{"id":1105,"date":"2022-08-27T10:02:27","date_gmt":"2022-08-27T08:02:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1105"},"modified":"2022-08-27T10:19:20","modified_gmt":"2022-08-27T08:19:20","slug":"newsletter-vom-28-8-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1105","title":{"rendered":"Newsletter vom 28. 8. 2022"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-32cc47e4-0ed7-415d-8a61-53d92a05a7a5\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Newsletter-220828.pdf\">Newsletter vom 28.8.2022<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Newsletter-220828.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-32cc47e4-0ed7-415d-8a61-53d92a05a7a5\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2>Erfrischende Klartexte zum Lehrermangel<\/h2>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Not macht erfinderisch und schafft andere Priorit\u00e4ten. Was die NZZ am Sonntag in ihrem Ratgeber \u00abCrashkurs\u00bb an handfesten Empfehlungen an junge unausgebildete Lehrpersonen vorschl\u00e4gt, d\u00fcrfte noch heftige Wellen werfen. <!--more-->Da ist keine Rede mehr von Lernbegleiterinnen, welche als graue M\u00e4use den Sch\u00fclern beim Lernen helfen. Lehrpersonen sollen vielmehr wie Leitw\u00f6lfe mit viel Empathie ihre Klassen f\u00fchren und sich Zeit nehmen sich f\u00fcr die Welt der Jugendlichen zu interessieren. Den \u00fcberf\u00fcllten Lehrplan k\u00f6nne man getrost zur Seite legen, da er als Bildungskompass im Schulalltag nichts tauge. Statt mit Auftr\u00e4gen f\u00fcr selbstorganisiertes Lernen in Form von Wochenpl\u00e4nen zu starten, sei ein klar strukturierter gemeinsamer Klassenunterricht klar vorzuziehen. Guter Frontalunterricht verhindere viel Frustration und bringe mehr Erfolg. Und mit einem Seitenhieb gegen die akademische Fachdidaktik wird appelliert, sich n\u00fctzliche Unterrichtsmaterialien besser bei den Teamkollegen zu beschaffen.<\/p>\n<h4>Didaktische Empfehlungen mit klarer Trennung der Spreu vom Weizen<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Ausschnitte aus dem \u00abCrashkurs\u00bb sind hier nur unvollst\u00e4ndig wiedergegeben. Doch sie zeigen, wie sehr zurzeit pragmatische L\u00f6sungen absoluten Vorrang haben. Die Empfehlungen richten sich dabei nicht nur an Berufseinsteiger ohne Ausbildung, sondern an alle jungen Lehrpersonen. Noch vor wenigen Monaten h\u00e4tten man solch unverbl\u00fcmt klaren Ratschl\u00e4ge kaum in einer Tageszeitung lesen k\u00f6nnen. Was ist da passiert, dass es so weit kommen konnte?\u00a0<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Offenbar haben kritische Journalisten gemerkt, dass praxisferne Konzepte ganz geh\u00f6rig den Schulbetrieb l\u00e4hmen und den gegenw\u00e4rtigen Lehrermangel mitverursacht haben. Man hat genug von den ewigen Besch\u00f6nigungen von Seiten der Bildungsdirektionen und w\u00fcnscht sich P\u00e4dagogische Hochschulen, die n\u00e4her am Puls der Praxis sind. Der erfrischende Wind in der Berichterstattung \u00fcber die Volksschule deckt vieles nun endlich auf. Die gescheiterte schulische Integration, die \u00dcberforderungen durch ein \u00fcberladenes Bildungsprogramm und die \u00fcberzogenen Anspr\u00fcche an die Lehrerschaft im schulischen Umfeld d\u00fcrfen nicht l\u00e4nger verdr\u00e4ngt werden. Als Beispiel f\u00fcr das Kleinreden der aktuellen Probleme haben wir am Schluss ein Interview mit der Z\u00fcrcher Bildungsdirektorin in den Newsletter aufgenommen.<\/p>\n<h4>Ein Einsteigerkurs ersetzt keine gr\u00fcndliche Lehrerbildung<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Quereinsteiger mit p\u00e4dagogischer Begabung sind zweifellos ein Gewinn f\u00fcr die Volksschule. Aber diese Talente m\u00fcssen bereit sein, einen grossen Teil der umfassenden Lehrerbildung nachzuholen. Wie anspruchsvoll eine gute Lehrerbildung ist, zeigt uns Carl Bossard in seinem Beitrag mit dem Titel \u00abBildungspolitischer R\u00fcckzug ins Funktionale\u00bb. Der Autor weist darauf hin, dass Lehrersein weit mehr als das professionelle Vermitteln von Kompetenzen ist. Das dynamische Beziehungsdreieck von Lehrperson \u2013 Sch\u00fcler - Unterrichtsstoff auszutarieren ist eine grosse Kunst. Eine Lehrerin darf dazu stehen, eine Kapit\u00e4nin mit F\u00fchrungsfunktion zu sein. Sie soll sich in die Welt der Kinder versetzen k\u00f6nnen und ihre Begabungen erkennen. Und sie hat den Auftrag, den Schulstoff so anschaulich und spannend zu vermitteln, dass die Kinder das Lernen als Bereicherung empfinden. Dieser Dreiklang der schulischen P\u00e4dagogik l\u00e4sst sich nicht in einer Schnellbleiche erwerben, wie zurzeit einige inkompetente Bildungsfunktion\u00e4re aus der Not heraus behaupten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Es passt ins Bild der neuen Offenheit, dass die eigentlichen Ursachen des Lehrermangels nun in vielen Berichten nicht mehr ausgeblendet werden. Raphaela Birrer schreibt im Tages-Anzeiger, dass in drei Hauptbereichen einiges schiefgelaufen sei. Sie kritisiert die Arbeitsbedingungen f\u00fcr die Klassenlehrkr\u00e4fte mit den heterogenen Sch\u00fclerscharen scharf, da das Integrationsmodell unter den aktuellen Rahmenbedingungen eine zu grosse Belastung sei. Fehlende Wertsch\u00e4tzung mancher Eltern f\u00fcr die fachliche Kompetenz der Lehrpersonen und der organisatorische Mehraufwand durch zu viele Kleinpensen z\u00e4hlen in den Augen der Autorin zu den weiteren grossen Belastungsfaktoren.<\/p>\n<h4>Keine guten Noten f\u00fcr die Bildungspolitik der letzten Jahre<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\u00c4hnlich offen berichtet Alain Pichard aus seinem Schulalltag und seinen Erfahrungen aus der Politik. Er geht hart ins Gericht mit der Bildungsallianz zwischen Politik, Verwaltung und Ausbildung. Diese Trage eine Mitschuld f\u00fcr eine Reihe von Fehlentwicklungen in der Volksschule. In vielen F\u00e4llen seien nicht die Anliegen der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler an erster Stelle gestanden, sondern die Aussicht auf Lehrauftr\u00e4ge oder gut bezahlte Projektarbeiten. Eine markante Aussage macht der Autor mit seiner Forderung, die Schule m\u00fcsse sich wieder aufs Wesentliche konzentrieren. Unterrichtslektionen seien keine Betreuungsstunden und Lehrer keine Sozialarbeiter. Schulischer Wunschbedarf wie zus\u00e4tzlicher Sport oder Hobbykurse k\u00f6nnten auch von Personen ohne Lehrdiplom abgedeckt werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">In einen weiteren Bericht erleben wir den Schulalltag einer Lehrerin, welche selber mit ADHS-Anlagen aufgewachsen ist. In einem \u00e4usserst farbigen Einblick sehen wir, wie eine engagierte Lehrerin trotz mancher Widerw\u00e4rtigkeiten mit Freude unterrichtet und den Umgang mit kritisch eingestellten Eltern meistert. Im ermutigenden Bericht schimmert aber durch, wo in den letzten Jahren gewisse negative Ver\u00e4nderungen eingetreten sind.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Haben Sie Lust, noch etwas schwerere Kost zu verdauen? In der Analyse von Eliane Perret finden Sie Denkanst\u00f6sse, um den tieferen Ursachen des Lehrermangels auf den Grund zu gehen. Die Autorin sieht globale Zusammenh\u00e4nge wirtschaftlicher Natur, welche schon seit Jahren \u00fcber internationale Abkommen schleichend auf unser Schulsystem eingewirkt haben.<\/p>\n<h4>Volle Unterst\u00fctzung f\u00fcr Quereinsteiger als Gebot der Stunde<\/h4>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Das umstrittene Thema der Lehrpersonen ohne Diplom schliessen wir ab mit einer statistischen \u00dcbersicht aus dem Tages-Anzeiger und einem Bericht \u00fcber zwei Quereinsteigerinnen mit viel hoffnungsvoller Energie. Der Bericht zeigt, dass von allen Seiten viel guter Wille da ist, den beiden den Einstieg m\u00f6glichst zu erleichtern. Ob alles gut geht, wissen wir nicht, aber aufgrund der Einstellung und der pers\u00f6nlichen Voraussetzungen ist durchaus Optimismus angezeigt. Und wenn die beiden nachher die Ausbildung nachholen, z\u00e4hlt auch die Schule zu den Gewinnern.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Schlussbouquet werfen wir einen Blick auf bildungspolitische Vorst\u00f6sse im Kantonsrat und das erw\u00e4hnte Interview mit Regierungsr\u00e4tin Steiner. Dazu kommen ein Leserbrief und zwei Hinweise zu wichtigen Veranstaltungen. Es w\u00fcrde uns freuen, wenn wir mit den ausgew\u00e4hlten Beitr\u00e4gen der vergangen zwei Wochen zeigen konnten, dass wirklich eine grosse Bewegung in die Bildungsdiskussion gekommen ist. Das stimmt uns hoffnungsvoll.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">F\u00fcr die Redaktion Starke Volksschule Z\u00fcrich<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Hanspeter Amstutz<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Inhalt-2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Inhalt-2-1024x960.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1107\" width=\"740\" height=\"693\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Inhalt-2-1024x960.png 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Inhalt-2-300x281.png 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Inhalt-2-768x720.png 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Inhalt-2-1536x1441.png 1536w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Inhalt-2-960x900.png 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Inhalt-2.png 1884w\" sizes=\"auto, (max-width: 740px) 100vw, 740px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-32cc47e4-0ed7-415d-8a61-53d92a05a7a5\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Newsletter-220828.pdf\">Newsletter vom 28.8.2022<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Newsletter-220828.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-32cc47e4-0ed7-415d-8a61-53d92a05a7a5\">Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfrischende Klartexte zum Lehrermangel Not macht erfinderisch und schafft andere Priorit\u00e4ten. 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