{"id":1313,"date":"2023-09-23T08:00:32","date_gmt":"2023-09-23T06:00:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1313"},"modified":"2023-09-23T08:40:33","modified_gmt":"2023-09-23T06:40:33","slug":"newsletter-vom-24-september-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1313","title":{"rendered":"Newsletter vom 24. September 2023"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-8d27bdbe-756e-4752-9545-cbbafbad4f86\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Newsletter-230924.pdf\">Newsletter vom 24.9.2023<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Newsletter-230924.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-8d27bdbe-756e-4752-9545-cbbafbad4f86\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n<h2>Mit der kantonalen Volksinitiative f\u00fcr F\u00f6rderklassen wird ein heisses Eisen angepackt<\/h2>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Kanton Z\u00fcrich kommt Bewegung in die erstarrte Politik bei der schulischen Integration. Mit einer kantonalen Volksinitiative zur Wiedereinf\u00fchrung von F\u00f6rderklassen soll f\u00fcr die Schulen eine schon seit Jahren geforderte Entlastung geschaffen werden. Die zunehmenden Klagen unz\u00e4hliger Klassenlehrpersonen, die angeordnete Integration stark verhaltensauff\u00e4lliger Sch\u00fcler in die Regelklassen erschwere einen geordneten Schulbetrieb massiv, sind nicht mehr zu \u00fcberh\u00f6ren. <!--more-->Auch Eltern reklamieren, dass das St\u00f6rpotenzial einzelner Sch\u00fcler konzentriertes Arbeiten der Lernwilligen in manchen Klassen beeintr\u00e4chtige. Kaum Kritik gibt es hingegen gegen\u00fcber Kindern, die durch eine geistige oder k\u00f6rperliche Behinderung den Regelklassen zugeteilt wurden. Hier besteht vielmehr die Schwierigkeit, dass diese Kinder im Rahmen eines normalen Schulprogramms in vielen F\u00e4llen nicht ausreichend gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen. Klassenlehrkr\u00e4fte f\u00fchlen sich \u00fcberfordert, wenn sie einen sehr hohen Betreuungsaufwand f\u00fcr einzelne Kinder leisten und gleichzeitig anspruchsvolle Unterrichtsziele erreichen m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Seit der Einf\u00fchrung des neuen Volksschulgesetzes gilt das Dogma der Integration aller Kinder in die Regelklassen. Keine Sch\u00fclerin und kein Sch\u00fcler sollte durch separate Schulung ausgegrenzt und f\u00fcr den weiteren Lebensweg stigmatisiert werden. Was theoretisch gut t\u00f6nt, hat sich allerdings in der Praxis als kaum zu bew\u00e4ltigende Aufgabe herausgestellt. Eigentlich m\u00fcssten den Klassenlehrpersonen f\u00fcr die schulische F\u00f6rderung integrierter Kinder gut ausgebildete Heilp\u00e4dagoginnen zur Seite stehen. Doch die von Klasse zu Klasse eilenden Spezialistinnen sind oft nicht da, wenn es zu Wutausbr\u00fcchen oder Lernblockaden bei den Verhaltensauff\u00e4lligen kommt. Es zeigt sich, dass das Modell der Totalintegration in st\u00e4rker belasteten Klassen nicht funktioniert und die Lehrpersonen im Stich gelassen werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Initiative packt ein heisses Eisen an, indem sie das unselige Dogma der Verunglimpfung separativer Schulung infrage stellt. Im Volksschulgesetz besteht zwar die M\u00f6glichkeit, mit viel administrativem Aufwand eine Kleinklasse zu f\u00fchren. Doch die H\u00fcrden mit psychologischen Abkl\u00e4rungen und finanziellem Mehraufwand sind so hoch, dass gerade noch in zwei Z\u00fcrcher Schulgemeinden Kleinklassen gef\u00fchrt werden. Man hat in der Bildungsdirektion und an der Schule f\u00fcr Heilp\u00e4dagogik seit siebzehn Jahren gezielt darauf hingearbeitet, die Kleinklassen im ganzen Kanton abzuschaffen. Heilp\u00e4dagoginnen werden f\u00fcr eine therapeutische Einzelbetreuung der Kinder ausgebildet und nicht mehr auf die F\u00fchrung von Kleinklassen vorbereitet. Doch unterdessen beklagen sich viele Heilp\u00e4dagoginnen, dass der verzettelte Einsatz in mehreren Klassen aus p\u00e4dagogischer Sicht f\u00fcr sie v\u00f6llig unbefriedigend sei.<\/p>\n<h4>Nach 17 Jahren des Experimentierens braucht es endlich praktikable L\u00f6sungen<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Scherbenhaufen der Totalintegration ist so gross, dass selbst die einstigen Bef\u00fcrworter des Modells zugeben, es sei zu viel schiefgelaufen. Linksstehende Politikerinnen fordern deshalb unisono den Einsatz von noch mehr Heilp\u00e4dagoginnen in den Regelklassen und zus\u00e4tzliche finanzielle Mittel. Doch die Forderung ist angesichts des Lehrermangels und des bereits arg strapazierten Budgets f\u00fcr die Sonderp\u00e4dagogik absolut illusorisch. Auf etwas andere Weise streuen ideologische Verteidiger des Integrationsgedankens den Leuten Sand in die Augen, indem sie von neuen Versuchen mit Lerninseln sprechen. Dagegen w\u00e4re nichts einzuwenden, wenn nicht wieder ein Absolutheitsanspruch f\u00fcr ein bestimmtes F\u00f6rdermodell propagiert und die praktische Umsetzung einmal mehr verz\u00f6gert w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Schulen haben jetzt siebzehn Jahre lang Zeit gehabt, um Integrationsmodelle zu entwickeln. In der Schulpraxis weiss man l\u00e4ngst, was gescheitert ist und welche Alternativen zu Kleinklassen unter gewissen schulischen Bedingungen infrage kommen. Die Bildungspolitik hat in der Integrationsfrage versagt und sollte mit dem Verschiessen von weiteren Nebelpetarden endlich aufh\u00f6ren. Will man den Schulen ehrlich unter die Arme greifen, braucht es den Mut zu flexibleren L\u00f6sungen. Die Gemeinden sollen den Entscheid zwischen separativen und integrativen F\u00f6rdermodellen selbst treffen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir haben Ihnen in unserem Newsletter ein ganzes B\u00fcndel von Texten, Interviews und Kommentaren im Zusammenhang mit der F\u00f6rderklassen-Initiative zusammengestellt. Wir nehmen an, dass dies erst der Auftakt zu heftigen Diskussionen um den richtigen Weg in der schulischen Integration ist. Wir hoffen sehr, dass diese ewige Baustelle nun aufger\u00e4umt wird.<\/p>\n<h4>Stadtz\u00fcrcher Schulen m\u00fcssen sich mit einem vermeintlich heissen Eisen befassen<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Pr\u00e4sentation eines Geschichtslehrmittels des Pr\u00e4sidialamts der Stadt Z\u00fcrich \u00fcber die Verwicklung von Z\u00fcrcher Kaufleuten in den einstigen Sklavenhandel hat im Kanton f\u00fcr einige Aufregung gesorgt. Es geht dabei um die Verwandtschaft von Alfred Escher. Der Z\u00fcrcher Eisenbahnpionier und F\u00f6rderer des jungen Bundesstaats von 1848 wird im Buch auf ungerechtfertigte Weise mit den tr\u00fcben Machenschaften seines Onkels in Zusammenhang gebracht. Das Lehrmittel soll dar\u00fcber hinaus die Sch\u00fcler \u00fcber rassistische Symbole aufkl\u00e4ren und Spuren des einstigen Kolonialismus in der Stadt aufdecken. Dagegen w\u00e4re nichts einzuwenden, wenn auf offensichtliche Fehlinterpretationen verzichtet und kein so einseitig negatives Bild einer f\u00fcr Z\u00fcrich bedeutenden Epoche vermittelt w\u00fcrde. In einem Kommentar in der NZZ ist gar von einer \u00abhaarstr\u00e4ubenden Geschichtsklitterung\u00bb die Rede.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Man fragt sich zu Recht, welche Vorstellungen der Z\u00fcrcher Stadtrat vom Auftrag des Geschichtsunterrichts in unseren Sekundarschulen hat. Aus staatskundlichen Gr\u00fcnden g\u00e4be es weit Dringenderes als beim Begriff Mohrenkopf sofort an Rassismus zu denken. Unsere Schulabg\u00e4nger wissen in den seltensten F\u00e4llen, welche Leistungen der umstrittene Alfred Escher beim wirtschaftlichen Aufbau des Kantons und beim Bau der Gotthardbahn spielte. Weit bedenklicher ist jedoch, dass unsere Jugend kaum Kenntnisse \u00fcber Meilensteine der modernen Schweizer Geschichte hat, weil verunsicherte Lehrpersonen dieses Minenfeld umstrittener Meinungen meiden. Welches die Gr\u00fcnde f\u00fcr das Malaise sein k\u00f6nnten, finden Sie in meinem Beitrag zum aktuellen Geschichtsunterricht in der Volksschule.<\/p>\n<h4>Die Notenproblematik scheint erneut aufzuflammen<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Trotz unz\u00e4hliger gescheiterter Versuche, die Zeugnisnoten abzuschaffen, probiert es die Stadt Luzern mit einem neuen Anlauf. In seinem kritischen Beitrag in den Zentralschweizer Printmedien berichtet Adi K\u00e4lin \u00fcber den Luzerner Versuch. Er weist darauf hin, dass die bildungspolitisch wagemutige Stadt Basel bei der Notenabschaffung zur\u00fcckgekrebst ist, weil Einbussen bei den Schulleistungen festgestellt wurden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wer sich etwas gr\u00fcndlicher mit dem Thema auseinandersetzen m\u00f6chte, findet in der Radiosendung von SRF 1 mit dem Titel \u00abSind Schulnoten noch zeitgem\u00e4ss?\u00bb \u00fcberzeugende Antworten von Carl Bossard f\u00fcr die Beibehaltung des bisherigen Systems. Der erfahrene Rektor sieht in einem Klima des ermutigenden und fairen Lernens keinen Grund, auf eine Klarheit schaffende Notengebung zu verzichten.<\/p>\n<h4>Nachlese auf ein bewegendes Thema und zwei Veranstaltungshinweise<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Diskussion um den Wert des gymnasialen Bildungswegs gegen\u00fcber der beruflichen Ausbildung hat in der Presse im vergangenen Monat hohe Wellen geschlagen. Stadtrat Leutenegger unterstreicht in seinem Beitrag, dass in unserem Land gut ausgebildete Berufsleute beste Chancen haben vorw\u00e4rtszukommen und gesellschaftliche Anerkennung zu finden. Leserbriefschreiber sehen in einer hohen Gymnasialquote die Gefahr, dass die gymnasialen Leistungsanforderungen sinken und der Fachkr\u00e4ftemangel weiter steigen wird.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gerne weisen wir Sie am Schluss auf zwei Veranstaltungen hin, bei denen die beiden Starken Schulen f\u00fcr die Organisation zust\u00e4ndig sind. Sie sehen, in Sachen Bildung l\u00e4uft zurzeit einiges.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr die Redaktion der Starken Volksschule Z\u00fcrich<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Hanspeter Amstutz <\/em><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Inhalt-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Inhalt-1-1024x996.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1315\" style=\"width:764px;height:743px\" width=\"764\" height=\"743\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Inhalt-1-1024x996.jpg 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Inhalt-1-300x292.jpg 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Inhalt-1-768x747.jpg 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Inhalt-1-960x934.jpg 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Inhalt-1.jpg 1347w\" sizes=\"auto, (max-width: 764px) 100vw, 764px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-8d27bdbe-756e-4752-9545-cbbafbad4f86\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Newsletter-230924.pdf\">Newsletter vom 24.9.2023<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/Newsletter-230924.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-8d27bdbe-756e-4752-9545-cbbafbad4f86\">Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der kantonalen Volksinitiative f\u00fcr F\u00f6rderklassen wird ein heisses Eisen angepackt Im Kanton Z\u00fcrich kommt Bewegung in die erstarrte Politik bei der schulischen Integration. 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