{"id":408,"date":"2019-04-27T17:53:44","date_gmt":"2019-04-27T15:53:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?page_id=408"},"modified":"2019-04-27T17:59:16","modified_gmt":"2019-04-27T15:59:16","slug":"einspruch-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/?page_id=408","title":{"rendered":"Einspruch ! 2"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Einspruch-712x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-409\" width=\"379\" height=\"545\" srcset=\"https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Einspruch-712x1024.png 712w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Einspruch-209x300.png 209w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Einspruch-768x1105.png 768w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Einspruch-960x1381.png 960w, https:\/\/www.starkevolksschulezh.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Einspruch.png 1588w\" sizes=\"auto, (max-width: 379px) 100vw, 379px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h1>Editorial<\/h1>\n<p>Als wir vor bald drei Jahren erstmals mit \u00abEin\u00adspruch\u00bb an die \u00d6ffentlichkeit gingen, waren wir vom Interesse \u00fcberw\u00e4ltigt. Wir mussten die Brosch\u00fcre gleich viermal auflegen. Insge\u00adsamt wurden 12 000 Exemplare in der Schweiz verkauft.<\/p>\n<p>Damals ging es uns darum, dem allenthalben medial suggerierten Eindruck entgegenzutre\u00adten, die Kritik an den seit Jahren laufenden, kaum je offen diskutierten \u00abSchul\u00adreformen\u00bb sei ausschliesslich konservativ-rechts moti\u00adviert. Gebetsm\u00fchlenartig wurde wieder\u00adholt, diese \u00abReformen\u00bb w\u00fcrden dem gesellschaft\u00adlichen Wandel entsprechen, seien also unbe\u00adstritten. Menschen, die solche \u00abReformen\u00bb ablehnen, seien dem Fortschritt grunds\u00e4tzlich feindlich gesinnt. Deshalb baten wir zahlrei\u00adche politisch links bis linksliberal denkende, bekannte Pers\u00f6nlich\u00adkeiten aus Wissenschaft, Politik und im schulisch-p\u00e4dagogischen Umfeld T\u00e4tige, ihren kritischen Standpunkt zu den nicht enden wollenden \u00abReformen\u00bb und der Art, wie sie durchgesetzt werden, darzu\u00adlegen; viele haben dies gerne getan. Unsere Forderung mit \u00abEinspruch\u00bb war: Innehalten, gemeinsam nachdenken und pr\u00fcfen, ob diese permanente Reformeuphorie der Schule wirk\u00adlich einen Fortschritt oder eher R\u00fcckschritte beschert hat. Wir verlangten also einen ech\u00adten \u00f6ffentlichen Diskurs.<\/p>\n<p>Eigentlich wissen die Menschen in der Schweiz, dass unsere Schulen sehr erfolgreich waren und wesentlich zu unserem heutigen Wohlstand beigetragen haben. Gerade des\u00adhalb fragen sich viele, wer eigentlich diesen immensen Druck zu immer neuen Umw\u00e4lzun\u00adgen in unseren Bildungsinstitutionen aufsetzt und notorisch aufrechterh\u00e4lt. Es erstaunt, dass Politik und Bildungsverwaltung fast unisono jeglicher \u00abReform\u00bb das Wort reden, als handle es sich um eine existentielle Zwangsl\u00e4ufig\u00adkeit. Erfahrene P\u00e4dagoginnen und P\u00e4dagogen wundern sich, wie es so weit kommen konnte, dass Bildung nur noch Sache von Experten sein soll. Es ist offenkundig, dass Schulpflege und Bezirksschulrat, Gremien, die es jedem B\u00fcrger und jeder B\u00fcrgerin erlauben, sich f\u00fcr die Volksschule zu engagieren, mit der Ein\u00adf\u00fchrung der \u00abprofessionellen\u00bb Schulleitungen marginalisiert worden sind. Das hohe \u00abEthos der Schule\u00bb, das die OECD-Experten bei ihrem ersten L\u00e4nderexamen 1989 in ihrem Bericht beschrieben, ist seit dieser Professionalisie\u00adrung radikal in Frage gestellt. Zwischenzeit\u00adlich verstehen immer weniger Eltern, was in den Schulzimmern wirklich geschieht. Ein all\u00adgemeines Unbehagen breitet sich aus, V\u00e4ter, M\u00fctter und Grosseltern m\u00fcssen immer h\u00e4ufi\u00adger an Abenden und Wochenenden mit ihren Kindern Schulstoff nacharbeiten und erleben, dass bei ihren Kindern die Begeisterung f\u00fcrs Lernen und \u00abIn-die-Schule-Gehen\u00bb zusehends schon nach kurzer Zeit versiegt. Immer mehr Eltern sehen sich gezwungen, ihren Kindern privaten Nachhilfeunter\u00adricht zu erm\u00f6glichen \u2013 dies zumeist unter grossen finanziellen Opfern \u2013 oder sie auf Privatschulen zu geben. Kinder\u00e4rzte sprechen von \u00abBurnout\u00bb schon bei Unterstufensch\u00fclern. In Radiosendungen wird \u00fcber die Frage diskutiert, ob die \u00f6ffent\u00adliche Schule noch das Vertrauen der Eltern geniesst oder nicht. Solche Indizien weisen darauf hin, dass die top-down aufoktroyier\u00adten \u00abReformen\u00bb unseren Kindern z.\u00a0T. schwer zusetzen statt ihrer Entwicklung zu dienen.<\/p>\n<p>In dieser neuen Ausgabe von \u00abEinspruch\u00bb wollen wir die \u00abBetroffenen\u00bb zu Wort kom\u00admen lassen. Sie sprechen im Namen vieler ebenfalls in Not geratener Familien. Nicht \u00fcberall zeigen sich unerfreuliche Ph\u00e4nomene in der gleichen Weise. Das hat vor allem damit zu tun, dass nicht alle Schulleitungen die ver\u00adordneten \u00abReformen\u00bb mit derselben Beflissen\u00adheit in ihren Kollegien implementieren. Doch die meisten pers\u00f6nlichen Berichte \u00e4hneln sich. Sie zeigen, dass sehr vieles in Schule und Unterricht heute v\u00f6llig anderen didakti\u00adschen und inhaltlichen Grunds\u00e4tzen folgt als noch vor wenigen Jahren. Aufgrund des geschwundenen Einblicks in die Schule, der heute nur noch den \u00abExperten\u00bb vor\u00adbehalten ist, ziehen viele Eltern notge\u00addrungen den Schluss, die Probleme ihrer Kinder w\u00fcrden auf Defizite ihrer Erzie\u00adhung oder in der Pers\u00f6nlichkeit ihres Kin\u00addes hinweisen.<\/p>\n<p>Die Schilderungen von Eltern als Zeit\u00adzeugen werden in dieser Brosch\u00fcre durch Aussagen verschiedener kritischer Experten aus Heilp\u00e4dagogik, Kinder- und Jugendmedizin erg\u00e4nzt. Es kommen auch Vertreter der Lehrerschaft bzw. Lehrer\u00adverb\u00e4nde, Berufsausbildung, Erziehungs\u00adwissenschaft und Lehrerbildung zu Wort. So lassen sich die Vorg\u00e4nge differenzier\u00adter einordnen und es kann besser beur\u00adteilt werden, was heute eigentlich wirk\u00adlich schiefl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Eine d\u00fcstere Seite der Reformen an den Schulen sind die Methoden, mit denen versucht wird, alle Beteiligten auf den ideologisch \u00abrichtigen\u00bb Weg zu trimmen. Mit teils sehr subtilen, aber klar manipu\u00adlativen Techniken, die vorwiegend der Betriebswirtschafts- bzw. Management\u00adlehre entlehnt sind, wird ein offener Diskurs sowohl in den Institutionen als auch in der \u00d6ffentlichkeit gezielt unter\u00adbunden. Professionelle Steuerungsme\u00adchanismen f\u00fchren zu einem allgemeinen Klima kleinlauten Schweigens und des R\u00fcckzugs ins Private, sodass jedermann versucht, mit der Situation selber fertig zu werden. Dieser bedenkliche Zustand manifestiert sich u.a. daran, dass viele Eltern und Lehrpersonen, die in dieser Brosch\u00fcre zu Wort kommen, nicht offen sprechen k\u00f6nnen oder wollen. Aus Angst vor Repressionen, Stigmatisierungen und Nachteilen f\u00fcr Kinder und Familie haben sie zumeist die Anonymit\u00e4t gew\u00e4hlt \u2013 dies sehr ungern. Allein dieser Umstand sollte ein Alarmzeichen f\u00fcr jeden demokratisch gesinnten Menschen in unserem Land sein.<\/p>\n<p><em>Beat Kissling, Kantonsschullehrer &amp; Hochschuldozent<\/em><\/p>\n<p><em>Alain Pichard, Lehrer auf der Oberstufe, GLP<\/em><\/p>\n<p><em>Yasemin Dinekli, Kantonsschullehrerin<\/em><\/p>\n<h1>Inhalt<\/h1>\n<p><strong>KAPITEL 1 BETROFFENE ZWISCHEN OHNMACHT UNO WIDERSTAND<\/strong><\/p>\n<p>ROGER VON WARTBURG | <strong>WIDERSPR\u00dcCHE<br \/><\/strong>NICOLE FUCHS &amp; SUZANNE WEIGELT | <strong>DEN POLITISCHEN WEG WAGEN<br \/><\/strong>STIMMEN <strong>AUS NIEDERHASLI<br \/><\/strong>BEOBACHTUNGEN EINES VATERS | <strong>OFFICE-UNTERRICHT IN DER SEKUNDARSCHULE ALS HERAUSFORDERUNG F\u00dcR DIE GANZE FAMILIE<br \/><\/strong>DAVID HOLZMANN | <strong>FALLGRUBE: SELBSTENTDECKENDES LERNEN<br \/><\/strong>GABRIELLA HUNZIKER | <strong>INDIVIDUALISIERTES LERNEN AUF DEM R\u00dcCKEN DER ELTERN \u2013 ERFAHRUNGEN IN DER PRIMARSCHULE<br \/><\/strong>EIN VATER BERICHTET | <strong>FEHLENDE SYSTEMATIK IM MATHEMATIKUNTERRICHT F\u00dcR 9-J\u00c4HRIGE<br \/><\/strong>ERFAHRUNGSBERICHT EINES INFORMATIKERS UND VATERS MIT DER DIGITALISIERUNG IN DEN SCHULEN |<strong>REALIT\u00c4TSCHECK<br \/><\/strong>J\u00dcRG BARBEN\/ ARNOLD B\u00c4CHLER |<strong>GEHT DER LEHRPLAN UNS P\u00c4DIATER ETWAS AN?<br \/><\/strong>ROMEDIUS ALBER \/ THOMAS BAUMANN | <strong>WESHALB SO VIELE KINDER IN DER SCHULE KRANK GEMACHT WERDEN<br \/><\/strong>STIMMEN <strong>AUS DER BERUFSWELT (GESPR\u00c4CH MIT TONI BLASER \/ JONATHAN \u00d6GL\u00dc)<\/strong><\/p>\n<p><strong>KAPITEL 2 ELEMENTE DER NEUEN \u00abREFORMIERTEN\u00bb SCHULE<\/strong><\/p>\n<p>RICCARDO BONFRANCHI | <strong>DIE INTEGRATION\/INKLUSION VON LERNBEHINDERTEN UND GEISTIG BEHINDERTEN KINDERN UND DIE BEDENKLICHEN FOLGEN IN DER SOL-DOMINIERTEN SCHULE<br \/><\/strong>PHILIPP LORETZ | <strong>DAS PASSEPARTOUT-PROJEKT - MAHNMAL EINER EXPERTOKRATISCHEN SCHULREFORM<br \/><\/strong>CHRISTINE ST\u00c4HELIN UND MICHAEL KOGERUS | <strong>SELBSTORGANISATION, SELBSTMOTIVATION, SELBSTBEURTEILUNG \u2013 SCHULUNG DES \u00abHUMANKAPITALS\u00bb<br \/><\/strong>ROLAND REICHENBACH | <strong>LEIDER GIBT ES AN DEN SCHULEN EINE NEO-MANIE<\/strong><\/p>\n<p><strong>KAPITEL 3 GESTEUERTE SCHULE, GEG\u00c4NGELTE LEHRPERSONEN<\/strong><\/p>\n<p>JOCHEN KRAUTZ | <strong>IMPERATIVE DES \u00abWANDELS\u00bb: SCHULREFORM IN DER POSTDEMOKRATIE<br \/><\/strong>ALLAN GUGGENB\u00dcHL | <strong>EURE MEINUNG IST UNS WICHTIG - (CHANGE-) MANAGEMENT IN DER LEHRERBILDUNG<br \/><\/strong><strong>KAPITEL 4 DER DRIFT DES SCHWEIZER BILDUNGSSYSTEMS \u2013 LEHREN AUS DER <\/strong><strong>ANGELS\u00c4CHSICHEN WELT<br \/><\/strong>STEPHEN BALL | <strong>DIE TRANSFORMATION VON BILDUNG UND DEMOKRATIE<br \/><\/strong>BEAT KISSLING | <strong>AMERIKANISCHE ELTERN IM WIDERSTAND GEGEN TESTKULTUR UND KOMMERZIALISIERUNG DER \u00d6FFENTLICHEN SCHULEN<\/strong><\/p>\n<p><strong>KAPITEL 5 DAS DILEMMA DER LINKEN<\/strong><\/p>\n<p>ALAIN PICHARD | <strong>WIE ICH VOM \u00abREVOLUZZER\u00bb ZUM \u00abKONSERVATIVEN\u00bb (GEMACHT) WURDE<br \/><\/strong>FELIX HOFFMANN | <strong>LINKE L\u00c4SST SCH\u00dcLER IM REGEN STEHEN<br \/><\/strong><strong>SCHULREFORMEN ALS MITTEL ZUM ZWECK PRIVAT-WIRTSCHAFTLICHER PROFITE<\/strong><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Die Brosch\u00fcre <strong>Einspruch! 2 <\/strong>(64 S.) kann bestellt werden unter: <a href=\"mailto:arkadi@bluemail.ch?subject=Einspruch!%202\">arkadi@bluemail.ch<\/a>. <br \/>- pro Brosch\u00fcre 7 Fr. + Versandkosten,<br \/>- ab 10 Exemplaren je 5 Fr. + Versandkosten<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Editorial Als wir vor bald drei Jahren erstmals mit \u00abEin\u00adspruch\u00bb an die \u00d6ffentlichkeit gingen, waren wir vom Interesse \u00fcberw\u00e4ltigt. 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