{"id":1523,"date":"2024-10-19T09:07:36","date_gmt":"2024-10-19T07:07:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1523"},"modified":"2024-10-19T09:07:37","modified_gmt":"2024-10-19T07:07:37","slug":"newsletter-vom-20-oktober-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1523","title":{"rendered":"Newsletter vom 20. Oktober 2024"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-31628e1e-673f-4cf9-aa40-fc68a8eece54\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Newsletter-241020.pdf\">Newsletter vom 20.10.2024<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Newsletter-241020.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-31628e1e-673f-4cf9-aa40-fc68a8eece54\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2>Konzentration aufs Wesentliche als neue Leitlinie f\u00fcr die Volksschule<\/h2>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mit einem Paukenschlag melden sich FDP und SVP zur\u00fcck in der Bildungspolitik. Rechnen, Lesen und Schreiben sollen in der Volksschule wieder an erster Stelle stehen. Die schulische Integration s\u00e4mtlicher Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler in die Regelklassen wird abgelehnt und bei den Fr\u00fchfremdsprachen soll es zu einem grossen Aderlass kommen. Ziel ist es, den Sinkflug unserer Volksschule abzubrechen und mit einer Konzentration aufs Wesentliche dem Leistungsgedanken wieder Auftrieb zu geben.<!--more--><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das Ganze ist ein mutiger Ansatz und verdient es, breit diskutiert zu werden. Mathematik und Deutsch wieder ins Zentrum des Bildungsprogramms zu stellen und das ausufernde Wunschprogramm zu reduzieren, ist ein sinnvolles Anliegen. Bei der Mathematik ist die bessere F\u00f6rderung der Grundkompetenzen eine \u00fcberschaubare Aufgabe, da das Mathematikniveau unserer Sch\u00fcler relativ hoch ist. Die Deutschkompetenz unserer Schulabg\u00e4nger zu verbessern, ist hingegen eine komplexe Herausforderung. Es reicht nicht, nur das Fr\u00fchfranz\u00f6sisch zu streichen, um mehr Deutschstunden zu erhalten. N\u00f6tig ist eine innere Reform der Volksschule mit einem klar durchdachten Konzept zugunsten erf\u00fcllbarer und verbindlicher Bildungsziele.<\/p>\n<h4>Besseres Deutsch setzt eine didaktische Gesamtstrategie voraus<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Aufwertung der Realienf\u00e4cher:<\/strong> F\u00fcr die Erweiterung des Wortschatzes spielen die F\u00e4cher aus dem Bereich Mensch und Umwelt eine zentrale Rolle. Kinder und Jugendliche lernen durch einen anschaulichen Sachunterricht und spannende Geschichten die Welt kennen und verstehen. Gut ausgebildete Lehrpersonen erschliessen mit pr\u00e4ziser Sprache einen sachbezogenen Wortschatz und \u00f6ffnen das Tor zu einem besseren Leseverstehen. Wer mehr weiss und erhellende Einblicke ins Leben erhalten hat, findet den Zugang zum sprachf\u00f6rdernden Lesen viel leichter.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Sprachkompetenz geh\u00f6rt zur Lehrerpers\u00f6nlichkeit:<\/strong> In der Lehrerbildung muss alles darangesetzt werden, die muttersprachliche Kompetenz der Studierenden zu st\u00e4rken. Die arg vernachl\u00e4ssigte Erz\u00e4hlkunst ist aufzuwerten und die Sachkompetenz in den Realienf\u00e4chern so auszubauen, dass junge Lehrerinnen und Lehrer sprachlich aus dem Vollen sch\u00f6pfen k\u00f6nnen. Die formale Sprachf\u00f6rderung muss ein Niveau erreichen, das eine gepflegte Sprache auch im schriftlichen Ausdruck erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Pflege der Schriftlichkeit:<\/strong> Kinder sollen von allem Anfang an die korrekte Schreibweise der W\u00f6rter und schrittweise an grammatikalischen Strukturen unserer Muttersprache gew\u00f6hnt werden. Rechtschreibung und Grammatik sind intensiv zu trainieren und Aufs\u00e4tze verschiedenster Art sind regelm\u00e4ssig in den Unterricht einzubauen. Diese Kultur einer sorgf\u00e4ltigen Schriftlichkeit verlangt einigen Korrekturaufwand und ist ein wesentlicher Teil einer Schule, die Leistungen im Deutsch erwartet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Freude am Deutsch wecken:<\/strong> Ziel eines sprachbewussten Unterrichts muss es sein, die sprachliche Gestaltungkraft der Kinder und Jugendlichen umfassend zu f\u00f6rdern. Dazu eignen sich Gedichtstunden, wo lyrische Meisterwerke einen unmittelbaren Zugang zur inneren Kraft der Sprache schaffen. So geh\u00f6ren Goethes <em>Zauberlehrling<\/em>, Fontanes Ballade <em>Br\u00fcck\u2019 am Tay<\/em> und Brechts sozialkritische Gedichte in die p\u00e4dagogische Schatztruhe. Freude am sprachlichen Ausdruck k\u00f6nnen Jugendliche auch finden, wenn sie in eigenen Vortr\u00e4gen, in Beschreibungen physikalischer Experimente, in Theaterrollen und Klassengespr\u00e4chen verst\u00e4ndliches Deutsch anwenden m\u00fcssen.<\/p>\n<h4>Die Lehrerbildung pr\u00e4gt das Lehrerbild<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine erfolgreiche sprachliche Grundbildung unserer Jugend h\u00e4ngt in hohem Mass von einer guten Lehrerbildung ab. An den Fachhochschulen ist man zwar bem\u00fcht, die aufgez\u00e4hlten Kompetenzen in die Ausbildung zu integrieren. Im Schulalltag zeigt sich jedoch, dass in vielen Bereichen offensichtliche Defizite bestehen. Die Erz\u00e4hlkunst ist wenig entwickelt, der schriftliche Ausdruck l\u00e4sst zu w\u00fcnschen \u00fcbrig und das Sachwissen ist bei vielen Studierenden sehr l\u00fcckenhaft. Mitverantwortlich f\u00fcr diesen Abbau ist zweifellos das von einer starken didaktischen Str\u00f6mung favorisierte Lehrerbild des unscheinbaren Begleiters. Wenn kein ausgepr\u00e4gtes Interesse daran besteht, Lehrpersonen als Erz\u00e4hler, als sachkundige Instruktorinnen f\u00fcr anschauliche Stoffvermittlung oder als motivierende Trainerinnen f\u00fcr formales \u00dcben auszubilden, bleibt die Lehrerrolle blass und verliert an sprachlicher Gestaltungskraft. Die Freude an der Sprache muss vorgelebt werden und w\u00e4chst nicht, wenn Lehrpersonen lieber Arbeitsbl\u00e4tter verteilen und die Sch\u00fcler allein arbeiten lassen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine innere Schulreform bedeutet nicht, dass einmal mehr alles auf den Kopf gestellt werden muss. Vielmehr ist der Lehrplan gr\u00fcndlich zu entschlacken, f\u00fcrs Wesentliche mehr Zeit einzur\u00e4umen und das diffuse Lehrerbild des Coachs durch das weit treffendere Rollenbild einer umsichtigen Orchesterdirigentin zu ersetzen. Was man bei der Einf\u00fchrung des neuen Lehrplans verpasst hat, muss jetzt aufw\u00e4ndig nachgeholt werden. Ebenso besteht grosser Erkl\u00e4rungsbedarf, wo auf dem Weg zu p\u00e4dagogischen Pers\u00f6nlichkeiten die Studierenden ihre Ausbildungsschwerpunkte setzen sollen.<\/p>\n<h4>Radikal individualisiertes Lernen \u00fcberfordert das Schulsystem<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wird das im\u00a0Lehrplan angelegte Konzept der Individualisierung des Unterrichts vollumf\u00e4nglich in die Praxis umgesetzt, f\u00fchrt dies zu \u00dcberforderung der Lehrkr\u00e4fte. Die gemeinsame Klassenf\u00fchrung wird schwierig, das soziale Verhalten mit gegenseitiger R\u00fccksichtnahme verschlechtert sich und die Notengebung wird un\u00fcbersichtlich. Gegen eine massvolle Individualisierung des Unterrichts ist nichts einzuwenden. Wo aber von der Schule erwartet wird, dass jede Klassenlehrerin f\u00fcr jedes Kind einen individuellen Bildungsplan ausarbeitet und das Lernen individuell organisiert, st\u00f6sst das Schulsystem an seine Grenzen. Es ist bezeichnend, dass neben der gescheiterten Integration der radikale Anspruch auf individuelles Lernen als gr\u00f6sster Belastungsfaktor gilt.<\/p>\n<h4>Forcierte Digitalisierung als fragw\u00fcrdige Antwort auf das Individualisieren\u00a0<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Manche Schule glaubt, die Belastungen des massgeschneiderten Lernens durch eine weitgehende Digitalisierung des Unterrichts auffangen zu k\u00f6nnen. Das Ganze t\u00f6nt tats\u00e4chlich verlockend. Man setzt die Kinder vor Bildschirme und l\u00e4sst sie an Lernprogrammen mit angepasstem Schwierigkeitsgrad arbeiten. Der L\u00e4rm im Zimmer verschwindet und die Kinder sind l\u00e4ngere Zeit besch\u00e4ftigt. Doch was sie im Vergleich zu einem gut gef\u00fchrten Klassenunterricht dabei lernen, ist nicht nur bei Schw\u00e4cheren oft sehr bescheiden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Eine innere Schulreform tut gut daran, das Heilmittel f\u00fcr mehr Schulqualit\u00e4t nicht in der Digitalisierung zu suchen. Laptops und I-Pads sind Werkzeuge, die ab der Mittelstufe das Lernen unterst\u00fctzen k\u00f6nnen, doch als Ersatz f\u00fcr einen abwechslungsreichen Klassenunterricht eignen sie sich nicht. Erfolgreiches Lernen bedeutet konzentriertes Arbeiten im Rahmen einer lebendigen Schulklasse, aufbauendes Verinnerlichen des Wissens und das Verstehen von Zusammenh\u00e4ngen. Dies gelingt am besten mit gut ausgebildeten Lehrkr\u00e4ften, die sprachlich, fachlich und menschlich kompetent sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">FDP und SVP haben mit ihren Bildungsoffensiven einen schweren Stein ins Rollen gebracht. Wir von der Starken Volksschule unterst\u00fctzen dieses Rollen mit dem Vortragsabend vom 4. November in Z\u00fcrich.\u00a0<\/p>\n<h4>Unser reichhaltiger Pressespiegel bietet noch mehr aktuelle Beitr\u00e4ge\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gleich mehrere interessante Themen haben in den letzten Wochen weitere Diskussion zum Bildungsgeschehen ausgel\u00f6st. Dazu geh\u00f6ren der Dauerbrenner Digitalisierung im Umfeld unserer Kinder, die Frage, wie sinnvoll Hausaufgaben sind, und ob die Reform der Gymnasien im Kanton St. Gallen nicht falsch aufgegleist ist. Und wie immer haben wir f\u00fcr Sie aussagekr\u00e4ftige Leserbriefe ausgew\u00e4hlt.\u00a0<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zum Schluss finden Sie noch einen Hinweis auf eine Veranstaltung unserer St. Galler Freunde. Am 20. Nov. 2024 findet in St. Gallen ein Vortragsabend \u00fcber den <strong>Umgang der Schule mit Gewalt und Mobbing <\/strong>statt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Hanspeter Amstutz<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Inhalt-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"726\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Inhalt-1-1024x726.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1525\" style=\"width:729px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Inhalt-1-1024x726.jpg 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Inhalt-1-300x213.jpg 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Inhalt-1-768x545.jpg 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Inhalt-1-960x681.jpg 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Inhalt-1.jpg 1320w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-31628e1e-673f-4cf9-aa40-fc68a8eece54\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Newsletter-241020.pdf\">Newsletter vom 20.10.2024<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Newsletter-241020.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-31628e1e-673f-4cf9-aa40-fc68a8eece54\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konzentration aufs Wesentliche als neue Leitlinie f\u00fcr die Volksschule<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":{"0":"post-1523","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","6":"category-newsletter","7":"h-entry","8":"hentry","9":"h-as-article"},"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1523","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1523"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1523\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1526,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1523\/revisions\/1526"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1523"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1523"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1523"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}