{"id":515,"date":"2019-09-28T17:30:29","date_gmt":"2019-09-28T15:30:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=515"},"modified":"2019-09-29T08:51:09","modified_gmt":"2019-09-29T06:51:09","slug":"newsletter-vom-29-9-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=515","title":{"rendered":"Newsletter vom 29.9.2019"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Newsletter-190929.pdf\">Newsletter vom 29.9.2019<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Newsletter-190929.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2>P\u00e4dagogischer Mut zu Leistung und lebendiger Kulturvermittlung<\/h2>\n<p>28.9.2019, Hanspeter Amstutz<\/p>\n<p>Die Anspr\u00fcche an unsere Volksschule sind zweifellos gestiegen. Sp\u00e4testens zu Beginn der sechsten Klassen melden viele Eltern ihren ziemlich fordernden Wunsch an, ihr Kind sei jetzt gr\u00fcndlich <strong>aufs Gymnasium vorzubereiten<\/strong>. Die Vorstellung, dass die Schule mit individuellen F\u00f6rderprogrammen fast jeden elterlichen Wunsch erf\u00fcllen m\u00fcsse, ist unterdessen weit verbreitet. <!--more-->\u00abMein Sohn geh\u00f6rt ins Gymnasium\u00bb, t\u00f6nt es forsch von Seite mancher Eltern. F\u00fcr die Lehrpersonen der Mittelstufe sind Gespr\u00e4che \u00fcber die Bildungslaufbahn der Sch\u00fcler deshalb nur selten eine entspannte Angelegenheit. In lange nicht allen F\u00e4llen kann bei \u00dcbertrittsfragen mit der Vernunft der Eltern gerechnet werden. In seinem Beitrag \u00fcber den unverminderten Drang Richtung Gymnasium weist <strong>Carl Bossard<\/strong> auf diesen zunehmenden Druck auf die Lehrpersonen hin. P\u00e4dagogen brauchen viel R\u00fcckgrat, wenn sie aufgrund einer negativen Leistungsbeurteilung eines Gymi-Kandidaten standhaft bleiben wollen. Unser Autor sch\u00e4tzt diese <strong>Festigkeit beim<\/strong> <strong>Leistungsanspruch<\/strong>, denn die Qualit\u00e4t der Gymnasien k\u00f6nnte mit einer weitgehend offenen Zulassung nicht mehr gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n<p>Bei Laufbahnentscheiden zeigt sich das <strong>p\u00e4dagogische Menschenbild der Lehrpersonen<\/strong> in aller Deutlichkeit. F\u00fcr die meisten Lehrerinnen und Lehrer ist der Bildungsauftrag weit mehr als eine Konzentration des Unterrichts auf das schnelle Vermitteln von Kompetenzen f\u00fcr das Bestehen von Aufnahmetests. Gute Bildung solleine sorgf\u00e4ltig auf das Aufnahmeverm\u00f6gen der Kinder abgestimmte Kulturvermittlung sein. Dazu geh\u00f6ren in erster Linie solide Grundlagen in Mathematik und Deutsch. Wer jedoch <strong>ein St\u00fcck lebendige Welt ins Schulzimmer holen<\/strong> und die Herzen der Sch\u00fcler erreichen will, wird F\u00e4chern wie Geschichte, Geografie oder Natur und Technik einen besonderen Platz einr\u00e4umen. Es ist nicht Nebensache, was an emotionalen Erlebnissen und sch\u00fclergerechten Inhalten den Volkssch\u00fclern an kulturellen Werten vermittelt wird. \u00abBeim Meier lerne ich in den Geschichtsstunden unglaublich viel, weil er so spannend erz\u00e4hlt und gut erkl\u00e4rt\u00bb, ist ein ehrliches Sch\u00fclerkompliment, das einiges \u00fcber den Wert eines guten Realienunterrichts ausdr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Nicht zuletzt sind es die Buben, die ihre Interessen eher in einer farbigen Realien- als in einer Franz\u00f6sischlektion aufdecken. Leider hat sich die Gewichtung der F\u00e4cher ziemlich <strong>zuungunsten der Buben verschoben<\/strong>. Was heute besonders z\u00e4hlt, sind Fremdsprachen und nicht Nebenf\u00e4cher wie Geschichte, Geografie oder Naturkunde. Sprachenlernen verlangt einiges an Selbstdisziplin, was den meisten M\u00e4dchen entgegenkommt. Buben w\u00fcrden lieber erfahren, weshalb die Briten die Luftschlacht um England gewonnen haben oder weshalb die Titanic untergegangen ist. Doch ihr Bed\u00fcrfnis nach Dramatik und fesselnden Inhalten wird oft hinten angestellt.<\/p>\n<p>Erstaunlicherweise bricht mit <strong>Mich\u00e8le Binswanger<\/strong> eine liberale Journalistin eine Lanze f\u00fcr eine <strong>buben- und m\u00e4nnergerechtere P\u00e4dagogik<\/strong>. Sie stellt fest, dass bei der m\u00e4nnlichen Jugend ein gut strukturierter und attraktiver Frontalunterricht meist besser ankommt als selbstorganisiertes Lernen. Was die Journalistin \u00fcber die Einseitigkeit der aktuellen P\u00e4dagogik schreibt, m\u00fcsste auch an P\u00e4dagogischen Hochschulen einiges zu reden geben.<\/p>\n<p>Der Zeitgeist ist kein verl\u00e4sslicher Kompass f\u00fcr eine sichere Orientierung in der P\u00e4dagogik. Lehrerpers\u00f6nlichkeiten wissen, dass eine sch\u00fclergerechte P\u00e4dagogik h\u00e4ufig von den g\u00e4ngigen didaktischen Dogmen abweicht, wenn sie pr\u00e4gend sein will. Lehrerinnen und Lehrer sollen mutig und manchmal auch unbequem sein, wenn sie ein St\u00fcck weit <strong>die Rolle eines Kulturbotschafters<\/strong> \u00fcbernehmen wollen. Dies gilt nicht zuletzt f\u00fcr die laufenden Auseinandersetzungen um das richtige Mass bei der <strong>Digitalisierung der Schule<\/strong>. Da schiessen manche digitale Reformer und Vertreter der Informatiklobby weit \u00fcbers Ziel hinaus. Es geh\u00f6rt deshalb zu den Aufgaben der erfahreneren Lehrerschaft, eine auf reine N\u00fctzlichkeit ausgerichtete Digitalisierung in vern\u00fcnftige Bahnen zu lenken und der analogen Kulturvermittlung die Priorit\u00e4t einzur\u00e4umen. Diesem Thema ist ein weiterer Schwerpunktbeitrag in unserem Newsletter gewidmet.<\/p>\n<p>Lehrerinnen und Lehrer sind auf der ganzen Linie gefordert. Ihre p\u00e4dagogischen Kompetenzen sind mehr denn je gefragt, um die aktuellen Herausforderungen an der Volksschule zu bew\u00e4ltigen. <strong>Letztlich sind es Lehrerpers\u00f6nlichkeiten<\/strong>, welche tragende kulturelle Werte vermitteln und Grundlagen f\u00fcr das Verstehen wesentlicher Zusammenh\u00e4nge schaffen. Lesen Sie in unserem Newsletter, wie diese grosse Aufgabe konkret umgesetzt werden kann. Wie immer finden Sie daneben weitere interessante Informationen zum Bildungsgeschehen der vergangenen Woche.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Redaktion \u00abStarke Volksschule Z\u00fcrich\u00bb<\/p>\n<p><em>Hanspeter Amstutz<\/em><\/p>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<ul>\n<li>P\u00e4dagogischer Mut zu Leistung und lebendiger Kulturvermittlung <br \/><span style=\"font-size: 10pt; color: #808080;\">\u00abStarke Volksschule Z\u00fcrich\u00bb, 28.9.2019, Hanspeter Amstutz<\/span><\/li>\n<li>Der Hype ums Gymnasium<br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Journal21 22.9.2019 von Carl Bossard<\/span><\/li>\n<li>Bildung \u2013 oder Abrichtung<br \/><span style=\"font-size: 10pt; color: #808080;\">NZZ 17.9.2019, Zuschriften, Leserbriefe<\/span><\/li>\n<li>Es muss nicht immer das Gymi sein <br \/><span style=\"font-size: 10pt; color: #808080;\">NZZ 17.9.2019, Meinung &amp; Debatte, Dominik Feldges<\/span><\/li>\n<li>Die Leiden der jungen M\u00e4nner <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Tages-Anzeiger 16.9.2019, Seite Drei, Mich\u00e8le Binswanger<\/span><\/li>\n<li>Das unr\u00fchmliche Schicksal von Passepartout <br \/><span style=\"font-size: 10pt; color: #808080;\">Condorcet 17. September 2019, Felix Schmutz, BL<\/span><\/li>\n<li>Z\u00fcrcher Schulen brandmarken Kinder in Datenbank <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Blick, 20.9.2019, Lukas Lippert, \u00abBeobachter\u00bb<\/span><\/li>\n<li>Kinder geh\u00f6ren nicht dem Staat <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Weltwoche 18.9.2019, von Katharina Fontana<\/span><\/li>\n<li>Gefahren der schulischen Digitalisierung Ein Pl\u00e4doyer f\u00fcr ein umsichtiges Vorgehen <br \/><span style=\"font-size: 10pt; color: #808080;\">lvb inform 17.9.2019, Gastbeitrag von Felix Hoffmann, Sekundarlehrer<\/span><\/li>\n<li>LCH-Spitze setzt sich \u00fcber Basis hinweg <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Weltwoche vom 19.9.2019, Leserbrief zu \u00abPolitisch korrektes Schw\u00e4nzen\u00bb, Ausgabe vom 12.9.2019<\/span><\/li>\n<li>Neue Beurteilung f\u00fcr Lehrpersonen <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Z\u00fcrichsee-Zeitung 17.9.2019, Z\u00fcrich<\/span><\/li>\n<li>Veranstaltungshinweise <br \/>Oktober: Eine Kultur schafft sich ab <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Veranstaltung der \u00abStarken Volksschule St. Gallen\u00bb <\/span><br \/>30. Oktober: \u00d6konomisierung der Kindheit \u2013 eine Herausforderung f\u00fcr Schule und P\u00e4diatrie <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Vortragsreihe P\u00e4diatrie, Schule &amp; Gesellschaft<\/span><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Newsletter-190929.pdf\">Newsletter vom 29.9.2019<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Newsletter-190929.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>P\u00e4dagogischer Mut zu Leistung und lebendiger Kulturvermittlung 28.9.2019, Hanspeter Amstutz Die Anspr\u00fcche an unsere Volksschule sind zweifellos gestiegen. Sp\u00e4testens zu Beginn der sechsten Klassen melden viele Eltern ihren ziemlich fordernden Wunsch an, ihr Kind sei jetzt gr\u00fcndlich aufs Gymnasium vorzubereiten. 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