{"id":1502,"date":"2024-09-21T09:21:07","date_gmt":"2024-09-21T07:21:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1502"},"modified":"2024-09-21T09:24:16","modified_gmt":"2024-09-21T07:24:16","slug":"newsletter-vom-22-9-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1502","title":{"rendered":"Newsletter vom 22. 9. 2024"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-8dfcd42d-1da3-4c5b-84af-96d7df6fd37c\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Newsletter-2409022.pdf\">Newsletter vom 22.9.2024<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Newsletter-2409022.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-8dfcd42d-1da3-4c5b-84af-96d7df6fd37c\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n<h2>Ein klares Ja der Lehrerverb\u00e4nde zu handyfreien Schulen ist \u00fcberf\u00e4llig<\/h2>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der exzessive Umgang unserer Jugend mit Smartphones und anderen digitalen Ger\u00e4ten wirft zurzeit hohe Wellen. Die Zeitungen sind voll mit Interviews von Medienfachleuten, die sich \u00e4usserst besorgt \u00fcber den ausufernden Gebrauch von Smartphones im Alltag unserer Jugend zeigen.<!--more--> Eltern melden sich ziemlich verzweifelt, dass ihr Sohn kaum noch von gewissen elektronischen Ballerspielen loskomme und ihre Tochter bis tief in die Nacht in den sozialen Netzwerken am Chatten sei. Selbst digital affine Journalisten fragen sich, ob die Entwicklung nicht l\u00e4ngst aus dem Ruder gelaufen ist.<\/p>\n<h4>Die Nachrichtenflut auf den Handys beeintr\u00e4chtigt das Lernverhalten<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Tenor in den Interviews und den Berichten ist eindeutig: Der digitale Konsum hat bei einem sehr grossen Teil unserer Jugend ein sch\u00e4dliches Ausmass angenommen. Jedes Besch\u00f6nigen der Situation sei fehl am Platz. Es f\u00e4llt nicht schwer, die negativen Auswirkungen des digitalen \u00dcberkonsums aufzuz\u00e4hlen. Suchtartiger Umgang mit dem Handy, dauernde \u00dcberm\u00fcdung, fehlende Konzentrationsf\u00e4higkeit, R\u00fcckzug aus dem realen Freundeskreis, Traumatisierungen durch \u00fcbelste Gewaltszenen und depressives Verhalten sind unter Jugendlichen weit verbreitet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese unerfreuliche Entwicklung hat die Volksschule mit voller Wucht getroffen. Manchen Teenagern gelingt es kaum noch, sich l\u00e4ngere Zeit intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen. Sie sind sich so sehr an digitales Kurzfutter gew\u00f6hnt, dass sie rasch abh\u00e4ngen, wenn keine h\u00e4ufigen Szenenwechsel erfolgen. Wie seri\u00f6se Untersuchungen zeigen, wirkt sich eine totale Abh\u00e4ngigkeit von den elektronischen Ger\u00e4ten sp\u00fcrbar negativ auf die Schulleistungen aus. Grunds\u00e4tzlich ist die Einsicht da, dass es so nicht weitergehen kann, doch viele Schulen z\u00f6gern, einschneidende Massnahmen zu treffen. Niemand setzt sich gern dem Vorwurf aus, als Bremser des digitalen Fortschritts hingestellt zu werden. Doch jetzt braucht es \u00fcberzeugende L\u00f6sungen f\u00fcr den Umgang mit digitalen Ger\u00e4ten.<\/p>\n<h4>Ein halbherziges Handyverbot n\u00fctzt wenig<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die erste Frage lautet: Sind unsere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler w\u00e4hrend eines Schultags wirklich auf ihr Handy angewiesen? Die Antwort ist ein klares Nein. Die Ausrede von der steten Erreichbarkeit durch die Erziehungsberechtigten verfl\u00fcchtigt sich im Nu, wenn in Notsituationen via Klassenlehrpersonen ein Kontakt hergestellt werden kann.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Idee einer handyfreien Schule ist ein p\u00e4dagogischer Kontrapunkt zugunsten einer Befreiung der Jugendlichen von einer arg belastenden Nachrichtenflut. Deshalb ist es wichtig, dass die Handys auch in den Pausen den Jugendlichen nicht zur Verf\u00fcgung stehen. Wird dies nicht praktiziert, kann man davon ausgehen, dass die Mitteilungen auf den Bildschirmen weit mehr Aufmerksamkeit finden als die Mitsch\u00fcler auf dem Pausenplatz. Schulen sind Orte, wo das Gemeinsame, der direkte Kontakt untereinander, eine zentrale Rolle spielt. Sportliche Aktivit\u00e4ten in den Pausen und freundschaftliche Gespr\u00e4che sind Teil einer gemeinschaftsbildenden Schulkultur. Dies anerkennen selbst Sch\u00fcler, die bereits Erfahrungen mit einem umfassenden Handyverbot an ihren Schulen gemacht haben. Sie sch\u00e4tzen es, nicht mehr dauernd auf ihr Smartphone starren zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die bisherigen Stellungnahmen des LCH und einiger kantonaler Lehrerverb\u00e4nde sind in der Frage eines umfassenden Handyverbots ziemlich vage ausgefallen. Mit ihrer zweideutigen Haltung geben sie den Lehrpersonen, welche sich aus p\u00e4dagogischen \u00dcberlegungen f\u00fcr ein Verbot an ihrer Schule entschieden haben, keine ausreichende R\u00fcckendeckung. Ausgerechnet in einer Angelegenheit, wo die p\u00e4dagogische Argumentation von zentraler Bedeutung ist und die Stimme der Lehrerschaft grosses Gewicht hat, dr\u00fcckt man sich vor eindeutigen Aussagen. Dabei verkennt man die Chance, dass die allermeisten Eltern froh w\u00e4ren, wenn die Schule mit einer starken Einschr\u00e4nkung des Handygebrauchs voranginge. Die Schule kann zwar den Freizeitbereich kaum beeinflussen, aber handyfreie Schulen w\u00e4ren zweifellos eine Manifestation des p\u00e4dagogischen Widerstands gegen einen gedankenlosen Umgang mit digitalen Ger\u00e4ten. Sehr hilfreich w\u00e4re es, wenn die Lehrerverb\u00e4nde endlich \u00fcber ihren Schatten springen und f\u00fcr umfassend handyfreie Schulen eintreten w\u00fcrden.<\/p>\n<h4>Forcierte Individualisierung pusht die Digitalisierung<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die zweite Frage lautet: Wie weit ist ein breiter Einsatz digitaler Ger\u00e4te in der Volksschule tats\u00e4chlich ein p\u00e4dagogischer Fortschritt? Hier gehen die Meinungen weit auseinander. Selbstverst\u00e4ndlich gibt es Bereiche, wo digital unterst\u00fctztes Lernen einen Mehrwert bringt. Pers\u00f6nliche Laptops an der Sekundarschule geh\u00f6ren heute in den meisten Klassen zur digitalen Grundausr\u00fcstung. H\u00f6chst umstritten ist jedoch der Einsatz von iPads und Laptops bereits in der Primarschule. In den Berichten aus Skandinavien, wo die Digitalisierung weit fortgeschritten ist, wird eine ern\u00fcchternde Bilanz gezogen. Statt der erhofften Leistungssteigerung durch eine verst\u00e4rkte Digitalisierung zeigten sich erhebliche Defizite der Kinder in den Grundlagenf\u00e4chern. Die Warnungen aus den Bildungsministerien vor viel zu hohen Erwartungen an einen digitalisierten Unterricht sind nicht zu \u00fcberh\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man kann unseren Lehrerverb\u00e4nden nicht vorwerfen, dass sie die Kritik an der Digitalisierung nur auf die leichte Schulter nehmen w\u00fcrden. Doch sie verdr\u00e4ngen eine Grundsatzfrage, die eng mit der umfassenden Digitalisierung verkn\u00fcpft ist. Es geht um die radikale Individualisierung des Unterrichts. Muss jedem Kind individualisiertes Lernen mit unterschiedlichen Bildungszielen erm\u00f6glicht werden, kommen die Lehrpersonen mit konventionellen Methoden an den Anschlag. Es ist \u00e4usserst schwierig, zwanzig Kinder in einem Klassenzimmer gut zu betreuen, wenn jedes in seinem Lernprozess an einem andern Kompetenzschritt arbeitet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Unter dem Druck popul\u00e4rer Individualisierungsanspr\u00fcche haben sich Anbieter digitaler Lernprogramme als professionelle Helfer ins Spiel gebracht. Ihr Konzept t\u00f6nt einleuchtend. Man setzt jedes Kind nach einem kurzen Einf\u00fchrungsgespr\u00e4ch vor einen Bildschirm und l\u00e4sst es auf einem passenden Level selbst\u00e4ndig lernen. Doch was bei einer radikalen Umsetzung dieser Methode dabei herauskommt, ist im Vergleich zu einem guten gemeinsamen Unterricht in der Regel wenig erfreulich. Die Sch\u00fcler vermissen das Erlebnis des miteinander Lernens, sie f\u00fchlen sich nicht direkt angesprochen und das allgemeine Lernniveau sinkt.<\/p>\n<h4>Masshalten bei den Bildungsw\u00fcnschen reduziert den Digitalisierungsdruck<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es geh\u00f6rt zu den p\u00e4dagogischen Grundregeln, dass Lehrkr\u00e4fte auch im gemeinsamen Unterricht das individuelle Leistungsverm\u00f6gen der Jugendlichen ber\u00fccksichtigen. Grundlagen werden so erarbeitet, dass m\u00f6glichst alle Sch\u00fcler sie verstehen. Danach k\u00f6nnen im schriftlichen Bereich \u00fcber Basis- und Zusatzstoff bis zu einem gewissen Grad individuelle Wege beschritten werden. Doch mit \u00fcberzogenen Anforderungen an massgeschneidertes Lernen werden die Kr\u00e4fte der Lehrpersonen strapaziert. Das hat offensichtlich auch der Z\u00fcrcher Lehrerverband gemerkt, der sich in einer Stellungnahme kritisch zu den Belastungen durch eine \u00fcbertriebene Individualisierung ge\u00e4ussert hat.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein Handyverbot ist das eine, um konzentriertes Lernen in der Volksschule zu f\u00f6rdern. Das andere ist ein Masshalten beim individualisierten und digitalisierten Unterricht. Auch da w\u00e4re es hilfreich, wenn die Lehrerverb\u00e4nde auf den engen Zusammenhang der beiden Bereiche hinweisen und ausufernden Bildungsw\u00fcnschen entgegentreten w\u00fcrden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Liebe Leserinnen und Leser, Sie finden in unserer Ausgabe ein ganzes B\u00fcndel an Texten und Kommentaren zum problematischen Einfluss der digitalen Welt auf unsere Jugend. Wir fanden es angebracht, uns auf dieses wichtige Thema zu konzentrieren.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Hanspeter Amstutz<\/em><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Inhalt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"689\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Inhalt-1024x689.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1505\" style=\"width:674px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Inhalt-1024x689.jpg 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Inhalt-300x202.jpg 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Inhalt-768x517.jpg 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Inhalt-960x646.jpg 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Inhalt.jpg 1288w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-8dfcd42d-1da3-4c5b-84af-96d7df6fd37c\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Newsletter-2409022.pdf\">Newsletter vom 22.9.2024<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/Newsletter-2409022.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-8dfcd42d-1da3-4c5b-84af-96d7df6fd37c\">Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein klares Ja der Lehrerverb\u00e4nde zu handyfreien Schulen ist \u00fcberf\u00e4llig<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-1502","post","type-post","status-publish","format-standard","category-newsletter","h-entry","hentry","h-as-article"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1502","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1502"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1502\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1507,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1502\/revisions\/1507"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1502"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1502"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1502"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}