{"id":1047,"date":"2022-05-07T08:59:13","date_gmt":"2022-05-07T06:59:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1047"},"modified":"2022-05-07T09:00:00","modified_gmt":"2022-05-07T07:00:00","slug":"newsletter-vom-8-5-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?p=1047","title":{"rendered":"Newsletter vom 8. 5. 2022"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-ff70ddef-13ca-43a7-9010-009c5217856d\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Newsletter-220508.pdf\">Newsletter vom 8.5.2022<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Newsletter-220508.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-ff70ddef-13ca-43a7-9010-009c5217856d\">Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<h2>Die Dauerbrenner \u2013 vom Lehrermangel bis zum Computerspiel<\/h2>\n<p>Zu allererst freuen wir uns, Sie zur n\u00e4chsten Veranstaltung der \"Starken Volksschule Z\u00fcrich\" am 18. Mai in Wetzikon einzuladen (Genaueres siehe unter \"Veranstaltungshinweise\").<!--more--><\/p>\n<h4>Lehrermangel \u2013 zum Kern des Problems<\/h4>\n<p>Unsere Sammlung beginnt mit dem allgegenw\u00e4rtigen Thema Lehrermangel. Carl Bossard h\u00e4lt sich nicht mit absurden Ideen auf (z.B. Erh\u00f6hung der Pensen, um Lehrerstellen zu sparen!), sondern geht direkt zum Kern des Problems. Jeder aufmerksame Zeitgenosse hat dessen tats\u00e4chliche Ursache l\u00e4ngst mitbekommen, n\u00e4mlich die radikale Umkehr unseres Bildungssystems, das vom eigentlichen Lehrerberuf wegf\u00fchrt und deshalb weder den Lehrern noch den Kindern gerecht wird. \u00abMeine p\u00e4dagogische Arbeit besteht doch nicht im emsigen Katalogisieren von Einzel-Kompetenzen\u00bb, zitiert der Autor einen Junglehrer, denn dazu sei er nicht Lehrer geworden. Statt weiter \u00fcber den Lehrermangel zu lamentieren, m\u00fcssten unsere Bildungsbeh\u00f6rden und PHs hier ansetzen. Andernfalls laufen ihnen noch mehr gute Lehrerinnen davon, und die Bildung unserer Jugend wird weiterhin immer schmaler.<\/p>\n<h4>Maturaquote und Qualit\u00e4t der Volksschule<\/h4>\n<p>Die Aufstockung der Schweizer Maturaquote ist ebenfalls kein neues Anliegen. Die These vom \u00abWandel der Arbeitswelt\u00bb ist in der Berufsbildung seit jeher bekannt. Weil das duale Bildungssystem ausserordentlich flexibel ist, k\u00f6nnen Bed\u00fcrfnisse der Wirtschaft laufend und m\u00f6glichst sch\u00fclergerecht umgesetzt werden. Ein Gymi-Lehrer, der glaubt, in einer vierj\u00e4hrigen Berufslehre werde den jungen Leuten lediglich \u00abein Computerk\u00fcrsli\u00bb vorgesetzt, sollte vielleicht einmal ein Praktikum in einem Lehrbetrieb machen. Wer mehr Bildung f\u00fcr alle anstrebt, tut besser daran, bei der Volksschule anzusetzen statt beim Gymi. Ohne dass die Kinder dort gen\u00fcgend lesen, schreiben und rechnen lernen, m\u00fcssen die Berufsschulen \u2013 zum Teil auch bereits die Gymnasien \u2013 n\u00e4mlich zuerst Nachhilfe-Kurse f\u00fcr die neueintretenden Jugendlichen anbieten.<\/p>\n<p>Um Nachhilfe geht es im anschliessenden Artikel. Lesen Sie selbst die Gr\u00fcnde pro und kontra: Beide Argumentationen haben etwas f\u00fcr sich, und sicher muss beim einzelnen Kind \u00fcberlegt werden, ob ausserschulische Unterst\u00fctzung sinnvoll ist oder nicht. Wenn aber immer mehr Kinder Nachhilfe ben\u00f6tigen, dann ist bei den M\u00e4ngeln des Schulsystems anzusetzen. In diesem Sinne Prof. Elsbeth Stern: \u00abDas Ausmass an Nachhilfe ist ein negativer Indikator f\u00fcr die Schul- und Unterrichtsqualit\u00e4t eines Landes.\u00bb<\/p>\n<h4>Zu viel und zu wenig Zuwendung \u2013 beides kann schaden<\/h4>\n<p>Die Erziehungswissenschaftlerin Margrit Stamm weist einmal mehr auf die Sch\u00e4dlichkeit einer Erziehung hin, die das Kind zu stark ins Zentrum stellt und seinen W\u00fcnschen alles andere unterordnet (\u00abUnsere Kinder, die kleinen K\u00f6nige\u00bb). Sicher haben Sie auch schon den Kopf gesch\u00fcttelt, wenn ein Vater sein drei- oder vierj\u00e4hriges T\u00f6chterchen im Zug gefragt hat, wo es sitzen m\u00f6chte, und es zuletzt ein Geschrei gab, weil es unbedingt auf einem vorreservierten Platz sitzen wollte. Oder wenn ein Elternpaar sich durch den Nachwuchs alle paar Augenblicke vom gemeinsamen Gespr\u00e4ch miteinander oder mit anderen Erwachsenen abbringen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Trotzdem ist im Kommentar des kritischen Lesers \u2013 wenn man von seinem zu groben Ton absieht \u2013 ein K\u00f6rnchen Wahrheit enthalten: Es ist nicht ein <em>Zuviel<\/em> an Zuwendung und Liebe, an dem viele Kinder kranken, sondern eine nicht feinf\u00fchlig auf das Kind und die jeweilige Situation zugeschnittene Aufmerksamkeit \u2013 auf der einen Seite. Andererseits, ist zu erg\u00e4nzen, fehlt heute oft das erwachsene Gegen\u00fcber, dort wo es unbedingt notwendig w\u00e4re, zum Beispiel wenn ein Kind ein anderes plagt oder wenn es stundenlang mit seinem Handy alleingelassen wird, ohne dass die Eltern sich darum k\u00fcmmern, was es konsumiert und mit wem es Umgang hat.<\/p>\n<h4>Noch mehr Genderdebatte \u2013 oder einfach ein nat\u00fcrlicher Umgang mit den M\u00e4dchen und Buben?<\/h4>\n<p>In der Eidgen\u00f6ssischen Kommission f\u00fcr Kinder- und Jugendfragen werden erfreulicherweise Zweifel laut, ob wir die Kinder und Jugendlichen so penetrant mit der Genderfrage konfrontieren sollen, wie es heute Mode ist. Wenn man den Bericht im Tages-Anzeiger liest, landeten die Teilnehmer der vor kurzem durchgef\u00fchrten Fachtagung bei der uralten Frage, die schon in meiner Jugend en vogue war (und das ist schon eine Weile her): In unserer Gesellschaft g\u00e4lten Geschlechterstereotypen, die zu Ungleichheit f\u00fchrten und \u00fcberwunden werden m\u00fcssten. Deshalb m\u00fcsse dem \u00abGendermarketing\u00bb schon in der Kita mit \u00aboffenen Angeboten\u00bb Gegensteuer gegeben werden. Im Klartext: Fertig mit Puppenecke und Werkstatt im Chindsgi, damit sich jedes Kind \u00abnach seinen Vorstellungen entfalten\u00bb k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Warum so kompliziert? Viel nat\u00fcrlicher w\u00e4re es, die Puppenecke und die Werkstatt stehen zu lassen \u2013 die Kinder werden schon dort mitmachen, wo sie m\u00f6chten. Das h\u00e4ngt auch davon ab, wo ihre Freundinnen oder Freunde Lust haben mitzuspielen. Dass sich dabei Buben und M\u00e4dchen das eine Mal zusammentun und ein andermal nicht, ergibt sich meistens ganz unverkrampft. Die Erwachsenen m\u00fcssen sich vor allem dann einschalten, wenn Gewalt im Spiel ist. Dass ein kleines Kind sich jedoch \u00abnach seinen Vorstellungen entfalten\u00bb wolle, ist eher etwas hochgegriffen, oder nicht?<\/p>\n<p>Den \u00e4lteren Jugendlichen schwirrt vermutlich l\u00e4ngst der Kopf vor lauter Gendersternen und Trans-Identit\u00e4ten. Jedenfalls kommt die Autorin des Artikels zum hoffnungsvollen Schluss, vielleicht m\u00fcssten die Geschlechter doch nicht abgeschafft werden, sondern es brauche \u00abeinfach mehr Raum f\u00fcr Variationen\u00bb. Von diesem Raum gibt es meist mehr als genug, vor allem in digitalen Dimensionen. Die grosse Mehrheit der Jugendlichen sucht nach wie vor ihren Weg in der Gemeinschaft der Gleichaltrigen, und da spielt selbstverst\u00e4ndlich auch das Geschlecht eine Rolle.<\/p>\n<h4>Wahlfach \u00abGames und E-Sport\u00bb \u2013 aber n\u00f6d w\u00fcrkli!<\/h4>\n<p>Zu dieser merkw\u00fcrdigen Idee reicht glaube ich eine dringliche Frage: Wollen wir tats\u00e4chlich denjenigen Jugendlichen, die in ihrer Freizeit ohnehin viel zu viel gamen, auch noch einen Teil ihrer Schulzeit damit f\u00fcllen?<\/p>\n<p>Damit w\u00fcnsche ich Ihnen viel Spass beim Lesen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Redaktion der Starken Volksschule des Kantons Z\u00fcrich<\/p>\n<p><em>Marianne W\u00fcthrich<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Inhalt.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Inhalt-1024x832.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1049\" width=\"696\" height=\"565\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Inhalt-1024x832.png 1024w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Inhalt-300x244.png 300w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Inhalt-768x624.png 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Inhalt-1536x1248.png 1536w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Inhalt-960x780.png 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Inhalt.png 1971w\" sizes=\"auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a id=\"wp-block-file--media-9e272335-3f3c-42f9-9bc8-00597300baef\" href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Newsletter-220508.pdf\">Newsletter vom 8.5.2022<\/a><a href=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Newsletter-220508.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-9e272335-3f3c-42f9-9bc8-00597300baef\">Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Dauerbrenner \u2013 vom Lehrermangel bis zum Computerspiel Zu allererst freuen wir uns, Sie zur n\u00e4chsten Veranstaltung der \"Starken Volksschule Z\u00fcrich\" am 18. 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