{"id":1114,"date":"2022-09-10T17:05:54","date_gmt":"2022-09-10T15:05:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1114"},"modified":"2022-09-10T17:19:12","modified_gmt":"2022-09-10T15:19:12","slug":"newsletter-vom-11-9-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1114","title":{"rendered":"Newsletter vom 11. 9. 2022"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-abe4f841-ae0b-4433-9063-c05c23ce7197\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Newsletter-220911.pdf\">Newslettervom 11.9.2022<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Newsletter-220911.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-abe4f841-ae0b-4433-9063-c05c23ce7197\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2>Die Schule \u2013 noch ein Lernort oder eher eine H\u00fcte-Institution?<\/h2>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Gesch\u00e4tzte Leserschaft<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In all dem Bildungsreformen-Wirrwarr und dem akuten Lehrermangel an den Schulen tut es gut, einen Schritt zur\u00fcck zu machen und das Ganze wieder einmal aus einer Distanz zu betrachten. Wie ist es eigentlich zu diesem Schlamassel und den heutigen Zust\u00e4nden gekommen?<!--more--><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So nimmt uns der erste Artikel aus unserer aktuellen Newsletter-Auswahl mit in die Anf\u00e4nge der \u00abBildungs-Talfahrt\u00bb \u2013 also damals, als durch den sogenannten \u00abPISA-Schock\u00bb der schweizerische \u00abBildungs-Turm von Pisa\u00bb anfing, in Schieflage zu geraten \u2013 bis hin zum Lehrplan 21, der im Schulalltag unterlaufen werde, weil er wenig praxistauglich sei. Dies w\u00e4re noch zu verkraften, wenn die Schweiz durch den neuen Lehrplan nicht unter den OECD-Durchschnitt gefallen w\u00e4re. Wie lange es wohl unser schiefer Turm von Pisa noch aush\u00e4lt, bevor er unter der Last des b\u00fcrokratischen \u00dcberbaus, der zahlreichen Reformen und dem \u00abTherapieg\u00fcrtel\u00bb von Institutionen zusammenbricht? Zu Recht wird die Frage gestellt, ob die Schule heute noch ein Lernort oder eine H\u00fcte-Institution sei.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In einer erfrischenden Art schl\u00e4gt Daniel Fritzsche in seiner Kolumne \u00abDas befreite Klassenzimmer\u00bb in die gleiche Kerbe. Trotz der prek\u00e4ren Lage \u00abwill man sich nicht eingestehen, dass viele der Bildungsreformen der j\u00fcngsten Vergangenheit gescheitert sind und einer \u00dcberholung bed\u00fcrfen.\u00bb Und mit all dem \u00abOverhead\u00bb, mit dem sich Lehrpersonen herumschlagen m\u00fcssen, beleuchtet der Autor eine weitere, wichtige Ursache: \u00abVor lauter Vernetzung bleibt wenig Zeit f\u00fcr das eigentlich Wesentliche: die Arbeit mit den Kindern.\u00bb Auch wenn der Lehrberuf in der heutigen Gesellschaft komplexer scheint, liegt die Antwort in einer Entschlackung des Schulbetriebs und Konzentration auf den Kern des Unterrichtens \u2013 eben, dass ein Lehrer ganz einfach lehrt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dass im Berufsleben nicht das \u00abWas\u00bb, sondern das \u00abWie\u00bb entscheidend ist, wird uns von Carl Bossard anhand eines P\u00f6stlers pr\u00e4gnant vor Augen gemalt und mithilfe der Erkenntnisse einer Politphilosophin meisterhaft eingerahmt. Im Gegensatz zum Output (dem \u00abWas\u00bb), ist das \u00abWie\u00bb nicht quantifizierbar. Es ist aber gerade diese Leidenschaft, die eine \u00abHaltung jenseits der Erledigungsmentalit\u00e4t generiert\u00bb. Auch im Lehrberuf gilt es, dieser Leidenschaft Sorge zu tragen. Leidenschaftlich legt uns Christine Richard dann auch ihre sechs Lektionen dar, die sie als Lehrerin gelernt hatte. Dass sie diesen Beruf dennoch wieder aufgab, ist vielleicht dem Umstand zu verdanken, dass \u2013 wie sie selbst schreibt \u2013 \u00abdie Schule schon damals eine Notfallambulanz f\u00fcr alles war, woran die Gesellschaft krankt.\u00bb<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dass in vielen Klassen trotz eines Betriebs mit Dauerbaustellen versucht wird, das Beste aus der verfahrenen Situation zu machen, ist ganz sicher kein Verdienst der kantonalen Bildungspolitik. Vielmehr sind es engagierte Lehrerinnen und Lehrer, die letztlich wissen, worauf es beim Unterrichten ankommt. Sie legen den Lehrplan zur Seite und streichen das \u00fcberladene Bildungsprogramm zusammen. Sie sind \u00fcberzeugt, dass sie nur so den Kindern gerecht werden k\u00f6nnen. Sie verzichten weitgehend auf selbstorganisiertes Lernen und sind bereit, sich dem Vorwurf auszusetzen, in erster Linie \u00abfrontal\u00bb zu unterrichten. Dank diesen mutigen Lehrpersonen funktioniert unsere Schule an vielen Orten noch einigermassen. Doch wie lange noch?<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Dieses auf Sonderanstrengungen beruhende Funktionieren vieler Schulen entschuldigt das Versagen der Bildungspolitik in keiner Weise. Das Missachten von unsinnigen Vorgaben zeugt zwar von Zivilcourage vieler Lehrpersonen. Doch viele besser w\u00e4re es, endlich die richtigen Schl\u00fcsse aus gescheiterten Reformen zu ziehen. Da w\u00e4re als erstes die Wiedereinf\u00fchrung von Kleinklassen zu nennen. Das integrative Schulmodell mit seinen \u00fcbertriebenen Erwartungen an die Individualisierung des Schulbetriebs ist zur gr\u00f6ssten Belastungsfaktor f\u00fcr die Lehrpersonen geworden. Unz\u00e4hlige Einsteigerinnen haben den Schuldienst quittiert, weil sie mit der Sonderbetreuung von stark verhaltensauff\u00e4lligen Sch\u00fclern einfach \u00fcberfordert waren. Es ist h\u00f6chste Zeit, dass die Bildungspolitik sich von diesem unseligen Integrations-Dogma verabschiedet.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Mit Leserbriefen aus engagierten Federn und wichtigen Veranstaltungshinweisen runden wir diesen Newsletter ab. Sie sehen: erneut ein bunter Strauss an kritischen Analysen, Beurteilungen und konkreten Vorschl\u00e4gen f\u00fcr eine Instandsetzung unseres schiefen Pisa-Turms. Ich w\u00fcnsche Ihnen eine inspirierende Lekt\u00fcre!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Timotheus Bruderer<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Pr\u00e4sident \u00abStarke Volksschule Z\u00fcrich\u00bb<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Inhalt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Inhalt-1024x845.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1116\" width=\"598\" height=\"493\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Inhalt-1024x845.png 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Inhalt-300x248.png 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Inhalt-768x634.png 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Inhalt-1536x1268.png 1536w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Inhalt-960x792.png 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Inhalt.png 1575w\" sizes=\"auto, (max-width: 598px) 100vw, 598px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-abe4f841-ae0b-4433-9063-c05c23ce7197\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Newsletter-220911.pdf\">Newslettervom 11.9.2022<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Newsletter-220911.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-abe4f841-ae0b-4433-9063-c05c23ce7197\">Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schule \u2013 noch ein Lernort oder eher eine H\u00fcte-Institution? 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