{"id":1232,"date":"2023-03-25T08:28:35","date_gmt":"2023-03-25T07:28:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1232"},"modified":"2023-03-25T08:31:19","modified_gmt":"2023-03-25T07:31:19","slug":"newsletter-vom-26-3-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1232","title":{"rendered":"Newsletter vom 26. 3. 2023"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-24ca3ecc-d634-46ed-acba-2160f5c9600f\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Newsletter-230326.pdf\">Newsletter vom 26.3.2023<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Newsletter-230326.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-24ca3ecc-d634-46ed-acba-2160f5c9600f\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2>Was f\u00fcr eine Bildung im Gymnasium und in der Volksschule?<\/h2>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aus einer der menschlichen Natur entsprechenden p\u00e4dagogischen Sicht ist die Antwort nicht schwierig: Am Gymnasium braucht es eine im Kern humanistische, das heisst eine dem Menschen gem\u00e4sse und menschenw\u00fcrdige Bildung. Dasselbe gilt f\u00fcr die Bildung in der Volksschule. <!--more-->An den Anfang unserer Textsammlung stellen wir zwei Beitr\u00e4ge, die diesen Grundgedanken wundersch\u00f6n in Worte fassen: Die Erinnerung an das p\u00e4dagogische Ziel einer ganzheitlichen Volksbildung von Johann Heinrich Pestalozzi aus der Feder der langj\u00e4hrigen Handarbeitslehrerin Marianne B\u00fcrkli und den eindringlichen Mahnruf unseres \u00abHausautors\u00bb Carl Bossard an die Lehrerinnen und Lehrer, unsere Jugend an das Gl\u00fcck des Lesens heranzuf\u00fchren und ihr die Lesekompetenz zu vermitteln, die auch f\u00fcr die soziale und politische Teilhabe an der Demokratie unverzichtbar ist.<\/p>\n<h4>Welche Bildung an unseren Gymnasien?<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Von diesem Niveau aus nehmen wir zwei der Argumente in den Medien f\u00fcr einen sogenannt zeitgem\u00e4ssen \u00abWandel\u00bb der gymnasialen Bildung unter die Lupe. Zum Beispiel verkennt der Titel \u00abHistoriker bangen um ihr Fach\u00bb das p\u00e4dagogische Anliegen, dem Fach Geschichte \u2013 und anderen Grundlagenf\u00e4chern \u2013 ihren geb\u00fchrenden Platz und ihre anspruchsvollen Inhalte zu erhalten. Wer glaubt, Themen wie \u00abdie Globalisierung und die Digitalisierung, aber auch aktuelle Fragen zur partizipativen Gesellschaft oder zur Nachhaltigkeit\u00bb verlangten eine \u00c4nderung des F\u00e4cherkanons, der irrt. Was es braucht, ist auf einer ganz anderen Ebene zu suchen. Gymilehrerinnen mit einer gr\u00fcndlichen und in die Tiefe gehenden Bildung, verbunden mit der F\u00e4higkeit und dem Drang, sich unabl\u00e4ssig mit der Geschichte und den Aktualit\u00e4ten der Welt auseinanderzusetzen, tragen ihre Erkenntnisse und Gedanken in ihre Klassen, wie auch immer ihr Fach bezeichnet wird. Den Lehrkr\u00e4ften vorschreiben zu wollen, welche einzelnen Problemkreise sie mit ihren Sch\u00fclern w\u00e4lzen sollen, verst\u00f6sst gegen die Lehrfreiheit.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Kritik von Economiesuisse, die geplante Maturreform ber\u00fccksichtige die Forderungen der Wirtschaft zu wenig, ist entgegenzusetzen: Die gymnasiale Bildung darf sich nicht darauf beschr\u00e4nken, Zudienerin der Wirtschaft zu sein. Sicher ist es wichtig, das Verst\u00e4ndnis und die Freude an Mathematik und Naturwissenschaften zu f\u00f6rdern. Aber es muss in allen F\u00e4chern das Ziel des Unterrichts sein, dass die Sch\u00fcler sich einen Grundstock an Wissen und Kenntnissen aneignen und lernen zu lernen und zu denken. Dass dazu auch die \u00abSoft Skills\u00bb geh\u00f6ren, sollte wieder selbstverst\u00e4ndlich werden. Viele davon, zum Beispiel Bereitschaft zur Kooperation, Verantwortungsbewusstsein und h\u00f6flicher Umgang, m\u00fcssen von klein auf in der Familie gelernt werden.<\/p>\n<h4>Hausaufgaben \u2013 ein Stress f\u00fcr Jugendliche?<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Medien der letzten Wochen sind voll von Stimmen, die in den Hausaufgaben eine schwere Belastung, ja sogar eine m\u00f6gliche Ursache f\u00fcr schwere psychische Probleme sehen. Es gibt sogar Z\u00fcrcher Gymilehrer und Rektoren, welche die Hausaufgaben ganz abschaffen wollen. In einigen Leserbriefen kommt ein meiner Meinung nach zu starkes Mitleid mit den \u00abgestressten\u00bb Jugendlichen zum Ausdruck. Von \u00abLernen ohne Freude\u00bb ist die Rede, als ob Hausaufgaben per se eine freudlose Angelegenheit sein m\u00fcssten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nichts Neues sind die Zahlen von Bildungsforscher Stefan Wolters, wonach Lehrlinge mehr Wochenstunden und weniger Ferien haben als Kantisch\u00fcler. Meine Berufssch\u00fcler wussten das schon vor Jahren und sagten jeweils stolz: \u00abWir sind halt nicht so \u00abweich\u00bb wie die in der Kanti, wir stehen fr\u00fcher auf und wissen am Abend, was wir geleistet haben. Daf\u00fcr kriegen wir auch einen Lohn.\u00bb Und ihre Schulaufgaben mussten sie am Abend nach der Arbeit l\u00f6sen.\u00a0<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Einige Autoren und Leserbriefschreiber sorgen sich darum, dass die heutigen Gymi-Sch\u00fcler vor lauter Ufzgi keine Zeit mehr f\u00fcr Sport und Musik oder \u00e4hnliches haben k\u00f6nnten. Ein Leserbriefschreiber bemerkt dazu richtig, jeden Tag stundenlang mit dem Handy besch\u00e4ftigt zu sein, stelle er sich auch stressig vor. Wenn ich daran denke, wof\u00fcr ich in der Kanti neben den oft umfangreichen Hausaufgaben noch Zeit hatte: Ich war Pfadif\u00fchrerin, hatte Klavierstunden, las tonnenweise B\u00fccher, traf mich mit meinen Freundinnen. Im sonnigen Sommer vor der Matura lag ich an den schulfreien Nachmittagen unter einem Baum in der Badi und las meine Pflichtlekt\u00fcre.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die P\u00e4dagogen, die im lesenswerten Nebelspalter-Artikel vom 19. M\u00e4rz zu Wort kommen, bringen es auf den Punkt: Bei den Hausaufgaben anzusetzen, sei der falsche Ansatz. Nirgendwo k\u00f6nne man besser lernen, sein Lernen selbst einzuteilen, als bei den Hausaufgaben, so der Baselbieter Oberstufenlehrer J\u00fcrg Wiedemann. Und Gymnasiallehrer Rene Roca sieht die Ursache des Problems in der Volksschule. Weil der Lehrplan 21 einseitig auf die Aneignung von Kompetenzen ausgerichtet sei, h\u00e4tten viele Sch\u00fcler grosse L\u00fccken im Stoff und auch nicht gelernt, selbst\u00e4ndig zu lernen.<\/p>\n<h4>Selbst\u00e4ndiges sowie gemeinsames Lernen geh\u00f6rt zu einer dem Menschen gem\u00e4ssen Bildung<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr die F\u00e4higkeit, in der Schule Gelerntes selbst\u00e4ndig zu \u00fcben und zu vertiefen, sind Hausaufgaben \u2013 besonders im Gymnasium \u2013 unverzichtbar. Mehrere Fremdsprachen nebeneinander zu lernen, ohne dass sie in der Familie gesprochen werden, ist nun einmal nicht m\u00f6glich, ohne sich W\u00f6rtli und Grammatik einzupr\u00e4gen. Dass es manchmal zu Belastungsspitzen kommt, ist im Gymi kaum zu vermeiden \u2013 \u00fcbrigens auch sp\u00e4ter im Leben nicht. Gut, wenn man als Jugendlicher schon lernt, die anstehenden Arbeiten selbst\u00e4ndig zu organisieren und einzuteilen. Wer nach der Matura ein Hochschulstudium ins Auge fasst, wird froh sein um sein jahrelanges Hausaufgaben-Training. Den wichtigen Aspekt der Chancengleichheit bringt Mathelehrer Balz B\u00fcrgisser im Nebelspalter-Artikel ein: \u00abHausaufgaben vertiefen doch das erfolgreiche Lernen am Gymnasium. Sie festigen den Stoff und sind ein Zeichen der Chancengleichheit\u00bb. Wer im Unterricht weniger schnell sei, k\u00f6nne den Stoff zu Hause festigen. \u00abDas darf man nicht einfach aufgeben.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Was in den Medien kaum thematisiert wird, ist die M\u00f6glichkeit, sich zu den Hausaufgaben oder Pr\u00fcfungsvorbereitungen zusammenzutun. Da erkl\u00e4rt der eine den Lernstoff f\u00fcr den Geografie-Test, die andere die neu eingef\u00fchrten franz\u00f6sischen Grammatikregeln. Wenn man sich die Englisch- oder Franz-W\u00f6rtli gegenseitig abfragt, macht es sogar Spass. Auf anspruchsvolle Pr\u00fcfungen bereiteten wir uns in der Kanti h\u00e4ufig zu dritt oder viert vor. Das gemeinsame Lernen ist auch \u00fcber die Ufzgi hinaus eine soziale Angelegenheit. Oft ist der \u00dcbergang zwischen Lernen und Freizeit fliessend: Man macht auch einmal Pause und widmet sich anderen Themen.<\/p>\n<h4>Einige Highlights zum Dauerbrenner integrierte Klassen und Lehrermangel<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Auftakt zu diesem Teil unserer Textsammlung geb\u00fchrt Mario Andreotti, der Ross und Reiter der heutigen Misere in der Volksschule beim Namen nennt: Das falsche Lernkonzept des Lehrplan 21, die Heranbildung von Coaches statt einer Lehrerbildung, die diesen Namen verdient, die \u00dcberflutung der Lehrkr\u00e4fte mit \u00abadministrativem Krimskrams\u00bb. Andreotti fordert die R\u00fcckkehr zum Frontalunterricht (Klassenunterricht), der \u00abnachgewiesenermassen die besten Lernergebnisse brachte\u00bb.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Artikel \u00abOhne Bildung gibt es keinen Staat\u00bb finden sich einige bemerkenswerte Feststellungen, unter anderem im Titel, oder in der Bemerkung, dass die Institutionskritik der 1968er und die \u00abReformkaskade\u00bb in den 1990er Jahren \u00abdie Resilienz der Schulen geschw\u00e4cht haben\u00bb. Auch die Vorschl\u00e4ge des Autors zur Steigerung der Attraktivit\u00e4t des Lehrerberufs sind interessant: Alle unn\u00f6tigen administrativen Aufgaben streichen, die Begleitung der Junglehrer beim Berufseinstieg verbessern. Andererseits ist es kaum nachvollziehbar, dass der Autor sich von (teuren!) Designer-Schulh\u00e4usern<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Inhalt-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Inhalt-1-1024x917.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1234\" width=\"662\" height=\"593\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Inhalt-1-1024x917.png 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Inhalt-1-300x269.png 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Inhalt-1-768x688.png 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Inhalt-1-1536x1376.png 1536w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Inhalt-1-960x860.png 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Inhalt-1.png 1824w\" sizes=\"auto, (max-width: 662px) 100vw, 662px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr eine Bildung im Gymnasium und in der Volksschule? 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