{"id":1684,"date":"2025-11-15T10:09:11","date_gmt":"2025-11-15T09:09:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1684"},"modified":"2025-11-15T10:09:57","modified_gmt":"2025-11-15T09:09:57","slug":"newsletter-vom-16-november-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1684","title":{"rendered":"Newsletter vom 16. November 2025"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-6b3f4c8a-30ad-417f-ba4b-93c630178f87\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Newsletter-251116.pdf\">Newsletter vom 16.11.2025<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Newsletter-251116.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-6b3f4c8a-30ad-417f-ba4b-93c630178f87\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"western\">Die Fortsetzung des Sprachen-Flickwerks ist eine Zumutung<\/h2>\n<p class=\"western\">Die Spatzen pfeifen es lautstark von den D\u00e4chern, dass das Mehrsprachenkonzept der Primarschule ein Fiasko ist. Doch die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz scheint alle Fenster ihres Elfenbeinturms verriegelt zu haben, um den ungeliebten Gesang nicht h\u00f6ren zu m\u00fcssen. <!--more-->Was sich die verantwortlichen Erziehungsdirektoren in ihrer j\u00fcngsten Stellungnahme zum Sprachenkonzept geleistet haben, gleicht einem traurigen Abgesang auf eine schulnahe Bildungspolitik.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Fakten sind eindeutig: Sp\u00e4testens seit der von der Zentralschweizer Erziehungskonferenz in Auftrag gegebenen Studie von 2015 \u00fcber den Fremdsprachenunterricht in der Primarschule weiss man, wie schlecht es ums Fr\u00fchfranz\u00f6sisch steht. Doch es passierte zehn Jahre lang nichts, am Mehrsprachenkonzept durfte nicht ger\u00fcttelt werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Nun aber hat eine zweite, von der Deutschschweizer EDK in Auftrag gegebene Untersuchung mit v\u00f6llig ungen\u00fcgenden Resultaten diesen Sommer die \u00d6ffentlichkeit aufgeschreckt. Doch diesmal gelang es nicht mehr, die Lehrerschaft und aufmerksame Beobachter des Schulgeschehens mit Hinweisen auf anstehende Verbesserungen zu beruhigen. Selbst der sonst stets vorsichtig kommentierende LCH zeigte sich geschockt \u00fcber die schlechten Ergebnisse. In vielen Pressebeitr\u00e4gen wurde die Frage aufgeworfen, was denn das viel gepriesene Mehrsprachenkonzept den Primarsch\u00fclern an Lernfortschritten wirklich bringe.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Die Resultate des fr\u00fchen Franz\u00f6sischunterrichts sind ern\u00fcchternd<\/h4>\n<p class=\"western\">Die Antworten aus der Wissenschaft und von erfahrenen Lehrpersonen sind ern\u00fcchternd. Weder das versprochene spielerische Lernen noch das Profitieren vom fr\u00fchen parallelen Lernen dreier Sprachen f\u00fchren zum Erfolg. Aufwand und Ertrag stehen beim aktuellen Mehrsprachenkonzept in einem ung\u00fcnstigen Verh\u00e4ltnis zueinander. Unz\u00e4hlige Stunden werden eingesetzt f\u00fcr Bildungsziele, die von den meisten Sch\u00fclern bei weitem nicht erreicht werden. Umso mehr erhoffte man in den Schulen, dass die EDK an ihrer Herbst-Jahreskonferenz das umstrittene Konzept als gescheitert erkl\u00e4ren und ein besseres Modell vorschlagen w\u00fcrde. Doch weit gefehlt!<\/p>\n<p class=\"western\">In ihrer gewundenen Verteidigung des Sprachenkompromisses steigert sich die Konferenz zur Aussage, bei allen Reformbem\u00fchungen m\u00fcssten stets die Sch\u00fcler im Zentrum der \u00dcberlegungen stehen. Da fragt man sich schon, ob man sich im falschen Film befindet. Wenn die Mehrzahl der in die Oberstufe \u00fcbertretenden Sechstkl\u00e4ssler simple Basiss\u00e4tze auf Franz\u00f6sisch nicht versteht und jeden Mut zum franz\u00f6sisch Sprechen verloren hat, sind kleine Retouchen nutzlos. Wer wie die EDK mit Nachdruck vom Wohl der Sch\u00fcler spricht, kann nicht l\u00e4nger die Augen vor dem aktuellen Sprachendebakel verschliessen.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Fehlende p\u00e4dagogische Argumente vonseiten der EDK<\/h4>\n<p class=\"western\">Die ganze Pressemitteilung der EDK ist eine Zumutung f\u00fcr alle, die t\u00e4glich mit dem Mehrsprachenkonzept der Primarschule zu k\u00e4mpfen haben. Lehrpersonen erwarten eine grundlegende Konzept\u00e4nderung und nicht ein endlos weitergef\u00fchrtes Flickwerk. Eltern haben genug von einem Mehrsprachenkonzept, das die meisten Kinder \u00fcberfordert und bei vielen zu einem Verleider beim Sprachenlernen f\u00fchrt. Wenn jetzt erneut die Optimierung des Sprachenkonzepts und die Wichtigkeit eines fr\u00fchen Kontakts aller Sch\u00fcler mit der zweiten Landessprache beschworen wird, wirkt dies v\u00f6llig unglaubw\u00fcrdig.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Kulturauftrag der Primarschule liegt nicht im Vermitteln von zwei fr\u00fchen Fremdsprachen. Wer erst in der Sekundarschule eine zweite Fremdsprache lernt, ist erfolgreicher, sofern in der ersten Fremdsprache und im Deutsch solide Grundlagen vorhanden sind. Diese wissenschaftliche Erkenntnis m\u00fcsste eigentlich ungeduldige Gem\u00fcter beruhigen. Doch die EDK giesst \u00d6l ins Feuer, indem sie den fr\u00fchen Einstieg in eine Landessprache zur Schicksalsfrage f\u00fcr den nationalen Zusammenhalt erhebt. Das ist nat\u00fcrlich Unsinn und setzt falsche Akzente. Vielmehr m\u00fcsste die EDK darauf hinwirken, dass die vorhandene Unterrichtszeit in der Primarschule f\u00fcr ein ausgewogeneres Bildungsprogramm mit mehr Deutsch und sprachf\u00f6rderndem Realienunterricht eingesetzt wird.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Andere Br\u00fccken zur sprachregionalen Vielfalt der Schweiz<\/h4>\n<p class=\"western\">Selbstverst\u00e4ndlich ist uns allen bewusst, dass die Schweiz eine Willensnation verschiedener Sprachkulturen ist. Diese lebendige Vielfalt unseres Landes gilt es unseren Sch\u00fclern nahezubringen. Ein guter Franz\u00f6sischunterricht geh\u00f6rt deshalb zum unverzichtbaren Teil dieses Bildungsauftrags. Bereits in der Primarschule muss aber noch mehr getan werden, um die Sch\u00fcler mit der Romandie und dem Tessin vertraut zu machen. Ein attraktiver Geografieunterricht endet nicht am R\u00f6stigraben. Er wird die landschaftlichen Sch\u00f6nheiten und die wirtschaftliche Bedeutung der Westschweiz hervorheben. Das Wallis mit seinen alpinen Kraftwerkanlagen, die innovative Uhrenindustrie in Neuenburg oder das internationale Genf bieten grossartige Themen f\u00fcr horizonterweiternde Geografiestunden.<\/p>\n<p class=\"western\">In einem landeskundlichen Geschichtsunterricht wird auch das Tessin in den Fokus r\u00fccken. Die aufregende Geschichte der Gotthardbahn ist die beste Gelegenheit, um das Ringen der Tessiner um einen wintersicheren Anschluss an die Deutschschweiz zu schildern. Der grosse Aufwand, den es von Akteuren beidseits der Alpen brauchte, um den ersten Gotthardtunnel fertigzustellen, wird bei den Sch\u00fclern das Bewusstsein f\u00fcr das Zusammenstehen \u00fcber die Sprachgrenzen festigen. Auch eine Schulreise ins Tessin oder gar ein Klassenlager kann eine enge Verbindung zur s\u00fcdlichen Schweiz schaffen.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Der Ball liegt eindeutig bei der EDK<\/h4>\n<p class=\"western\">Das Aussitzen der gegenw\u00e4rtigen Sprachenkrise durch die EDK hilft niemandem und verursacht sehr viel Frustration. Alle, von den Lehrerverb\u00e4nden bis hinauf zum Bundesrat, erwarten einen klaren Entscheid der kantonalen Bildungsverantwortlichen zugunsten eines p\u00e4dagogisch und politisch \u00fcberzeugenderen Sprachenkonzepts. Verschiedene Vorschl\u00e4ge liegen offen auf dem Tisch, aber sie m\u00fcssen endlich ernsthaft gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Die NZZ hat die j\u00fcngste Pressemitteilung der EDK zum Sprachendebakel scharf kritisiert. Redaktor Sebastian Briellmann wirft der Erziehungsdirektorenkonferenz vor, sie ignoriere die schulische Realit\u00e4t beim fr\u00fchen Fremdsprachenunterricht. Briellmann spricht offen davon, dass bei einer Fortsetzung der Flickwerk-Sprachenpolitik den Kantonen nur der Austritt aus dem Harmos-Konkordat bleibe. Dieses drohende Szenario m\u00fcsste der EDK eigentlich genug Ansporn sein, sich zu einem mutigen Entscheid durchzuringen.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Der Bedarf an Schulassistenzen ist stark gestiegen<\/h4>\n<p class=\"western\">Wie im Beitrag aus dem Tages-Anzeiger ersichtlich ist, hat die Zahl der Schulassistenzen in der Volksschule stark zugenommen. Manche Klassen sind heute so heterogen, dass die Klassenlehrkr\u00e4fte froh sind um die Unterst\u00fctzung dieser p\u00e4dagogisch nicht ausgebildeten Helfer. Sie leisten meist gute Arbeit, indem sie einzelne Sch\u00fcler beim L\u00f6sen von Aufgaben unterst\u00fctzen oder allein schon durch ihre Pr\u00e4senz beruhigend auf zappelige Sch\u00fcler einwirken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"western\">Dennoch stellt sich die Frage, weshalb es heute immer mehr zus\u00e4tzliches Personal in den Klassenzimmern braucht. Wie der Leserbriefschreiber Hans-Peter K\u00f6hli eindr\u00fccklich schildert, sind oft mehrere Begleitpersonen mit und ohne professionelle Ausbildung in den Schulzimmern t\u00e4tig. Nicht nur in p\u00e4dagogischer Hinsicht, auch sonst ist dabei vieles un\u00fcbersichtlich. Allein schon bei der lohnwirksamen Einordnung des neuen Begleitpersonals existiert ein kaum noch zu durchdringender Dschungel. Auch bei dieser Frage ist die Politik gefordert, endlich Entscheidungen zu treffen und eine gewisse Ordnung ins System zu bringen.<\/p>\n<p class=\"western\"><i>Hanspeter Amstutz <\/i><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Inhalt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"631\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Inhalt-1024x631.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1687\" style=\"width:661px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Inhalt-1024x631.jpg 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Inhalt-300x185.jpg 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Inhalt-768x473.jpg 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Inhalt-960x591.jpg 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Inhalt.jpg 1159w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-6b3f4c8a-30ad-417f-ba4b-93c630178f87\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Newsletter-251116.pdf\">Newsletter vom 16.11.2025<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Newsletter-251116.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-6b3f4c8a-30ad-417f-ba4b-93c630178f87\">Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fortsetzung des Sprachen-Flickwerks ist eine Zumutung <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":{"0":"post-1684","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","6":"category-newsletter","7":"h-entry","8":"hentry","9":"h-as-article"},"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1684","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1684"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1684\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1689,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1684\/revisions\/1689"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1684"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1684"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1684"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}