{"id":1197,"date":"2023-02-10T11:20:33","date_gmt":"2023-02-10T10:20:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1197"},"modified":"2023-02-10T11:20:36","modified_gmt":"2023-02-10T10:20:36","slug":"newsletter-vom-12-2-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1197","title":{"rendered":"Newsletter vom 12. 2. 2023"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-7f4c98bf-1c19-4963-a07d-6435150b8155\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Newsletter-230212.pdf\">Newsletter vom 12.2.2023<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Newsletter-230212.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-7f4c98bf-1c19-4963-a07d-6435150b8155\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n<h2>Eine gute Volksschule tut not!<\/h2>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Alle Jahre wieder lesen wir in den Z\u00fcrcher Medien von der grossen Aufregung vor den Gymi-Aufnahmepr\u00fcfungen. Eltern beschweren sich, weil letztes Jahr an der Pr\u00fcfung andere Aufgaben gestellt wurden als in der Schule oder weil ihr Kind trotz besten Schulleistungen nicht bestanden hat. Und es geht auch um die Chancengleichheit.<!--more--><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir ersparen uns und unserer Leserschaft die Wiedergabe aller neuen Artikel zum Thema Gymi-Pr\u00fcfungen und wenden uns dem Wesentlichen zu.<\/p>\n<h4>Dauerbrenner Chancengleichheit<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Forderung nach Chancengleichheit war und ist mit Recht ein Dauerbrenner: Schon in meiner Generation stand sie an. Meine Mitsch\u00fcler aus italienischen Gastarbeiterfamilien fassten die Gymipr\u00fcfung gar nicht ins Auge, w\u00e4hrend ich als Arztkind schon in der 3. Klasse wusste, dass ich sp\u00e4ter in die Kanti will. Trotzdem war die Chancengleichheit damals gr\u00f6sser als heute. Weil in neun Jahren Volksschule praktisch alle Kinder den n\u00f6tigen Grundstock an Kenntnissen mitbekamen, wurden meine Gsp\u00e4nli, die nach der 6. Klasse die Oberschule besucht hatten und in der Lehre sowie im Berufsleben gute Leistungen erbrachten, sp\u00e4ter Direktionssekret\u00e4rin oder Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Die Basiskompetenzen Lesen, Schreiben, Rechnen wurden in der Primarklasse geschult, best\u00e4tigt auch Carl Bossard, und er malt die damalige Lehr- und Lernmethode anschaulich aus: \u00abWas wir &lt;durchnahmen&gt;, nahmen wir gr\u00fcndlich durch, m\u00fcndlich und schriftlich, mit vielen Sinnen, pr\u00e4zis und diszipliniert. Ein Ding richtig k\u00f6nnen ist mehr als Halbheiten im Hundertfachen.\u00bb Zudem haben viele von uns, im Gegensatz zu manchen heutigen Kindern, die in ihrer Freizeit in erster Linie mit dem Handy besch\u00e4ftigt sind, von klein auf Berge von B\u00fcchern verschlungen, was f\u00fcr den Spracherwerb ein grosser Vorteil war.<\/p>\n<h4>Fehlen der Grundkenntnisse am Ende der Volksschule: Ein Systemversagen<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Heute dagegen sitzen unsere Kinder in heterogenen Inklusionsklassen und sollen selbstorganisiert und oft alleingelassen die Lernziele eines untauglichen Lehrplans erreichen. Diktate zu \u00fcben oder das Einmaleins auswendig zu lernen gilt nicht mehr als zeitgem\u00e4ss. Dass viele 15-J\u00e4hrige die Schule ohne die notwendigen sprachlichen Grundkenntnisse verlassen, nennt Stefan C. Wolter, Direktor der <em>Schweizerischen Koordinationsstelle f\u00fcr Bildungsforschung SKBF<\/em>, ein \u00abSystemversagen\u00bb. Die SKBF ist aber nicht irgendein privater Club, sondern stellt sich selbst vor als \u00abgemeinsame Institution der Schweizerischen Eidgenossenschaft und der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK)\u00bb. Diese Leute haben uns die ganze Umpfl\u00fcgung des Bildungswesens eingebrockt. Bildungs\u00f6konom(!) Stefan C.\u00a0Wolters geh\u00f6rt also zu den Mitverantwortlichen f\u00fcr das Systemversagen. Wir brauchen keine \u00d6konomen, die die Bildung in eine falsche Richtung managen, sondern P\u00e4dagogen, f\u00fcr die das Wohl der Jugend an erster Stelle steht.<\/p>\n<h4>Recht auf Bildung und Freiheit des Lehrens<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hier, beim amtlich festgestellten Systemversagen, sollten wir Eltern und B\u00fcrger ansetzen. Das bringt mehr, als mit der Lehrerin \u00fcber Zehntelnoten zu streiten, wie Allan Guggenb\u00fchl aus seiner Beratungst\u00e4tigkeit berichtet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Vielmehr ist ein erneuter Systemwechsel erforderlich: Hin zu einer Volksschule, in der unsere Jugend die Chance hat zu lernen und im Leben voranzukommen. Ob sie in der Regelklasse oder in einer Kleinklasse sitzen, ob sie eine Berufslehre oder das Gymnasium absolvieren, jedes von ihnen hat das Recht auf eine Bildung, die ihm eine erf\u00fcllte Zukunft auftut. Die n\u00f6tigen Voraussetzungen daf\u00fcr sind kein Zauber, sondern leuchten jedem vern\u00fcnftigen Zeitgenossen ein. Es braucht im Schulzimmer einen Klassenlehrer, der f\u00fcr die Kinder \u00abzur klaren Bezugsperson\u00bb wird, der \u00abdie Regeln f\u00fcr einen gemeinsamen, guten Schulunterricht\u00bb bekanntgibt und den Beitrag jedes Kindes einfordert, so Allan Guggenb\u00fchl. Elternumfragen und die vielen Leserbriefe, die in die Redaktionen str\u00f6men, belegen das Scheitern der Integration: Die grosse Mehrheit der Kinder ben\u00f6tigt einen ihrer Situation besser angepassten Rahmen, um konzentriert und mit Freude lernen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zudem muss die Unterrichtssituation f\u00fcr die Lehrerinnen und Lehrer zumutbar sein. Also keine heterogenen Integrationsklassen, in denen ein f\u00fcr alle Beteiligten befriedigender Unterricht nicht m\u00f6glich ist, und keine \u00dcberlastung der Lehrer mit administrativen Aufgaben. Vielmehr ben\u00f6tigen die Lehrer, so Carl Bossards wichtiger Hinweis, gen\u00fcgend Freiraum, um ihrer Verantwortung f\u00fcr die Kinder und deren Lernfortschritte nachkommen zu k\u00f6nnen. Nur in Freiheit k\u00f6nnen sie \u00abeine tragende Beziehung zu ihren Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern aufbauen\u00bb und daran glauben, \u00abdass sie f\u00fcr ihre Kinder wirksam sind\u00bb.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Den Schulleitungen wiederum ist zu empfehlen, sich f\u00fcr eine Verbesserung der Lage f\u00fcr Sch\u00fcler und Lehrerschaft stark zu machen (einige von ihnen tun dies bereits), statt die Direktiven von oben (Bildungsdirektion) durchzuziehen. Dies w\u00fcrde vermutlich auch zur Beruhigung vieler Eltern beitragen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Einige ausgezeichnete Leserbriefe zu diesen Problemkreisen finden Sie im vorliegenden Newsletter.<\/p>\n<h4>Teure Gymivorbereitung? Volksschule hat ihren gesetzlichen Auftrag zu erf\u00fcllen<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00abDie Volksschule vermittelt grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten; sie f\u00fchrt zum Erkennen von Zusammenh\u00e4ngen. Sie f\u00f6rdert die Achtung vor Mitmenschen und Umwelt und strebt die ganzheitliche Entwicklung der Kinder zu selbstst\u00e4ndigen und gemeinschaftsf\u00e4higen Menschen an. Die Schule ist bestrebt, die Freude am Lernen und an der Leistung zu wecken und zu erhalten. Sie f\u00f6rdert insbesondere Verantwortungswillen, Leistungsbereitschaft, Urteils- und Kritikverm\u00f6gen sowie Dialogf\u00e4higkeit. Der Unterricht ber\u00fccksichtigt die individuellen Begabungen und Neigungen der Kinder und schafft die Grundlage zu lebenslangem Lernen.\u00bb (Z\u00fcrcher Volksschulgesetz, \u00a7 2 Absatz 4).<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Weil die Volksschule diesem Auftrag nur beschr\u00e4nkt nachkommt, schicken wohlhabende Eltern (oder Eltern, die ihr Geld daf\u00fcr zusammenkratzen) ihre Kinder in Privatschulen oder in Vorbereitungskurse, damit sie die Pr\u00fcfung ins Gymnasium schaffen sollen. Nachhilfelehrerin Evelyn Jossi bringt es auf den Punkt: Hausaufgaben und Auswendiglernen seien vielerorts verp\u00f6nt, in der Gymivorbereitung m\u00fcsse sie das Einmaleins durchnehmen, weil intelligente F\u00fcnftkl\u00e4ssler es nicht sauber k\u00f6nnen. \u00abChancengleichheit ist ein M\u00e4rchen\u00bb, sagt Evelyn Jossi \u2013 die einen Eltern k\u00f6nnten teure Kurse bezahlen oder ihren Kindern selbst beim Lernen helfen, andere k\u00f6nnten es nicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Einspruch! Chancengleichheit \u2013 jedenfalls ein geh\u00f6riges St\u00fcck davon \u2013 sollte kein M\u00e4rchen sein. Damit alle Kinder eine Zukunftsperspektive haben, wurde die Volksschule eingef\u00fchrt. Sie hat daf\u00fcr zu sorgen, dass die Jugend in zwei Jahren Kindergarten und neun Schuljahren im Klassenunterricht die soliden Grundlagen mitbekommt, die es braucht, um eine Berufslehre oder eine weiterf\u00fchrende Schule absolvieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wir w\u00fcnschen Ihnen viel Freude beim Lesen und melden uns nach den Sportferien wieder. Der n\u00e4chste Newsletter erscheint am 11. M\u00e4rz.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr die Redaktion: <em>Marianne W\u00fcthrich<\/em><\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Inhalt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Inhalt-1024x582.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1199\" width=\"625\" height=\"355\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Inhalt-1024x582.png 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Inhalt-300x171.png 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Inhalt-768x437.png 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Inhalt-1536x874.png 1536w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Inhalt-960x546.png 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Inhalt.png 1876w\" sizes=\"auto, (max-width: 625px) 100vw, 625px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-7f4c98bf-1c19-4963-a07d-6435150b8155\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Newsletter-230212.pdf\">Newsletter vom 12.2.2023<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Newsletter-230212.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-7f4c98bf-1c19-4963-a07d-6435150b8155\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine gute Volksschule tut not! 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