{"id":1549,"date":"2025-01-11T16:43:42","date_gmt":"2025-01-11T15:43:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1549"},"modified":"2025-01-11T16:43:43","modified_gmt":"2025-01-11T15:43:43","slug":"newsletter-vom-12-januar-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1549","title":{"rendered":"Newsletter vom 12. Januar 2025"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-75727ac6-38af-4a46-abe0-5a1fa19068ad\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Newsletter-250112.pdf\">Newsletter vom 12.1.2025<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Newsletter-250112.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-75727ac6-38af-4a46-abe0-5a1fa19068ad\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2>Haarstr\u00e4ubendes aus der Bildungsszene \u2013 und glasklare Analysen dazu<\/h2>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zum neuen Jahr w\u00fcnschen wir Ihnen alles Gute und freuen uns, Sie auch 2025 als Leser und Unterst\u00fctzer einer guten Volksschule an unserer Seite zu haben.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-luminous-vivid-amber-background-color has-background wp-block-paragraph\"><strong>Ein Anliegen unseres Redaktionsteams<br><\/strong>Wir haben diesmal auch ein eigenes Anliegen. Damit wir den Newsletter auch in Zukunft alle 14 Tage herausgeben k\u00f6nnen, w\u00fcrden wir uns freuen, wenn der eine oder die andere von Ihnen sich \u00fcberlegt, unser kleines Team mit gelegentlichen oder regelm\u00e4ssigen Eins\u00e4tzen zu erg\u00e4nzen.<br>Nat\u00fcrlich wissen wir, dass die J\u00fcngeren unter Ihnen mit Beruf, Familie und allerlei Milizarbeit f\u00fcr unser Gemeinwesen sehr ausgelastet sind. Aber vielleicht finden Sie doch noch ab und zu ein freies Zeitfenster? Oder Sie haben als Frischpensionierte noch Kapazit\u00e4ten? Oder Sie haben andere Ideen f\u00fcr eine aktive Teilnahme? \u00dcbrigens freuen wir uns auch, wenn wir von Ihnen ein Echo \u2013 es darf auch kritisch sein \u2013 auf einen Newsletter oder eines unserer Vorw\u00f6rter erhalten. <br><em>Marianne W\u00fcthrich, Ruedi Richner und Hanspeter Amstutz<\/em><\/p>\n\n\n\n\n\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zu Beginn dieses Jahres m\u00fcssen wir Ihnen bereits drei haarstr\u00e4ubende Anschauungsbeispiele pr\u00e4sentieren, die von sogenannten Bildungsexperten produziert wurden, n\u00e4mlich im Staatssekretariat f\u00fcr Bildung, Forschung und Innovation SBFI, in der Z\u00fcrcher Bildungsdirektion und in der PHZH. Kein Wunder, geht die einst gute Schweizer Schulbildung immer mehr in den Keller! Andererseits k\u00f6nnen wir Ihnen auch einige bemerkenswerte Analysen anbieten, deren Lekt\u00fcre ein Genuss ist.<\/p>\n<h4>Abschaffung der ABU-Abschlusspr\u00fcfungen w\u00e4re das T\u00fcpfchen auf dem i<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Frischen Wind bringt der junge Sebastian Briellmann in die NZZ-Inlandredaktion. Seine beiden Analysen zu den Bildungsreformen der letzten Jahrzehnte sind Journalismus vom Feinsten. Briellmann rechnet mit den \u00abpraxisfernen Theoretikern\u00bb ab, deren \u00abgrosse W\u00fcrfe\u00bb bekanntlich das Gegenteil ihrer vollmundigen Prognosen bewirkt haben, n\u00e4mlich eine Nivellierung der Schulbildung nach unten und die Abkehr von immer mehr guten Lehrern von ihrem eigentlich erf\u00fcllenden Beruf. Neueste Untat aus der Bildungsverwaltung: Die Abschaffung der Abschlusspr\u00fcfungen im Allgemeinbildenden Unterricht (ABU) an den Berufsschulen, die das SBFI entgegen allem Widerstand aus den Reihen der echten Fachleute durchdr\u00fccken will. Die Schlusspr\u00fcfung sei zu stark auf Wissen und zu wenig auf \u00abKompetenzen\u00bb ausgerichtet und deshalb nicht mehr \u00abzeitgem\u00e4ss\u00bb, babbeln die Leute in der Bundesverwaltung ohne jeden Bezug zur Realit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als erfahrene ABU-Lehrerin k\u00f6nnte ich weit ausholen, um den Abbau des qualitativ hochstehenden allgemeinbildenden Unterrichts zu schildern, der unserer Berufsbildung seit gut dreissig Jahren angetan wird. Als ich in den Achtzigerjahren begonnen habe zu unterrichten, erhielten unsere Jugendlichen in den drei Lektionen ABU pro Woche eine gute und umfassende Allgemeinbildung, auf drei Schulf\u00e4cher aufgeteilt. Der vom Bund herausgegebene Lehrplan enthielt solides Wissen und F\u00e4higkeiten in vielf\u00e4ltigen Bereichen und in einem sorgf\u00e4ltig strukturierten Aufbau. Die Abschlusspr\u00fcfung war anspruchsvoll und umfasste viele Lernbereiche in den F\u00e4chern Deutsch, Gesch\u00e4ftskunde, Staats- und Wirtschaftskunde. Sie wurde zentral organisiert und fand in der ganzen Deutschschweiz am selben Tag statt.<\/p>\n<h4>Unverzichtbare Beurteilung der Kenntnisse in Allgemeinbildung<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was die Jugendlichen heute im ABU lernen, ist im Vergleich dazu ein k\u00fcmmerliches H\u00e4ufchen. Die geplante Abschaffung der Abschlusspr\u00fcfung ist sozusagen das T\u00fcpfchen aufs i. Denn in den Neunzigerjahren entdeckten einige Anti-P\u00e4dagogen die Allgemeinbildung an den Berufsschulen als Experimentierfeld f\u00fcr alle ihre sp\u00e4teren verheerenden Feldz\u00fcge gegen unsere gute Schulbildung. Abschaffung der F\u00e4cher, jeder Schule ihren eigenen Lehrplan, \u00abKompetenzen\u00bb statt Wissensvermittlung, viel selbstorganisiertes Lernen \u2013 vor allem bei der damals eingef\u00fchrten Abschlussarbeit (SVA). Wenn man die Vor- und Nachbereitung samt Pr\u00e4sentation miteinberechnet, wird heute ein grosser Teil der ABU-Lektionen daf\u00fcr verwendet. Auch schon vor KI wurde dabei viel fremdes Material heruntergeladen, inklusive ganze angeblich selbst gef\u00fchrte Interviews.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine Abschlusspr\u00fcfung am Ende der Lehre, in der wenigstens ein Teil der \u00fcber die Jahre erworbenen Kenntnisse \u00fcberpr\u00fcft wird, ist unverzichtbar. Dies besonders, weil die Erfahrungsnoten h\u00e4ufig fern von jeder Realit\u00e4t gesetzt werden (manche Lehrer geben kaum Noten unter 5!) und weil die heutigen Pr\u00fcfungen nur noch ein Abklatsch der fr\u00fcheren anspruchsvollen LAP sind. Eine zentrale Pr\u00fcfungskommission gibt es l\u00e4ngst nicht mehr, sondern unter dem Motto \u00abWer lehrt, pr\u00fcft\u00bb verfassen die ABU-Teams an den einzelnen Schulen oder Abteilungen ihre eigenen Pr\u00fcfungen, mit entsprechend gesunkenem Schwierigkeitsgrad. Und dieses Restchen soll auch noch fallen? \u00abBloss keinen Stress verursachen\u00bb, bemerkt Briellmann ironisch in der NZZ.<\/p>\n<h4>Wof\u00fcr braucht es die EDK \u00fcberhaupt?<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Antwort der Z\u00fcrcher Bildungsdirektorin und EDK-Pr\u00e4sidentin Silvia Steiner in der NZZaSo: Die EDK sorge daf\u00fcr, dass in der Bildung nur die mitreden k\u00f6nnen, die \u00abzust\u00e4ndig\u00bb sind, sonst \u00abbesteht die Gefahr, dass alle mitreden wollen\u00bb. Die 26 Kantone zum Beispiel wollten fr\u00fcher mitreden, bevor Verwaltungsbeamte von Bund und Kantonen die nicht vom Volk gew\u00e4hlten Direktorenkonferenzen vis-\u00e0-vis vom Bundeshaus installierten und das f\u00f6deralistische Gef\u00fcge der Schweiz damit faktisch ausser Kraft setzten. Dass die EDK zudem mit einer Politikerin besetzt wurde, die keinen blassen Schimmer von P\u00e4dagogik und Schule hat, setzt dem Ganzen die Krone auf. Und dann merkt sie es nicht einmal: \u00abIch bin voll im Saft und habe noch viel vor.\u00bb Lesen Sie die messerscharfe Einordnung von Carl Bossard zu Steiners peinlichen Phrasen zum Sprachenlernen (\u00abWenn f\u00fcr Fremdsprachen das Gef\u00fchl gen\u00fcgt\u00bb). Damit k\u00f6nnen Sie sich die Lekt\u00fcre des Interviews ersparen \u2013 und in zwei Jahren eine f\u00e4higere Z\u00fcrcher Bildungsdirektorin w\u00e4hlen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00dcbrigens: Wie Deutschschweizer Jugendliche am besten Franz\u00f6sisch lernen und umgekehrt, erfahren Sie im Bericht des Tagi \u00fcber l\u00e4ngere Sprachaufenthalte (\u00abSie tauschen Familie und Schule\u00bb). Kleiner Tipp: Lesen Sie den Text mit Ihren Sch\u00fclerinnen oder Ihren Kindern \u2013 da kriegt man richtig Lust auf einen Aufenthalt in der Romandie.<\/p>\n<h4>PH Z\u00fcrich verhindert aktiv das Lesen- und Schreibenlernen<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie unseren k\u00fcnftigen Lehrern an der PHZH die K\u00f6pfe verdreht werden, schildert die Schriftstellerin und Berufsschullehrerin Maja Peter (\u00abDie Lesemisere ist hausgemacht\u00bb): Kinder w\u00fcrden kreativer schreiben, wenn sie nicht mit Rechtschreibung und Grammatik bel\u00e4stigt w\u00fcrden, Diktate seien \u00abaltmodisch und qu\u00e4lerisch\u00bb, und wer seine Sch\u00fcler laut vorlesen lasse, stelle diese bloss. Die Autorin stellt diese Irrlehren richtig und h\u00e4lt fest, dass eine derartige \u00abLehrerbildung\u00bb mitverantwortlich ist f\u00fcr die mangelhaften Lese- und Schreibf\u00e4higkeiten vieler Menschen. Wenn also etwas ganz dringend \u00abreformiert\u00bb werden muss, dann nicht der KV-Lehrplan oder die ABU-Pr\u00fcfung, sondern unsere Lehrerbildungsst\u00e4tten, samt der Voraussetzung von p\u00e4dagogischem Basiswissen f\u00fcr die Dozenten!<\/p>\n<h4>Freude am Lesen und am richtigen Schreiben f\u00f6rdern<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mario Andreottis Forderung, in den Schulklassen mehr zu lesen, kann ich mich nur anschliessen (\u00abDie Buchmarktkrise ist eine Lesekrise\u00bb). Meine Berufssch\u00fcler liebten es, zusammen ein Buch oder einen Zeitungsartikel zu lesen. Wenn ich fragte, ob sie lieber einzeln oder zusammen lesen wollten, riefen sie jeweils im Chor: \u00abZusammen\u00bb. Falls jemand stockend las, brauchte es nur ein kurzes Gespr\u00e4ch, und das Auslachen war kein Thema mehr. Meine Sch\u00fcler waren \u00fcbrigens auch begeistert von Arbeitsbl\u00e4ttern mit Hinweisen wie etwa \u00abAuf diesem Blatt hat es 20 Fehler.\u00bb So viel p\u00e4dagogisches Geschick sollte man von einer Lehrerin erwarten k\u00f6nnen, und erst recht von einem PH-Dozenten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Am Schluss unserer Sammlung finden Sie eine ganze Reihe interessanter Leserbriefe. Nicht vergessen: Diese haben eine grosse Wirkung. Ich jedenfalls lese immer zuerst die Leserbriefseite.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Inhalt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"920\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Inhalt-1024x920.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1551\" style=\"width:638px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Inhalt-1024x920.jpg 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Inhalt-300x270.jpg 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Inhalt-768x690.jpg 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Inhalt-960x863.jpg 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Inhalt.jpg 1207w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-75727ac6-38af-4a46-abe0-5a1fa19068ad\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Newsletter-250112.pdf\">Newsletter vom 12.1.2025<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Newsletter-250112.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-75727ac6-38af-4a46-abe0-5a1fa19068ad\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Haarstr\u00e4ubendes aus der Bildungsszene \u2013 und glasklare Analysen dazu<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-1549","post","type-post","status-publish","format-standard","category-newsletter","h-entry","hentry","h-as-article"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1549","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1549"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1549\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1552,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1549\/revisions\/1552"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1549"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1549"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1549"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}