{"id":1660,"date":"2025-09-20T08:12:20","date_gmt":"2025-09-20T06:12:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1660"},"modified":"2025-09-20T08:12:21","modified_gmt":"2025-09-20T06:12:21","slug":"newsletter-vom-21-september-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1660","title":{"rendered":"Newsletter vom 21. September 2025"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-876e27fe-5469-4d44-984b-eba7cd9967fe\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Newsletter-250921.pdf\">Newsletter vom 21.9.2025<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Newsletter-250921.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-876e27fe-5469-4d44-984b-eba7cd9967fe\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h1 class=\"western\">Der nationale Zusammenhalt h\u00e4ngt nicht vom Fr\u00fchfranz\u00f6sisch ab<\/h1>\n<p class=\"western\">Heftige Reaktionen aus Bern zum Entscheid des Z\u00fcrcher Kantonsrats, Franz\u00f6sisch auf die Oberstufe zu verschieben, waren zu erwarten. Sprachliche Minderheiten reagieren empfindlich, wenn der Eindruck besteht, benachteiligt zu werden. Dieses ungute Gef\u00fchl ist in der Romandie rasch zur Stelle, da Franz\u00f6sisch durch das vordringende Englisch weltweit an Bedeutung verloren hat.<!--more--><\/p>\n<p class=\"western\">Englisch ist heute die wichtigste Funktionssprache in der Wirtschaft, der Wissenschaft und im Tourismus. Die digitale Welt verst\u00e4ndigt sich auf Englisch und englische Songtexte sind allgegenw\u00e4rtig. Anglizismen \u00fcberschwemmen die europ\u00e4ischen Sprachen, auch das Franz\u00f6sisch ist davon nicht ausgenommen. Aus der Sicht einer Vielfalt an eigenst\u00e4ndigen Kulturen mit reichem Sprachschatz ist das zweifellos bedauerlich. Dazu kommt, dass die junge Lehrergeneration in der Ausbildung prim\u00e4r Englisch w\u00e4hlt, was zu einem empfindlichen Mangel an Franz\u00f6sischlehrkr\u00e4ften f\u00fchrt.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Fr\u00fchfranz\u00f6sisch wichtiger als unsere Landesgeschichte?<\/h4>\n<p class=\"western\">Leider wird der Kampf von Politikern aus der Romandie f\u00fcr ihr elegantes Franz\u00f6sisch auf einem ganz ungeeigneten Terrain ausgetragen. Mit der Behauptung, die Verschiebung des Einstiegs in den Franz\u00f6sischunterricht gef\u00e4hrde unseren nationalen Zusammenhalt, wird auf absurde Weise argumentiert. Das Fr\u00fchfranz\u00f6sisch im Rahmen des Mehrsprachenkonzepts der Primarschule ist alles andere als eine Erfolgsgeschichte, die es fortzusetzen gilt. Die Resultate sind vielmehr so erb\u00e4rmlich, dass in vielen F\u00e4llen ein Neustart im Franz\u00f6sisch der Oberstufe erfolgen muss. Da braucht es schon sehr viel Voreingenommenheit, um das Fr\u00fchfranz\u00f6sisch zum nationalen Symbol der eidgen\u00f6ssischen Zusammengeh\u00f6rigkeit zu erheben.<\/p>\n<p class=\"western\">Weit mehr Grund, der Deutschschweizer Bildungspolitik fehlende staatspolitische Weitsicht vorzuwerfen, h\u00e4tte es beim besch\u00e4menden Abbau des Geschichtsunterrichts geben m\u00fcssen. Geschichtslektionen wurden schrittweise reduziert, Geografie mit Geschichte zusammengelegt und die Fachausbildungen gek\u00fcrzt. Entsprechend mager sind seither die Kenntnisse unserer Schulabg\u00e4nger in landesgeschichtlicher und politischer Grundbildung. Doch kaum einen Politiker aus der Romandie st\u00f6rte es, dass das Werden unseres modernen Bundesstaats mit seinen vier pr\u00e4genden Sprachregionen in Deutschschweizer Schulen arg vernachl\u00e4ssigt wird.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Gescheitertes Experiment mit der fr\u00fchen Mehrsprachendidaktik<\/h4>\n<p class=\"western\">Bei der aktuellen Diskussion ums Fr\u00fchfranz\u00f6sisch sticht ins Auge, dass viele Politiker in Bern sich gar nicht um die Voraussetzungen k\u00fcmmern, die zum Lernerfolg beim Sprachenlernen f\u00fchren. F\u00fcr manche ist die Sache erledigt, wenn Fr\u00fchfranz\u00f6sisch in der Lektionentafel der Primarschule enthalten ist. Doch damit erweisen sie der Aufwertung des Schulfranz\u00f6sisch einen B\u00e4rendienst. Sie vertrauen noch immer blind einer l\u00e4ngst gescheiterten Mehrsprachendidaktik, die das Lernen in englischen und franz\u00f6sischen \u00abSprachb\u00e4dern\u00bb f\u00fcr alle Sch\u00fcler enorm erleichtern sollte. Es schaudert einen, wenn in Interviews mit Nationalr\u00e4ten zu h\u00f6ren ist, wie das Debakel mit dem Fr\u00fchfranz\u00f6sisch einfach negiert wird und die \u00fcberforderten Kinder dabei ausser Acht gelassen werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Die offizielle Schweizer Bildungspolitik muss sich endlich distanzieren von den irref\u00fchrenden Schlagw\u00f6rtern wie \u00abJe fr\u00fcher, desto besser\u00bb oder \u00abSpielerischer Spracherwerb\u00bb. Nach zwanzig Jahren Erfahrung mit dem fr\u00fchen Sprachenlernen ist die Bilanz eindeutig. Nur mit einem klaren Nein zum gescheiterten Mehrsprachenkonzept und einem sp\u00e4teren Einstieg in die erste Fremdsprache in der f\u00fcnften Klasse kommen wir aus dem Schlamassel heraus. Die Frage, welche Fremdsprache in der Primarschule eingef\u00fchrt werden soll, wird dabei noch hohe Wellen werfen.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Fr\u00fchenglisch oder Fr\u00fchfranz\u00f6sisch, das ist die Frage<\/h4>\n<p class=\"western\">Seit dem Vorpreschen des Kantons Z\u00fcrich mit Englisch als erster Fremdsprache lag es auf der Hand, dass das Fr\u00fchfranz\u00f6sisch ins Hintertreffen geraten w\u00fcrde. Gegen\u00fcber der Strahlkraft der anglo-amerikanischen Popkulturen hat die frankophone Kultur in den Augen der meisten Sch\u00fcler deutlich weniger zu bieten. In den Kantonen \u00f6stlich der Reuss war es zudem schwierig, den praktischen Nutzen guter Franz\u00f6sischkenntnisse plausibel zu machen. Junge Lehrpersonen w\u00e4hlten vorwiegend Englisch als Hauptfach in der Ausbildung, was sich weiter ung\u00fcnstig auf das Fr\u00fchfranz\u00f6sisch auswirkte. Doch diesen Verdr\u00e4ngungseffekt durch das Fr\u00fchenglisch h\u00e4tte man zweifellos voraussehen k\u00f6nnen. Jetzt hat sich das Fr\u00fchenglisch in vielen Kantonen als erste Fremdsprache installiert und d\u00fcrfte nur schwer wieder aus der Primarschule zu verbannen sein.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Bef\u00fcrworter des Fr\u00fchfranz\u00f6sisch k\u00f6nnen die Solidarit\u00e4t mit der Romandie, wo Deutsch erste Fremdsprache ist, ins Feld f\u00fchren. Auch die Tatsache, dass das popul\u00e4re Englisch von den Sch\u00fclern ohnehin rasch gelernt wird, spricht f\u00fcr einen sp\u00e4teren Beginn des Englischunterrichts.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Ausgangslage ist klar: Die EDK wird f\u00fcr ihr Vers\u00e4umnis, mit dem faulen Sprachenkompromiss keine klaren Entscheidungen getroffen zu haben, nun mit einer happigen Herausforderung konfrontiert. Wohlweislich wird sich die Lehrerschaft nicht direkt in diesen Streit einmischen, um am Schluss den Schwarzen Peter f\u00fcr den schwierigen Entscheid \u00fcbernehmen zu m\u00fcssen. Ihr grosses p\u00e4dagogisches Anliegen bleibt die Abschaffung des gescheiterten Mehrsprachenmodells und die Konzentration auf eine fr\u00fche Fremdsprache. Es ist h\u00f6chste Zeit f\u00fcr die EDK, die Primarschule von ihrer Sisyphusarbeit mit zwei Fremdsprachen zu befreien.<\/p>\n<h4 class=\"western\">In der Sprachendiskussion scheiden sich die Geister<\/h4>\n<p class=\"western\">Die Presseartikel zum Sprachenstreit waren seit den Sommerferien so zahlreich, dass wir nur einen Teil davon f\u00fcr den Newsletter ausw\u00e4hlen konnten. Die besten Texte haben es aber in sich. Einmal mehr hat Carl Bossard mit seinem Eingangstext die Latte f\u00fcr gute Diskussionen hoch aufgelegt. Der Autor erl\u00e4utert uns die unselige Geschichte mit dem Mehrsprachenkonzept im Kanton Z\u00fcrich und kritisiert zu Recht die verdr\u00e4ngten schlechten Resultate des Fr\u00fchfranz\u00f6sisch durch die EDK.<\/p>\n<p class=\"western\">Auffallend bei unserer Textsammlung zum Sprachenstreit sind die klaren Positionierungen der Autorinnen und Autoren. In schwungvoller Manier putzt Arthur Rutishauser die Argumente f\u00fcrs Fr\u00fchfranz\u00f6sisch weg, indem er auf die desastr\u00f6se Bilanz dieses Faches hinweist. Andere Verfasser reiben sich am gescheiterten Mehrsprachenkonzept und weisen darauf hin, dass das Bildungsprogramm der Primarschule damit v\u00f6llig \u00fcberladen ist. Auf der Gegenseite finden wir heftige Reaktionen zugunsten des Fr\u00fchfranz\u00f6sisch, welche den Entscheid des Z\u00fcrcher Kantonsrats als Schnellschuss ohne staatspolitische Weitsicht sehen. Auch Bundesbern beteiligt sich munter an der Auseinandersetzung und fordert im Falle eines Abschieds vom Mehrsprachenkonzept einen Entscheid zugunsten des Fr\u00fchfranz\u00f6sisch. Am weitesten geht wohl ein Autor in der NZZ, der als Radikall\u00f6sung das Streichen aller Fremdsprachen in der Primarschule fordert.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Zwei bemerkenswerte Beitr\u00e4ge mit p\u00e4dagogischer Sprengkraft<\/h4>\n<p class=\"western\">Zum Abschluss empfehlen wir Ihnen die Lekt\u00fcre zweier Beitr\u00e4ge zu aktuellen p\u00e4dagogischen Fragen. Unter dem Titel \u00abLegt die Ger\u00e4te weg!\u00bb setzt sich ein Z\u00fcrcher Mittelschullehrer mit dem Umgang seiner Sch\u00fcler mit Mobiltelefonen und der KI auseinander. Auf sehr differenzierte Weise zeigt er auf, welche negativen Auswirkungen ein unkontrollierter Gebrauch digitaler Ger\u00e4te in der Schule und im Privaten hat. Der Text ist so einleuchtend geschrieben, dass man ihn als Grundlage f\u00fcr spannende Diskussionen \u00fcber ein brennendes Thema bestens verwenden kann.<\/p>\n<p class=\"western\">Der zweite Beitrag befasst sich mit einer bildungspolitisch bedeutsamen Motion im Z\u00fcrcher Kantonsrat. Es geht um das Verschieben des Stichtags f\u00fcr den Kindergarteneintritt (h\u00f6here Alterslimite) um drei Monate. Die Motion\u00e4rinnen aus mehreren Parteien fordern eine Korrektur eines Entscheids, der sich als Belastung f\u00fcr die Arbeit der Lehrkr\u00e4fte erwiesen hat. Zu viele Kinder sind bei der Einschulung emotional und sozial noch nicht reif f\u00fcr den Kindergarten. Unserer Meinung zielt die Motion in die richtige Richtung, geht aber mit der bescheidenen Korrektur von nur drei Monaten noch zu wenig weit.<\/p>\n<p class=\"western\">Liebe Leserinnen und Leser, f\u00fcr Spannung ist gesorgt. Wir w\u00fcnschen viel Vergn\u00fcgen.<\/p>\n<p class=\"western\"><i>Hanspeter Amstutz <\/i><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Inhalt-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1004\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Inhalt-1-1024x1004.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1662\" style=\"width:664px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Inhalt-1-1024x1004.jpg 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Inhalt-1-300x294.jpg 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Inhalt-1-768x753.jpg 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Inhalt-1-960x941.jpg 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Inhalt-1.jpg 1310w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-876e27fe-5469-4d44-984b-eba7cd9967fe\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Newsletter-250921.pdf\">Newsletter vom 21.9.2025<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Newsletter-250921.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-876e27fe-5469-4d44-984b-eba7cd9967fe\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der nationale Zusammenhalt h\u00e4ngt nicht vom Fr\u00fchfranz\u00f6sisch ab <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-1660","post","type-post","status-publish","format-standard","category-newsletter","h-entry","hentry","h-as-article"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1660","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1660"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1660\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1663,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1660\/revisions\/1663"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1660"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1660"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1660"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}