{"id":1638,"date":"2025-06-14T19:45:00","date_gmt":"2025-06-14T17:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1638"},"modified":"2025-06-14T09:50:39","modified_gmt":"2025-06-14T07:50:39","slug":"newsletter-vom-15-juni-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1638","title":{"rendered":"Newsletter vom 15. Juni 2025"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-fcba47c4-72ae-48d9-9b54-1684837b4838\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Newsletter-250615.pdf\">Newsletter vom 15. 6. 2025<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Newsletter-250615.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-fcba47c4-72ae-48d9-9b54-1684837b4838\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"western\">Schulnahe Realpolitiker reden Klartext<\/h2>\n<p class=\"western\">Der Realit\u00e4tsverlust in der Bildungspolitik scheint seinen Zenit \u00fcberschritten zu haben. Nach dem Nidwaldner Erziehungsdirektor Res Schmid doppelt nun auch seine Aargauer Kollegin Martina Bircher in einem bemerkenswerten Interview in der NZZ \u00fcber die langj\u00e4hrigen Baustellen der Volksschule nach. <!--more-->Die zupackende Bildungsdirektorin nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um diese Schwachstellen geht. Sie h\u00e4lt nichts vom Fr\u00fchfranz\u00f6sisch, erachtet den Einsatz von Tablets in der Primarschule als Fehlinvestition und fordert ein sofortiges Handyverbot in der Volksschule. Sie ist keine Taktiererin, wenn es um den Abbruch von Reformen geht, die schon seit Jahren erfolglos vor sich herd\u00fcmpeln. Ihre pragmatische und kostenbewusste Haltung zeigt sich deutlich bei der schulischen Integration. Sie erachtet es als notwendig, bei Bedarf Kleinklassen zu f\u00fchren, aber auch L\u00f6sungen mit Schulinseln f\u00fcr weniger belastende F\u00e4lle anzubieten.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Bildungstheoretiker haben schon mehr als genug Schaden angerichtet<\/h4>\n<p class=\"western\">In ungewohnt scharfer Weise kritisiert sie die Einstellungen elit\u00e4rer Bildungstheoretiker, wenn es um eigentliche Erziehungsfragen geht. Statt selbstorganisiert ein neues Thema zu erarbeiten, profitierten die meisten Sch\u00fcler weit mehr von sorgf\u00e4ltigen Anleitungen durch kompetente Lehrkr\u00e4fte. Ein gut strukturierter gemeinsamer Klassenunterricht sei effizienter und st\u00e4rke den sozialen Zusammenhalt. Auf der Oberstufe brauche es leistungsgetrennte Abteilungen, um den unterschiedlichen Begabungen wirklich gerecht werden zu k\u00f6nnen. Von der heute weit verbreiteten Gleichmacherei h\u00e4lt die Bildungsdirektorin gar nichts.<\/p>\n<p class=\"western\">In der dogmatischen Einstellung mancher Integrationsbef\u00fcrworter sieht sie eine eigentliche Blockadehaltung, die vern\u00fcnftige Mittelwege verhindert. Sie gibt zu bedenken, dass heute mehr Sch\u00fcler ausgegrenzt w\u00fcrden, weil sie infolge des Fehlens von Kleinklassen in regionalen Sonderschulheimen untergebracht werden m\u00fcssten. Diese Einrichtungen seien zurzeit \u00fcberbelegt und ein Beleg, dass das aktuelle Integrationsmodell am Anschlag sei.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Konzentration auf eine einzige Fr\u00fchfremdsprache<\/h4>\n<p class=\"western\">Im zweiten Interview \u00e4ussert sich Erziehungsdirektor Schmid eingehend zur Mehrsprachendidaktik der Primarschule. F\u00fcr ihn ist klar, dass man sich auf eine einzige fr\u00fche Fremdsprache konzentrieren muss, um die Kinder nicht zu \u00fcberfordern. Obwohl er selber fr\u00fcher Testpilot war, favorisiert er nicht das beliebte Englisch, sondern Franz\u00f6sisch als erste Fremdsprache. Englisch k\u00f6nnten die Sch\u00fcler sehr rasch in der Oberstufe lernen. Das d\u00fcrfte noch f\u00fcr einigen Diskussionsstoff sorgen, wie die Pressetexte zum Franz\u00f6sischunterricht eindr\u00fccklich zeigen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Interviews decken auf, dass es in der Bildungspolitik den klaren Blick f\u00fcrs Wesentliche braucht, um den im Dreck steckenden Volksschulkarren wieder in Bewegung zu setzen. Die beiden Regierungsmitglieder haben genug von den vielen Bildungsversprechungen, die allzu oft nicht eingehalten wurden. Nach dem gescheiterten Mehrsprachenkonzept in der Primarschule, nach den miserablen Resultaten vieler Schulabg\u00e4nger im Deutsch und nach den offensichtlich schwachen Kenntnissen in der Allgemeinbildung geben sie entschlossen Gegensteuer.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Die Bildungsrevolution\u00e4re von einst sind zu Blockadebauern geworden<\/h4>\n<p class=\"western\">Doch die zupackenden Pragmatiker stossen noch immer auf heftigen Widerstand der unterdessen etablierten Bildungsrevolution\u00e4re aus den Reformzeiten. Diese wollen nichts sehen und nichts h\u00f6ren. Sie betreiben entweder Sch\u00f6nf\u00e4rberei im grossen Stil oder versteifen sich auf unsinnige Durchhalteparolen. Manche Sprachendidaktiker wollen partout nicht einsehen, dass sie mit dem Konzept der Sprachb\u00e4der in den Fremdsprachen nicht nur unter den schulisch schw\u00e4cheren Kindern grossen Schaden angerichtet haben. Sie sind mitverantwortlich f\u00fcr das Debakel beim Fr\u00fchfranz\u00f6sisch und sie haben Politiker in der falschen Annahme best\u00e4rkt, fr\u00fches Sprachenlernen gelinge bereits mit wenigen Lektionen. Mit der Verteidigung des Fr\u00fchsprachenkonzepts sind sie l\u00e4ngst zu Bremsern bei der Weiterentwicklung unserer Volksschule geworden.<\/p>\n<p class=\"western\">Dass sich das vorgezogene Sprachenlernen sogar negativ auf die Vorkenntnisse der ins Gymnasium eintretenden Sch\u00fcler ausgewirkt hat, ist eine weitere b\u00f6se \u00dcberraschung. In einem NZZ-Interview beklagt eine Franz\u00f6sischlehrerin, dass die Eintretenden deutlich schlechter im Franz\u00f6sisch sind als noch vor der Einf\u00fchrung des Fr\u00fchenglisch. Diese Aussage gibt wirklich zu denken.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Besser Deutsch lernen als Herkulesaufgabe der Volksschule<\/h4>\n<p class=\"western\">Um die Volksschule wieder auf Kurs zu bringen, braucht es mutige Schritte. An erster Stelle steht dabei die Herkulesaufgabe, die Deutschkenntnisse unserer Schulabg\u00e4nger stark zu verbessern. Richtig Deutsch lernen ist ein umfassender Bildungsauftrag, der nicht nur so nebenbei stattfinden kann. Es braucht eine durchdachte Lernstrategie, um Erfolg zu haben. Mit ein paar zus\u00e4tzlichen Deutschlektionen allein ist es nicht getan.<\/p>\n<p class=\"western\">Mehr systematisches Deutschtraining, mehr narrativer Geschichtsunterricht, mehr eigenes Schreiben von Texten, mehr Zeit f\u00fcr Poesie und Jugendliteratur, all das muss wieder im Zentrum der Volksschule stehen. Zudem kommt den Realienf\u00e4chern grosse Bedeutung zu. Wer \u00fcber ein gutes Allgemeinwissen mit pr\u00e4zisem Wortschatz verf\u00fcgt, hat grosse Vorteile beim Verstehen vieler Texte. Sch\u00fcler k\u00f6nnen an Bekanntes andocken, da sie mithilfe des Vorwissens Neues einordnen und sich so rascher zurechtfinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"western\">Das verzettelte Fremdsprachenlernen hingegen f\u00fchrt nicht zum erhofften Effekt des leichten Andockens. Wer in keiner Sprache zuhause ist, dem fehlen die starken inneren Bilder, von denen aus der Wissenskern erfolgreich erweitert werden kann. Statt mehr Freude am sprachlichen Ausdruck zu gewinnen, f\u00fchlen sich die meisten Sch\u00fcler beim Switchen in drei oder noch mehr Sprachen zutiefst verunsichert.<\/p>\n<p class=\"western\">Falls Sie noch Zweifel \u00fcber den richtigen Weg in der Sprachenfrage haben, mache ich Ihnen einen Vorschlag: Besuchen Sie eine f\u00fcnfte Klasse und informieren Sie sich \u00fcber den aktuellen Fremdsprachen- und Deutschunterricht. Erlauben Sie sich zudem einen Blick in die Deutschhefte, wo Sie allenfalls auf aufschlussreiche Aufs\u00e4tze stossen k\u00f6nnen. Sie werden die Forderung erfahrener Lehrpersonen nach einer Konzentration aufs Wesentliche danach bestens verstehen.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Es kommt Bewegung in die erstarrte Bildungspolitik<\/h4>\n<p class=\"western\">Die Auseinandersetzung zwischen den abgewirtschafteten Bildungsrevolution\u00e4ren von einst und den tatkr\u00e4ftigen Pragmatikern unserer Tage ist in vollem Gang. Motionen zur Abschaffung des Fr\u00fchfranz\u00f6sisch, Vorst\u00f6sse zur Wiedereinf\u00fchrung von Kleinklassen und zur St\u00e4rkung des Geschichtsunterrichts sind in mehreren kantonalen Parlamenten in Behandlung. Es weht ein frischer Wind der didaktischen Vernunft durch die Schweizer Bildungslandschaft. Unsere aktuelle Textsammlung ist ein Abbild dieser farbigen Auseinandersetzung. Wir freuen uns, Ihnen diesen Mut machenden Newsletter pr\u00e4sentieren zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p class=\"western\"><i>Hanspeter Amstutz<\/i><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Inhalt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"853\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Inhalt-1024x853.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1639\" style=\"width:716px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Inhalt-1024x853.jpg 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Inhalt-300x250.jpg 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Inhalt-768x640.jpg 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Inhalt-960x800.jpg 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Inhalt.jpg 1308w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-fcba47c4-72ae-48d9-9b54-1684837b4838\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Newsletter-250615.pdf\">Newsletter vom 15. 6. 2025<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Newsletter-250615.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-fcba47c4-72ae-48d9-9b54-1684837b4838\">Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schulnahe Realpolitiker reden Klartext<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":{"0":"post-1638","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","6":"category-newsletter","7":"h-entry","8":"hentry","9":"h-as-article"},"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1638","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1638"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1638\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1640,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1638\/revisions\/1640"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1638"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1638"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1638"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}