden<\/span><\/li>\n<li>\u00abDiese Teil\u00f6ffnung auch als Chance betrachten\u00bb <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Tages-Anzeiger 5.5.2020, Z\u00fcrich, Tina Fassbind<\/span><\/li>\n<li>Lieber Halbklassen als Masken <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Tages-Anzeiger 5.5.2020, Z\u00fcrich, Tina Fassbind und Mario St\u00e4uble<\/span><\/li>\n<li>Wissenschaftler empfahlen kleine Schulklassen <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Blick 3.5.2020, Lukas Lippert und Tobias Marti<\/span><\/li>\n<li>\u00abWir werden als Versuchskaninchen missbraucht\u00bb <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">20Minuten 1.5.2020, Joel Probst<\/span><\/li>\n<li>Maturapr\u00fcfungen <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">NZZ 4.5.2020, Meinung &amp; Debatte, Leserbriefe<\/span><\/li>\n<li>Die Entzauberung eines Mythos <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">GBW 2.5.2020, Gastbeitrag von Christian Bauer, M\u00fcnchen<\/span><\/li>\n<li>Die Lehren aus der Leere <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">S\u00fcddeutsche Zeitung 27.4.2020, Gastbeitrag von Wolfgang Schimpf<\/span><\/li>\n<li>US-Techgiganten buhlen um Schweizer Sch\u00fcler <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Sonntagszeitung 3.5.2020, Rico Bandle<\/span><\/li>\n<li>So funktioniert Journalismus nicht \u2013 Medienvertretern fehlt die Sachkompetenz <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Condorcet Bildungsblog, 29. April 2020, Gastbeitrag Mathias Burchardt<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Newsletter-200510.pdf\">Newsletter vom 10.5.2020<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Newsletter-200510.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor der \u00d6ffnung der Schulen Nach mehreren Wochen Fernunterricht und einem grossen Einsatz der Lehrerschaft sollen die Schulen nun wieder vorsichtig ge\u00f6ffnet werden. Das ist f\u00fcr alle Beteiligten nicht einfach: f\u00fcr die kantonalen und kommunalen Bildungsbeh\u00f6rden, f\u00fcr die Schulleitungen, die Lehrer, die Kinder und nicht zuletzt f\u00fcr die Eltern. 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