{"id":419,"date":"2019-05-11T10:20:44","date_gmt":"2019-05-11T08:20:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=419"},"modified":"2019-05-11T10:20:46","modified_gmt":"2019-05-11T08:20:46","slug":"newsletter-vom-12-5-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=419","title":{"rendered":"Newsletter vom 12. 5. 2019"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Newsletter-190512.pdf\">Newsletter vom 12.5.2019<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Newsletter-190512.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2>Start zu einem Dialog auf Augenh\u00f6he zwischen den Akteuren im Schulfeld<\/h2>\n<p><strong><em>Am 18. Mai wird der unabh\u00e4ngige Schweizer Schulblog \u00abBildungsperspektiven Condorcet\u00bb aufgeschaltet. <\/em><\/strong><\/p>\n<p>Noch immer k\u00f6nnen so genannte fortschrittliche Bildungspolitiker <strong>ungeniert behaupten,<\/strong><strong>Frontalunterricht geh\u00f6re in die Mottenkiste<\/strong>, ohne dass ihnen widersprochen wird. Dabei d\u00fcrfen sie darauf vertrauen, dass ihre Meinung von vielen Journalisten ungepr\u00fcft weiterverbreitet und viel Beifall finden wird. <!--more-->So eignet sich der Begriff \u00abFrontalunterricht\u00bb aus der Zeit des Grabenkriegs bestens, um Bew\u00e4hrtes zu verunglimpfen, um dann schulische Reformen in umso hellerem Licht erscheinen zu lassen. Hauptsache ist, dass Neues geschaffen wird, das ein goldenes p\u00e4dagogisches Zeitalter verspricht.<\/p>\n<p>Viele Bildungspolitiker k\u00fcmmern sich nicht im geringsten um die Tatsache, dass John Hattie in seiner umfassenden Untersuchung \u00fcber die Merkmale guten Unterrichts unter anderem klar nachgewiesen hat, dass ein qualifizierter Frontalunterricht sehr effizient ist. Damit meint er nicht einen Paukerunterricht, sondern <strong>eine didaktisch klug aufgebaute direkte Instruktion<\/strong>. Eine hohe Eigenaktivit\u00e4t der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler beim Zuh\u00f6ren und Miterleben ist darin genau so enthalten wie der kl\u00e4rende Dialog im Klassengespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>Die Bildungspolitik der letzten Jahre lebt von Ank\u00fcndigungen und Versprechungen. Damit kommt man bei den Eltern, die sich um die Zukunft ihrer Kinder grosse Sorgen machen, gut an. Wer von den bildungspolitischenSchulpropheten will schoneingestehen, dass sich ein grosser Teil der aktuellen p\u00e4dagogischen Konzepte nuralsSch\u00f6nwetterprogramm eignet und oft <strong>weit weg von der Schulrealit\u00e4t ist<\/strong>? Noch so gerne werden k\u00fchne Vorstellungen \u00fcber eine umfassende Individualisierung und Digitalisierung des Unterrichts aus den Forschungsabteilungen von P\u00e4dagogischen Hochschulen \u00fcbernommen. Dabei \u00fcbersehen die wohlmeinenden Politiker, dass viele der vorherrschenden Ideen nur mit sehr hohen Kosten \u00fcberhaupt umsetzbar sind.<\/p>\n<p>Eigentlich geh\u00f6rt es zu unseren helvetischen Polittugenden, dass Wesentliches von W\u00fcnschbarem unterschieden wird. Wir sind stolz darauf, dasswir<strong>offen sind f\u00fcr neue Ideen und diese in der Schulrealit\u00e4t \u00fcberpr\u00fcfen.<\/strong>Doch die Bildungspolitik der letzten Jahre scheint davon deutlich Abstand genommen zu haben. Da werden Bildungsprogramme entworfen, f\u00fcr welche die Zeit nie und nimmer reicht, um sie erfolgreich umzusetzen. Die Liste der p\u00e4dagogischen Baustellen, f\u00fcr die immer neue Kredite zur Weiterf\u00fchrung der Arbeiten gefordert werden, ist lang: Die Integration verhaltensauff\u00e4lliger Sch\u00fcler in die Regelklassen, die \u00dcbernahme neuer Aufgaben aus dem erzieherischen Bereich, der zus\u00e4tzliche Aufwand durch das vorverschobene Eintrittsalter in den Kindergarten, die Ver\u00e4nderung des Unterrichtsstils von der direkten Instruktion zum umfassenden Individualisieren. Das p\u00e4dagogische S\u00fcndenregister k\u00f6nnte noch um einiges verl\u00e4ngert werden.<\/p>\n<p>Zurzeit wird in einer Aufkl\u00e4rungskampagne darauf hingewiesen, dass <strong>die Lehrerinnen<\/strong><strong>und Lehrer massiv zu viele \u00dcberstunden leisten<\/strong>. Doch statt das \u00dcbel bei der Wurzel anzupacken, wird davon gesprochen, mehr Schulsozialarbeiter einzustellen und Retuschen beim b\u00fcrokratischen Aufwand vorzunehmen. Doch so kommen wir keinen Schritt weiter.<\/p>\n<p><strong>Wo bleiben die Bildungspolitiker, die jetzt hinstehen und ihr eigenes Reformwerk \u00fcberpr\u00fcfen?<\/strong>Weshalb h\u00f6rt man nichts von ihnen, wenn sich Tausende von Lehrerinnen und Lehrern dar\u00fcber beschweren, dass sie ohne Kleinklassen zu viel Zeit f\u00fcr stark verhaltensauff\u00e4llige Sch\u00fcler t\u00e4glich aufwenden m\u00fcssen? Warum fordert der Schweizer Lehrerverband nicht energischer, dass stark umstrittene Schulreformen auch im Licht von Aufwand und tats\u00e4chlichem Ertrag durchleuchtet werden m\u00fcssen? Wie sehr das Dogma der unbedingten Aufnahme aller Sch\u00fcler in die Regelklassen die Schulen belastet, k\u00f6nnen Sie in den von uns zusammengestellten Beitr\u00e4gen und Leserbriefen aus der Sonntagszeitung entnehmen.<\/p>\n<p>Es ist h\u00f6chste Zeit, dass <strong>eine schweizweit gut vernetzte und offene Diskussion \u00fcber unsere Schule<\/strong>stattfindet. Am 18. Mai ist es so weit: Mit dem Schulblog \u00ab<strong>Bildungsperspektiven Condorcet<\/strong>\u00bb wird ein Forum f\u00fcr aktuelle Schulfragen geschaffen, welches relevante Themen aus der Schulpraxis zur Diskussion stellen will. Dabei sollen \u00e4hnlich wie in unserem Z\u00fcrcher Forum Berichte aus dem Schulalltag und seri\u00f6se Analysen aufgeschaltet werden. Angestrebt wird ein Dialog ohne Scheuklappen zwischen den Vertretern neuer p\u00e4dagogischer Ideen und dem Bodenpersonal in der Schulpraxis. Welchen Zweck der Blog genau verfolgt, k\u00f6nnen Sie an der hochkar\u00e4tigen Berner Veranstaltung vom n\u00e4chsten Samstag direkt erfahren. Die Einladung dazu finden Sie in unserem Newsletter.<\/p>\n<p>Wie immer haben wir f\u00fcr Sie einen Beitrag von <strong>Carl Bossard<\/strong>bereit. Diesmal ist es ein Lesegenuss mit philosophischen Betrachtungen zum Wort \u00abeigentlich\u00bb. Vielleicht werden Sie dabei \u00f6fters mit dem Kopf nicken oder etwas schmunzeln.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Redaktion \u00abStarke Volksschule Z\u00fcrich\u00bb<\/p>\n<p><em>Hanspeter Amstutz<\/em><\/p>\n<h2>Inhalt<\/h2>\n<ul>\n<li>Start zu einem Dialog auf Augenh\u00f6he zwischen den Akteuren im Schulfeld<\/li>\n<li>Lehrer arbeiten weniger und doch zu viel <br \/><span style=\"font-size: 10pt; color: #808080;\">Tages-Anzeiger 9.5.2019, Schweiz, Raphaela Birrer<\/span><\/li>\n<li>Warum eigentlich \u201eeigentlich\u201c? <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Journal21 08.05.2019, von Carl Bossard<\/span><\/li>\n<li>Jedes f\u00fcnfte Kind st\u00f6rt den Unterricht <br \/><span style=\"font-size: 10pt; color: #808080;\">SonntagsZeitung 28.4.2019, Nadja Pastega <\/span><br \/>Problemsch\u00fcler \u2013 f\u00fcnf Beispiele<\/li>\n<li>Auch Sch\u00fcler mit einer Depression sind ein Problem<br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">SonntagsZeitung 28.4.2019, N. Pastega, S. Besson<\/span><\/li>\n<li>Es braucht wieder Kleinklassen<br \/><span style=\"font-size: 10pt; color: #808080;\">SonntagsZeitung 27.4.2019, Arthur Rutishauser, Chefredaktor Tamedia<\/span><\/li>\n<li>Eltern, Lehrkr\u00e4fte, Schulen \u2013 alle sind gefordert <br \/><span style=\"font-size: 10pt; color: #808080;\">SonntagsZeitung 5.5.2019, Leserbriefe<\/span><\/li>\n<li>Fr\u00fch einfangen <br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">SonntagsZeitung 5.5.2019, TinaHuber<\/span><\/li>\n<li>Leute wie wir, Daniel, 12 Jahre, Z\u00fcrich Kreis 6<br \/><span style=\"color: #808080; font-size: 10pt;\">Tages-Anzeiger Magazin, 27.4.2019, Editorial, Katja Fr\u00fch<\/span><\/li>\n<li>Einspruch! 2<\/li>\n<li>Veranstaltungshinweise <br \/>Mai 2019, Bildungsperspektiven Condorcet<br \/>22.5.2019 Im Bann der Bildschirme \u2013 wenn Gamen und soziales Networking zur Sucht werden<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Newsletter-190512.pdf\">Newsletter vom 12.5.2019<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/Newsletter-190512.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Start zu einem Dialog auf Augenh\u00f6he zwischen den Akteuren im Schulfeld Am 18. 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