{"id":1672,"date":"2025-10-18T16:28:34","date_gmt":"2025-10-18T14:28:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1672"},"modified":"2025-10-18T16:28:34","modified_gmt":"2025-10-18T14:28:34","slug":"newsletter-vom-19-oktober-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1672","title":{"rendered":"Newsletter vom 19. Oktober 2025"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-a10fdbdc-94fb-40d0-bc25-9be7d56f5fb7\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Newsletter-251019.pdf\">Newsletter vom 19. 10. 2025<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Newsletter-251019.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-a10fdbdc-94fb-40d0-bc25-9be7d56f5fb7\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"western\">Kritiker bringen unbequeme Wahrheiten zur Sprache<\/h2>\n<p class=\"western\">Im NZZ-Interview von Sebastian Briellmann mit dem Jugendpsychologen Allan Guggenb\u00fchl m\u00fcssen die P\u00e4dagogischen Hochschulen einiges an Kritik einstecken. Fehlender Bezug zur Schulpraxis, ideologische N\u00e4he zu weltverbessernden Theorien und einseitige didaktische Konzepte werden ihnen vorgeworfen. <!--more-->Ganz schlecht weg kommt bei Guggenb\u00fchl dabei die p\u00e4dagogische Idee des \u00abBeziehungs-Talks\u00bb, welche heute an manchen Schulen als wegweisend in der Erziehung gilt. Vor allem Buben sch\u00e4tzten es wenig, wenn sie dauernd \u00fcber ihren Gem\u00fctszustand befragt w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"western\">Der unbequeme Jugendpsychologe deckt einiges auf, was bisher von Wissenschaftern \u00fcber die Lehrerbildung nur hinter vorgehaltener Hand gesagt wurde. Zu viele Schulklassen laufen heute aus dem Ruder, weil die jungen Lehrpersonen auf ungeeignete Weise auf die Schulrealit\u00e4t vorbereitet wurden. Schockiert stellen sie fest, dass sorgf\u00e4ltig ausgearbeitete Lektionskonzepte scheitern, weil die erwartete Lernbereitschaft vieler Sch\u00fcler fehlt. Lange Gespr\u00e4che mit den Lernunwilligen helfen da kaum weiter.<\/p>\n<h4 class=\"western\">P\u00e4dagogischen Hochschulen als Mitverantwortliche f\u00fcr p\u00e4dagogische Irrwege<\/h4>\n<p class=\"western\">Guggenb\u00fchl sieht im \u00fcbertriebenen Eingehen auf die individuellen Lernw\u00fcnsche der Jugendlichen und im falschen Ton des Anbiederns einen Holzweg in der P\u00e4dagogik. Besonders schlecht kommt diese Grundhaltung offensichtlich bei den Buben an. Diese w\u00fcnschen sich eine vertrauensw\u00fcrdige, klare F\u00fchrung, welche das Erreichen von erstrebenswerten Zielen verspricht. Guggenb\u00fchl hat seine Erfahrungen in der Arbeit mit schwierigen Klassen an einem anschaulichen Beispiel ziemlich drastisch zusammengefasst. \u00abIch arbeite nicht mit Verlierern\u00bb, wirft er den aufm\u00fcpfigen Sch\u00fclern an den Kopf. \u00abIch arbeite nur mit Winnern, Loser interessieren mich nicht.\u00bb Das wirkte. Die Buben waren bereit zu kooperieren, denn sie wollten beweisen, dass mit ihnen zu rechnen sei.<\/p>\n<p class=\"western\">Die p\u00e4dagogischen Hochschulen m\u00fcssen sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie seit der Einf\u00fchrung der Forschungsverpflichtung im Bereich der Didaktik einseitige Lernkonzepte bevorzugt haben. Theorien \u00fcber selbstorganisiertes Lernen, Konzepte \u00fcber mehrsprachigen Unterricht und viel ideologischer Ballast in der Genderp\u00e4dagogik wurden den Studierenden als Paket f\u00fcr den Schulalltag mitgegeben. Dass das nicht gut gehen konnte, liegt auf der Hand.<\/p>\n<p class=\"western\">Guggenb\u00fchl fordert von den P\u00e4dagogischen Hochschulen, dass sie sich mit dem Schulalltag gr\u00fcndlicher auseinandersetzen. Statt seitenlanger Abhandlungen in allgemeiner Didaktik \u00fcber woke Themen w\u00e4re es tats\u00e4chlich von weit gr\u00f6sserem Nutzen, wenn den Fachdidaktiken mit konkreten Aufgabenstellungen mehr Bedeutung beigemessen w\u00fcrde. Nicht nur Buben sch\u00e4tzen es, wenn Lehrpersonen bei Sachthemen aus dem Vollen sch\u00f6pfen k\u00f6nnen. Spannende geschichtliche Erz\u00e4hlungen, interessante physikalische Experimente oder das Kennenlernen anderer L\u00e4nder geh\u00f6ren zu einer lebendigen Schulkultur. Gelingende naturwissenschaftliche Experimente verlangen ein solides Vorwissen und ebenso ist es n\u00f6tig, dass die Erz\u00e4hlkunst w\u00e4hrend des Studiums gef\u00f6rdert wird. Die Schule braucht fachlich kompetente Lehrkr\u00e4fte, die mit einem gut gef\u00fcllten Rucksack an erprobten Unterrichtsreihen und einem realit\u00e4tsnahen Menschenbild vor ihre Klassen treten k\u00f6nnen. Diese breite \u00d6ffnung hin zu Schulpraxis m\u00fcssen die Hochschulen vollziehen, wenn sie das Vertrauen in die Lehrerbildung zur\u00fcckgewinnen m\u00f6chten.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Reformer beklagen Fehlentwicklungen, die sie selber verursacht haben<\/h4>\n<p class=\"western\">Bis vor kurzem war das Sch\u00f6nreden schiefgelaufener Schulreformen durch die verantwortlichen Reformer gang und g\u00e4be. Doch seit sich die Dinge in manchen Schulbereichen \u00fcberschlagen haben, verliert diese Taktik jede \u00dcberzeugungskraft. Die integrative Schule ist l\u00e4ngst zu einer grossen Belastung f\u00fcr alle Beteiligten geworden, wie die heftige Diskussion rund um die Wiedereinf\u00fchrung von F\u00f6rderklassen beweist. Das fr\u00fche Mehrsprachenkonzept ist ein Scherbenhaufen, das selbstorganisierte Lernen ineffizient und manche der neuen Lehrmethoden erweisen sich als Irrweg. Deshalb sind einige der einstigen Reformer dazu \u00fcbergegangen, gewisse Fehlentwicklungen zu brandmarken und ziemlich laut neue Wege aus der Misere zu verk\u00fcnden.<\/p>\n<p class=\"western\">Zu Recht st\u00f6sst sich Carl Bossard in einem l\u00e4ngeren Beitrag im Journal 21 an diesem unlauteren Vorgehen der Reformverantwortlichen. Statt erst einmal die eigenen Fehler einzugestehen, nun als Retter der Schule aufzutreten, ist f\u00fcr den Autor ein starkes St\u00fcck. Der leicht bissige Kommentar ist mehr als verst\u00e4ndlich, wenn man die r\u00e4nkevolle Geschichte der Reformbewegung so gut kennt wie der unerm\u00fcdliche K\u00e4mpfer f\u00fcr eine gute Volksschule.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Unr\u00fchmliche Vorgeschichte beim Mehrsprachenkonzept wird erneut aufgerollt<\/h4>\n<p class=\"western\">Die heftigen Auseinandersetzungen ums Fr\u00fchfranz\u00f6sisch haben dieser Tage eine l\u00e4ngst verdr\u00e4ngte \u00fcble Sache wieder zutage gef\u00f6rdert. Es geht um die renommierte Linguistin Simone Pfenninger, die vor zehn Jahren einen Sturm der Entr\u00fcstung \u00fcber sich ergehen lassen musste, weil sie das fr\u00fche Sprachenlernen als weitgehend nutzlos beschrieb. In ihrer Studie hatte sie festgestellt, dass Fr\u00fcheinsteiger schon nach wenigen Monaten auf der Oberstufe ihren Vorsprung gegen\u00fcber den sp\u00e4ter Einsteigenden eingeb\u00fcsst haben. Sie wies nach, dass eine Kurzfutter-Didaktik mit zwei w\u00f6chentlichen Fremdsprachenlektionen nicht zu den grossartigen Zielen des munteren Parlierens am Ende der sechsten Klasse f\u00fchren w\u00fcrde. Simone Pfenninger geriet mit ihren unterdessen anerkannten Studienergebnissen so sehr unter Druck, dass sie schliesslich aus der Schweiz wegzog und eine Professur in Salzburg annahm.<\/p>\n<p class=\"western\">Nicht ganz \u00fcberraschend ist, dass sich mit Anja Burri nun eine Journalistin an diese unerfreuliche Geschichte erinnert. Anja Burri hatte schon vor zehn Jahren Simone Pfenningers Studie kommentiert und als seri\u00f6s beurteilt. Im aktuellen ganzseitigen Interview in den Tagi-Medien wird der \u00abFall Pfenninger\u00bb jetzt nochmals detailliert aufgerollt. Man kommt sich beim Lesen des Interviews fast wie in einer Gerichtsverhandlung vor, die am Ende in einen bejubelten Freispruch m\u00fcndet.<\/p>\n<p class=\"western\">Weniger grossartig ist jedoch das Verhalten der Verlierer, welche das Mehrsprachenkonzept damals durchgeboxt haben. So dr\u00fcckt sich Alt-Regierungsrat Eymann, der als damaliger EDK-Pr\u00e4sident mitverantwortlich f\u00fcr den Fehlentscheid war, um die l\u00e4ngst f\u00e4llige Entschuldigung an die Adresse der verunglimpften Studienautorin. Sein Verhalten passt leider ins Bild, welches manche Politiker der vergangenen Reform\u00e4ra bez\u00fcglich der gescheiterten Prestigeprojekte abgeben.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Auswirkungen des suchtartigen Handygebrauchs werden heftig diskutiert<\/h4>\n<p class=\"western\">W\u00e4hrend der LCH z\u00f6gert, sich bei der Frage eines Handyverbots in der Volksschule selber die Initiative zu ergreifen, hat Thoma Minder, der Pr\u00e4sident der Schweizer Schulleiterverbands, kein Blatt vor den Mund genommen. Er fordert ein generelles Handyverbot w\u00e4hrend den Schulzeiten und geht dann noch viel weiter. Er m\u00f6chte, dass \u00fcber ein Verbot von Social Media f\u00fcr Minderj\u00e4hrige diskutiert wird.<\/p>\n<p class=\"western\">Jahrelang wurde das suchtartige Verhalten vieler, meist j\u00fcngerer Menschen beim Umgang mit den digitalen Medien in der Bev\u00f6lkerung bloss registriert, aber kaum als gesundheitsgef\u00e4hrdend eingestuft. Nun wird auf einmal \u00fcber den stark belastenden Einfluss digitaler Ger\u00e4te geredet. Offenbar haben die negativen Erfahrungen vieler Eltern beim Handygebrauch ihrer Kinder ein so unerfreuliches Mass erreicht, dass sie geneigt sind, ziemlich radikalen L\u00f6sungen zuzustimmen. Wie immer in umstrittenen Angelegenheiten kristallisieren sich gegens\u00e4tzliche Positionen heraus. Wir haben dazu eine kontradiktorische Stellungnahme aus den Tagi-Medien und zwei Leserbriefe ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p class=\"western\">Als Schlusspunkt m\u00f6chten wir Ihnen die Lekt\u00fcre eines aussergew\u00f6hnlichen Leserbriefs des Erziehungswissenschafters Gerhard Steiner empfehlen. Was er \u00fcber das vorausschauende Lesen schreibt, ist von zentraler Bedeutung f\u00fcr die Lesef\u00f6rderung.<\/p>\n<p class=\"western\"><i>Hanspeter Amstutz<\/i><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Inhalt-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"959\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Inhalt-1-959x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1674\" style=\"width:578px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Inhalt-1-959x1024.jpg 959w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Inhalt-1-281x300.jpg 281w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Inhalt-1-768x820.jpg 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Inhalt-1-960x1025.jpg 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Inhalt-1.jpg 1102w\" sizes=\"auto, (max-width: 959px) 100vw, 959px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-a10fdbdc-94fb-40d0-bc25-9be7d56f5fb7\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Newsletter-251019.pdf\">Newsletter vom 19. 10. 2025<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Newsletter-251019.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-a10fdbdc-94fb-40d0-bc25-9be7d56f5fb7\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kritiker bringen unbequeme Wahrheiten zur Sprache<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":{"0":"post-1672","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","6":"category-newsletter","7":"h-entry","8":"hentry","9":"h-as-article"},"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1672","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1672"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1672\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1675,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1672\/revisions\/1675"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1672"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1672"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1672"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}